Ohne Luft brennt kein Licht: Martin Hufners Cluster zum „Tag der Musik“


(nmz) -
Wem geht es eigentlich schlechter, der Musik oder dem Deutschen Musikrat? Da initiiert letzterer wieder einen „Tag der Musik“ (der wie letztes Jahr ein toller Erfolg werden soll, war er doch, oder?). Obwohl der „Tag der Musik“ bislang immer so erfolgreich war, will man ihn bekannter machen und sucht dafür jetzt sogar Spenden und Spender. [aus nmz 4/2011]
Ein Artikel von Martin Hufner.

Ausgabe: 
4/11 - 60. Jahrgang

Den ersten zehn Spendern oder Spendensammlern winkten gar Konzertkarten für eines der beiden Preisträgerkonzerte des Deutschen Musikwettbewerbes 2011. Der Hammer. Und der Oberhammer, bis zum Zeitpunkt der Veranstaltung der Konzerte am 23. und 24. März gingen satte 105 Euro ein, davon 100 vom Deutschen Musik­rat selbst. So kann sich die Spitze des ­Musikrates selbst in die Konzerte einladen.

Ein derartiges Engagement hätte man fast nicht mehr für möglich gehalten. „Ohne Musik keine Bildung“ heißt in diesem Jahr das Motto des „Tages der Musik“, der tatsächlich aber drei Tage lang läuft, und erinnert damit an die Redewendungen „Ohne Moos nix los“ und „Ohne Fleiß kein Preis“ (die immerhin aber noch ins Reimschema passen). Doch der Musikrat hat an dieser Sprach­idee einen Narren gefressen, dichtete der Generalsekretär Christian Höppner doch unlängst: „Ohne Urheber keine Kreativität.“

Aber weiter: Um auch noch die letzte irgendwie musikalische Veranstaltung ins Boot zu ziehen, darf man sogar außerhalb des „eigentlichen“ Termin-Terrains mitmachen: „Brückenveranstaltungen“ werden diese Konzerte dann genannt – analog zur Brückentechnologie „Atomkraft“, wie wir von unserer Bundeskanzlerin wissen. „Ohne Musik keine Bildung“, und was ist mit den Urhebern? Für die beim Wettbewerb eingereichten Beiträge werden „dem Deutschen Musikrat unentgeltlich nicht exklusiv die räumlich und zeitlich uneingeschränkten Nutzungsrechte an den eingereichten Filmen zur Veröffentlichung, insbesondere im Internet sowie auf DVD“ übertragen. Macht man eben so. Machen ja alle so. Ist halt so. Wem geht es eigentlich schlechter, der Musik oder dem Deutschen Musik­rat? Beiden!

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