Mechanismen des Musikbetriebs nutzen lernen

Künstlerische Qualität allein verspricht noch keine Karriere


(nmz) -

Petra Scheidewind/Martin Tröndle (Hg.): Selbstmanagement im Musikbetrieb. Handbuch für Musikschaffende, transcript Verlag, Bielefeld 2003, 307 S., € 26,80, ISBN 3-89942-133-7

Ein Artikel von Kathrin Hauser-Schmolck.

Ausgabe: 
3/04 - 53. Jahrgang

Buch versandkostenfrei im Selbstmanagement für Musikschaffende – vor ein paar Jahren wäre das vielleicht noch kein Thema für ein Handbuch gewesen. Heute ist der Markt für Musiker enger geworden, auch in Deutschland und der Schweiz (denn mit beiden Ländern befasst sich das jüngst erschienene Buch). Es gibt ein Überangebot an Musikern und künstlerische Qualität allein genügt nicht mehr, um sich auf dem Markt durchzusetzen, einen Platz in einem Orchester zu bekommen, eine Solistenlaufbahn einzuschlagen oder sich als Kammermusikensemble zu etablieren. Eine Portion Selbstmanagement und -marketing gehört auf jeden Fall und auf jeder Stufe der Karriere dazu. Und es wird immer wichtiger, je enger der Markt ist.

Petra Schneidewind vom Institut für Kulturmanagement in Ludwigsburg und Martin Tröndle, Dozent für Musikmanagement an der Hochschule für Musik und Theater in Bern, haben das Thema Selbstmanagement im Musikbetrieb systematisiert und als Handbuch für Musikschaffende herausgebracht. Es ist das erste deutschsprachige Buch, das das Thema Selbstmanagement wirklich gründlich für den Musikmarkt bearbeitet. Es versucht den Spagat zwischen Wissenschaft und Praxis und geht dabei weit über das Thema Selbstmanagement hinaus. In einem Kapitel „Musikmanagement und Musikvermittlung“ wird das Konzertwesen vom Mittelalter bis heute oder auch das Publikum als Zielgruppe untersucht. Die rechtlichen Grundlagen vom Urheber- über das Steuer- bis zum Vertragsrecht nehmen quantitativ den größten Platz im Handbuch ein.

Die „Partner im Musikbetrieb“, Agenturen, Tonträgerindustrie und Verlage, werden in einem eigenen Kapitel behandelt (wenn auch die Konzertveranstalter als Partner dabei fast in Vergessenheit geraten sind sowie die Frage, wie komme ich als Musiker an Veranstalter oder eine Orchesterstelle, im Kapitel „Selbstmanagement“). Das Kapitel „Selbstmanagement“ umreißt präzise, gut lesbar und um praktische Fallbeispiele und Checklisten ergänzt die Bereiche Management, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Finanzierung von Projekten.

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese von Menschen zu lösende Aufgabe ist zur Vermeidung von Spam-Inhalten leider notwendig.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.

Tags in diesem Artikel

Ähnliche Artikel

Dem Manifest einer Bewegung auf der Spur - Abenteuer Alte Musik: Nikolaus Harnoncourt und sein Concentus Musicus
01.10.2003 Ausgabe 10/03 - 52. Jahrgang - Rezensionen - Thomas Otto
Kurz vorgestellt - Bücher
01.11.2003 Ausgabe 11/03 - 52. Jahrgang - Rezensionen - Michael Wackerbauer
Auf den Raum ausgerichtetes System von Zeichen - Eine Festschrift zum 60. Geburtstag des Dresdner Komponisten Jörg Herchet
01.03.2004 Ausgabe 3/04 - 53. Jahrgang - Rezensionen - Sigrid Neef
Unbekannte Welt vor der eigenen Haustür - Martin Greves Untersuchung der deutsch-türkischen Musikkultur
01.03.2004 Ausgabe 3/04 - 53. Jahrgang - Rezensionen - Dietrich Heißenbüttel
Irgendwann nach dem Urknall hat es Click gemacht - „Soundcultures“ · Eine bemerkenswerte Bestandsaufnahme der elektronischen und digitalen Musik
01.03.2004 Ausgabe 3/04 - 53. Jahrgang - Rezensionen - Helmut Hein
Schatten der Vergangenheit
01.03.2004 Ausgabe 3/04 - 53. Jahrgang - Rezensionen - Ursula Gaisa
Kurz vorgestellt - Bücher
01.03.2004 Ausgabe 3/04 - 53. Jahrgang - Rezensionen - Michael Wackerbauer