Fantasievolles Musizieren
Die fröhliche Trompete
Ein Artikel von Matthias Riedel.
Der Markt an Instrumentalschulen ist reich gesättigt. Neues entsteht daher sehr häufig aus der Unzufriedenheit eines Musikpädagogen mit der bestehenden Literatur, die zum eigenen didaktische Ansatz nur durch die Überwindung einiger Kompromisse passen will. So legt jetzt Michael Werner im Schott-Verlag den zweiten Band seiner „Fröhlichen Trompete“ vor. Seinem Anspruch, den jungen Schülerinnen und Schülern ab neun Jahren die Freude am fantasievollen Musizieren näher zu bringen, wird er dabei sicherlich gerecht. Und er schafft es dabei; den jungen Instrumentalisten auch eine Vielzahl von Informationen aus den Bereichen „Allgemeine Musiklehre“ und „Musikgeschichte“ zwanglos näher zu bringen.
So ist also eine ganzheitlich orientierte Instrumentalmethode entstanden. Die auf den letzten neun Seiten gebotene Zusammenfasssung des bisher Gelernten – bestehend aus verschiedenen Tonleitern (Dur und zum Glück auch Moll), einer Tafel zur allgemeinen Musiklehre sowie unter anderem einem Komponisten-Zahlenstrahl – schaffen einen guten Überblick über das von den Schülerinnen und Schülern Geleistete. So wird dann das „Diplom“, das ebenfalls am Ende des zweiten Bandes verliehen wird, zu Recht erteilt. Die optische Aufmachung ist heiter und für die angestrebte Zielgruppe sicher ansprechend gestaltet. Die inhaltlichen Abschnitte sind klar gegliedert und bieten für alles Neue eine ausreichende Zahl an Übungsstücken. Dass der Zahnwechsel bei Kindern heutzutage kein Problem mehr für das Trompete spielen darstellt, ist wahr. Deshalb geht Michael Werner zu Recht umsichtig mit der Ausweitung des Tonumfanges um.
Bleibt die Frage inwieweit die ausgewählten Musikstücke und die Aufmachung der CD das junge Klientel erreichen werden? Sicherlich ist es wichtig, unser altes Volksliedgut zu pflegen und an nachfolgende Generationen weiter zu reichen. Hinzu kommt, dass viele dieser Lieder leicht eingängig und damit schnell reproduzierbar sind. Zum anderen besteht aber die Notwendigkeit, die jungen Menschen dort beim Erlernen eines Instrumentes abzuholen, wo sie hörgewohnheitsmäßig stehen. Und dazu wollen die Stückauswahl und die Arrangements auf der beigefügten CD nicht immer passen. Man hätte sich über eine größere Bandbreite gefreut.
Bei der Vielzahl von Instrumentalschulen auf dem Markt sind Wiederholungen und Ähnlichkeiten nicht mehr auszuschließen. Dennoch hat Michael Werner mit seiner Ausgabe eine kreative, spannende und sicherlich anregende Methode vorgelegt.
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