Max und Moritz und die Katzenjammer-Kids
Zum 100. Todesjahr Wilhelm Buschs gibt es zwei Ausstellungen in Erlangen
Im Zentrum der Präsentation des Stadtmuseums steht das Bildergeschichten-Œuvre, das Busch schon zu Lebzeiten den Ruf eines unvergleichlichen Humoristen einbrachte. Buschs graphische und poetische Originalität erhob die unterhaltsamen Illustrationsformen seiner Zeit erst zu einer Kunstform, weshalb er zurecht als Ideengeber und Vorläufer der modernen Comic-Kunst gilt. Zu sehen sind ein Querschnitt seiner frühen Beiträge, seiner großen Erfolge und seines Spätwerkes. Untersucht werden seine Bildersprache, die Bild-Text-Interaktionen, die groteske Komik sowie die „Moral“ in seinen „Welt- und Menschheitssatiren“. Das Augenmerk richtet sich zudem auf die Persönlichkeit hinter den Geschichten, auf Buschs Leben und seine Zeit. Präsentiert werden auch einige Beispiele für das stupende Nebeneinander seiner ebenbürtigen Talente. Anhand seltener Exponate aus der Frühgeschichte der amerikanischen Zeitungs-Comics zeigt die Ausstellung, welch großen Einfluss Buschs Bildergeschichten auf die Etablierung dieses neuen Mediums um 1900 in den USA hatte – beispielsweise beim großen Comic-Klassiker „The Katzenjammer-Kids“ von Rudolph Dirks.
In der Wanderausstellung „Hommage“ aus Hannover zeigen neun deutsche Comic-Künstlerinnen und -Künstler, was sie persönlich mit Wilhelm Busch verbindet. Sie eignen sich seine bekanntesten Charaktere an und gestalten mit diesen – in ihrem ganz eigenen Stil – neue Comics. Zu sehen sind zum Beispiel „Max und Moritz“ aus der Feder von Ralf König oder „Hans Huckebein“ von Ulf K.
Beide Künstler gehören – wie auch die meisten anderen beteiligten Zeichner – zu den Gewinnern des renommierten „Max und Moritz“-Preises des Internationalen Comic-Salons Erlangen. Präsentiert werden außerdem Comics von Martin tom Dieck, Volker Reiche, Laska, Ulf S. Graupner und Flix. Den Bogen zur jungen Generation schlagen die Manga-Künstlerinnen Anike Hage und DuO.
Im Begleitprogramm finden sich folgende Veranstaltungen: „Dass Irren Sünde, Heimweh dein Gewissen. Der andere Wilhelm Busch“, Vortrag von Prof. Dr. Gert Ueding, Universität Tübingen (Donnerstag, 26. Juni, 19.30 Uhr); „Durch die Altstadt zur Kunst“ (Sonntag, 29. Juni, 11 Uhr Führung); „Finissage zum Altstadtfest“, Mitmachaktionen für Jung und Alt, Ausstellungsführungen, Finale mit „Busch aff fränggisch“ von Günther Stössel, musikalisch umrahmt von „Wulli“ (Sonntag, 3. August 2008, 11 - 17 Uhr). Zudem wird die Ausstellung museumspädagogisch begleitet (empfohlen für die Fächer Deutsch und Kunst, Führungen nach Absprache, Tel. 09131/862 408). Weitere Infos: Stadtmuseum Erlangen, Martin-Luther-Platz 9, 91054 Erlangen, Tel. 09131/862 408 bzw. www.erlangen.de/stadtmuseum
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