Phantasy of Spring
Neue CD mit Carolin Widmann und Simon Lepper
Ein Artikel von Juan Martin Koch.
Ihrer wunderbaren Schumann-CD lässt die Geigerin hier wieder modernes Repertoire folgen. Nach dem spröde tastenden Einstieg mit Morton Feldmans „Spring of Chosroes“ – die zu direkte Aufnahmetechnik lässt hier das Atmen der Geigerin zum Bestandteil des Stücks werden – spielt sich das Duo in Bernd Alois Zimmermanns früher Sonate in einen hoch expressiven, stets kontrollierten Rausch. Der lange, von der Geigerin in unerhörten Differenzierungen ausgearbeitete Triller im zweiten Satz wird zum nervös ruhenden Kernpunkt des Stücks, der gesamten Einspielung. Nach Schönbergs nur ein Jahr früher entstandener Fantasie op. 47 – Widmann erreicht hier nicht ganz die Selbstverständlichkeit, mit der Hilary Hahn jüngst das Schönberg-Konzert vorgelegt hatte – klingt das überzeugend komponierte Programm mit Xenakis’ kompromisslosem „Dikhtas“ aus, einer Studie zur Unvereinbarkeit zweier um Duo-Einvernehmen ringenden Instrumente.
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