Mehr als Pisa
Ein Artikel von Andreas Kolb.
In Europa hat man sich an die 35 Stunden gewöhnt. Aber wie will man mit den Indern in Bangalore konkurrieren, die bereit sind 35 Stunden am Tag zu arbeiten? Will Deutschland in den internationalen Rankings nicht abgehängt werden, gibt es nur eine Antwort. Bildung, Bildung, Bildung. Die aber ist mehr als Pisa. Der frühere Bundespräsident Johannes Rau drückte das so aus: „Wir brauchen Bildung und Erziehung auch jenseits von Nützlichkeit und Verwertbarkeit.“ Ein Appell vor allem an die Kultureinrichtungen. Sie müssen sich noch stärker in der Pädagogik engagieren. Positive Beispiele dafür gibt es von den Berliner Philharmonikern bis hin zur Musikschule. Dass nun Anfang des Jahres auch die deutschen Phonoverbände „ihren“ Bildungs-Schock erlebten und daher ihr Engagement bei der Förderung der Musikerziehung ausweiten wollen, wie dies der Vorsitzende Michael Haentjes beim Neujahrsempfang der Verbände in Berlin sagte, ist grundsätzlich zu begrüßen. Eine Anmerkung aber sei erlaubt: Ein Abonnement der neuen musikzeitung hätte den Verantwortlichen des Verbandes diese Einsicht allerdings schon vor einem Jahrzehnt vermitteln können.
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