Gewichtiges Kompendium
Das Jahrbuch Kulturpolitik 2009
Ein Artikel von Michael Jenne.
Die allermeisten von ihnen haben auch tatsächlich etwas zu sagen, sei es zum Umgang mit dem „Erbe“ der DDR, über Ansätze und Erfahrungen erinnerungspolitischer Arbeit am Beispiel von Großstädten, oder auch zur Bedeutung der Popkultur als Teil des kulturellen Gedächtnisses (Jörg-Uwe Nieland) und zum Umgang mit Geschichte in Computerspielen (Winfried Kaminski). In seinem Vorwort betont Oliver Scheytt, Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, die „herausragende Bedeutung, die Geschichtskultur für das Gedächtnis und die Herausbildung der Identität des Kulturstaates Deutschland“ hat. In diesem Sinne hat Bernd Wagner den umfangreichen Band redaktionell höchst kompetent betreut und auch eine gewichtige Einleitung beigesteuert.
Interessantes findet man im statistischen Anhang: Unter „Kultur- und Kreativwirtschaft“ zum Beispiel ist für 2008 die Zahl der als „selbstständige Musiker/innen, Komponist/innen“ Erwerbstätigen mit 2.565 (94 mehr als 2006) angegeben, gegenüber 345.098 in der Sparte „Software-/Games-Industrie“. – Ärgerlich im Vorwort des Staatsministers für Kultur und Medien stößt auf, dass Bernd Neumann von „meinem Etat“ spricht und sich rühmt: „Aus meinem Haushalt habe ich drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt …“ Genau genommen verwaltet Herr Neumann Steuergelder.
Diesem Jahrbuch, das über den Ablauf von 2009 hinaus aktuell bleibt, ist nicht nur eine große Leserschaft, sondern insbesondere auch die Verwendung in Oberstufenkursen unserer Schulen zu wünschen.
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