Musikbetont
Ein Artikel von Martin Hufner.
Da sagt man sich, man müsse nämlich die Profile der Schulen auf eine andere formale Basis stellen. Ist doch klar, oder? Aber die schlechte Nachricht ist in Wirklichkeit eine gute. Berlin wäre nicht Berlin, wenn es nicht sofort eine Kompensation anbieten würde. Die Lösung ist so simpel wie einfach, oder umgekehrt. Man führt einfach musikbetonte U-Bahn-Stationen ein. Bespielt werden diese mit Opernmusik, schließlich hat man in Berlin auch vier Opernhäuser. Da fährt sozusagen der Besucher von morgen durch. Eine eigentlich ganz kluge Idee. Man erledigt drei Fliegen mit einer Klappe: „Drogenhändler, Wohnungslose und andere“ werden auf diese Weise „angeblich“ vertrieben, die Restbevölkerung kommt in den Genuss echt italienischen Bildungsgutes und die Opernhäuser bekommen Werbung.
Aber so was geht natürlich nur von Amts wegen. Die Hiphop-Crew K.I.Z. wollte ihrerseits nun eine U-Bahn bespielen, wurde jedoch mit Polizeiaufgebot daran gehindert. „Augenzeugen berichten von Hundertschaften in voller Kampfausrüstung, Gewaltanwendung, Straßensperrungen und folgendem Verkehrschaos“, schreibt Sophie Guggenberger im Tagesspiegel.
Berlin, eine wirklich total musikbetonte Stadt, wozu da also noch extra Schulen – und außerdem sitzt der Generalsekretär des Deutschen Musikrates ebenfalls in Berlin. Wenn das nicht genug ist, dann weiß ich auch nicht.
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