Oberflächliche Betrachtungen?
Zum Artikel „Notebook soll Inventar …“, nmz 7·8/09, Seite 14
Dies trifft aber zumindest nicht für die niedersächsischen Universitäten zu, die sich schon seit Jahrzehnten mit dieser Frage beschäftigen und bei der „oberflächlichen Betrachtung der Hochschullandschaft“ offenbar übersehen wurden. So gehört die Ausbildung in Apparativer Musikpraxis (Musik und Medien, Musikelektronik, Akustik, Studiotechnik, ästhetische Wechselbeziehung von Musik und Technik) an der Universität Osnabrück (oder z.B. Oldenburg) schon seit den 70er-Jahren zum selbstverständlichen Teil aller (!) Studiengänge der Lehrerausbildung beziehungsweise des musikwissenschaftlichen Studiengangs. Bereits Ende der 80er Jahre wurden interaktive Lernprogramme entwickelt, die heute noch über einen großen Musikverlag international erhältlich sind und auch in Schulen getestet wurden. 1996 wurde in Osnabrück das weltweit erste virtuelle Musikseminar mit dem Thema „Musik im Internet“ durchgeführt und seit 1999 gibt es den musikwissenschaftlichen Online-Verlag „epOs-music“. Natürlich gehört zum heutigen Musikstudium auch die Beschäftigung mit den aktuellen Produktionsmitteln wie MIDI-, Sound- und Composer-Software, da der Entstehungsprozess aktueller (insbesondere populärer) Musik essenziell davon beeinflusst wird. Seit Anfang der 80er-Jahre gibt es dazu an den genannten Universitäten studentische Arbeitsplätze und Studios, die je nach thematischer Ausrichtung der Lehrveranstaltungen mit diversen Audiogerätschaften, analogen und digitalen Synthesizern sowie Computern mit Studio-Software ausgestattet sind.
Bernd Enders, Osnabrück
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