Musikförderung – in Handwerk und Kunst

Das Kloster Michaelstein richtet den 5. Violin-Förderwettbewerb aus


(nmz) -

Dresden, Erlbach, Markneukirchen – im wahrsten Sinne klangvolle Namen in Ostdeutschland, denkt man an Musikinstrumente und ganz besonders an den Bau von Streichinstrumenten. Wie viele andere Orte in Mittel- und Ostdeutschland sind sie Heimat für meisterhafte Geigenbauerinnen und Geigenbauer. Diese widmen sich nicht nur der Pflege, Restauration und dem Verkauf alter Instrumente. Herzstück ihrer Arbeit ist der Neubau, und das heißt immer wieder auf’s Neue erproben, erfahren, wie Instrumente von heute gebaut sein müssen, damit die Musiker von heute sie lieben und schätzen lernen.


Ausgabe: 
4/08 - 57. Jahrgang

Kein leichtes Unterfangen, gerade in Zeiten der Globalisierung, wo ein Klick im Internet und ein wenig Geduld dem ambitionierten Laien wie angehenden Profi mitunter ein passables Instrument bescheren mag, zu einem ihm günstig scheinenden Preis. Und vielfach entscheidet der Preis. Gerade jungen, begeisterten Geigerinnen und Geigern in Ost- und Mitteldeutschland fehlt mitunter das geeignete Instrument für die persönliche, musikalische Entwicklung oder vielleicht das nötige Geld dazu.

In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt, den vier Ländern, in denen die Ostdeutsche Sparkassenstiftung tätig ist, besteht nun seit einigen Jahren ein Förderprojekt, das in Deutschland in dieser Form nicht noch einmal zu finden ist, eine glückliche Symbiose von Wirtschafts- und Kulturförderung: Die Sparkassenstiftung kauft Meisterinstrumente von ostdeutschen Geigenbauern an, „nicht für die blankgeputzte Vitrine“, wie die Stiftung unterstreicht, „sondern um in den Händen junger Geiger die Augen der Zuhörer zum Leuchten zu bringen.“

Und das gelingt. Beim ersten Violinwettbewerb der Stiftung im Jahr 2003 bestand ihr Instrumentenfonds aus zehn Meisterviolinen, die in den folgenden Jahren an insgesamt 18 junge, erfolgreiche Musikerinnen und Musiker verliehen werden konnten. Darunter Schülerinnen und Schüler von Musikschulen, privaten Musiklehrern oder von Spezialschulen. Mit anspruchsvollen Programmen stellten sie und ihre Lehrer sich der Wettbewerbsaufgabe. Einige von ihnen haben inzwischen die Musik zum Beruf gemacht, und das geliehene Instrument hat ihnen die Entscheidung dafür erleichtert.

Eine der jüngsten und zugleich auch in ihrer technischen wie musikalischen Reife beeindruckendsten Teilnehmerinnen war die gerade erst 13-jährige Elisabeth Gebhardt aus Halle a.d. Saale: Nicht erst bei Pablo de Sarasates äußerst virtuos gespielten Zigeunerweisen waren Publikum, Mitbewerber und Jury in den Bann gezogen von der zierlichen Schülerin der renommierten Hallenser Latina.

Der inzwischen jährlich in der Landesmusikakademie Sachsen-Anhalt im Kloster Michaelstein stattfindende Violinwettbewerb ist dabei nur der Anfang: Die Stiftung begleitet ihre Preisträger und ihre Instrumente über den Wettbewerb hinaus – Auftrittsmöglichkeiten in Konzerten tragen den Fördergedanken weiter. Im Frühsommer 2008 wird eine fachkundige Jury unter Leitung der Geigenbaumeisterin Ingeborg Behnke die Empfehlung für den Ankauf weiterer acht Geigen aussprechen. Alle Geigenbauer in den vier Ländern waren eingeladen, sich an der Ausschreibung zu beteiligen, weit über 40 Meisterinstrumente wurden angemeldet.

Zum nunmehr fünften Violin-Förderwettbewerb im November 2008 wurde der Wettbewerb auch noch erweitert: das Alter der Teilnehmer wurde auf 12 bis 21 Jahre festgelegt, zugelassen sind alle Geigerinnen und Geiger, die seit mindestens vier Jahren in einem der vier Länder der Sparkassenstiftung wohnen. Verändert hat sich auch sein optisches Erscheinungsbild. Zierte bislang der Ausschnitt eines Schalllochs des Instrumentes die Werbeträger, so lenkt nun seine Schnecke den Blick auf den Violin-Förderwettbewerb, ebenso formschön wie stolz – zu Recht.

www.ostdeutsche- sparkassenstiftung.de
www.landesmusikakademie-sachsen-anhalt.de

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