Erfahrung, Energie und Arbeitseife

Der Cellist Lucas Fels wird Mitglied des Arditti Quartets


(nmz) -

Seit Beginn dieses Jahres ist der Cellist Lucas Fels Mitglied des in Sachen zeitgenössischer Musik weltweit renommierten Arditti Quartets. Eine neue und große Herausforderung steht für den 1962 in Lörrach geborenen Musiker an. Persönlich meint er, dass es für ihn an der Zeit sei, den Horizont in diese Richtung zu weiten, um noch einmal mit ganz neuen Aufgaben konfrontiert zu werden. Wer Lucas Fels beim Cellokonzert „Styx und Lethe“ von Wolfgang Rihm bei den Donaueschinger Musiktagen erlebte, hat wohl keine Zweifel am Gelingen. Denn diese Komposition treibt den Instrumentalisten mit geradezu diabolischer Freude durch alle Winkelgänge des Cellos und fordert das eigentlich Unausführbare. Wie Fels diesen Ritt meisterte, ist wohl allen Hörern noch in bester Erinnerung.

Ein Artikel von Reinhard Schulz.

Ausgabe: 
2/06 - 55. Jahrgang

Bekannt freilich ist Lucas Fels in den Kreisen der zeitgenössischen Musik schon weit länger. Er war (nach Studien unter anderem bei Siegfried Palm, Antonio Janigro, William Pleeth oder Bruno Canino) Gründungsmitglied beim neunköpfigen Freiburger „ensemble recherche“, das mittlerweile seit gut 20 Jahren die Szene der Neuen Musik maßgeblich bereichert und mit dem Ensemble Modern, dem Ensemble Intercontemporain oder dem Klangforum Wien zu den führenden Sachwaltern der Moderne gehört.

Fels wirkte in dieser basisdemokratisch organisierten Formation als Ideen gebender Kopf mit, bestimmte die ästhetische Ausrichtung, die Auswahl der Projekte und erwies sich für die Komponisten, die neue Arbeiten für das Ensemble schrieben, als kompetenter und kreativer Berater. Dass er auf allen Festivals für Neue Musik zu Hause ist, versteht sich von selbst. Auch musikpolitisch hat Lucas Fels immer wieder seine Stimme erhoben und um die Belange des zeitgenössischen Musiklebens gekämpft.

Nun gilt es für ihn, sich erst einmal das unglaublich große und ständig fortwachsende Repertoire des Arditti Quartets zu erarbeiten. Seine umfassende Erfahrung, seine Energie, sein Arbeitseifer und sein überlegener Umgang mit den Anforderungen der Avantgarde sind ebenso Gewähr dafür, wie die schon seit Jahren währende künstlerische wie freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem Arditti Quartet.

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