Von Anfang an gemeinsam

Blockflötenklassensätze und César Francks „Vier Versetten“


(nmz) -
Ein Artikel von Christel Wolff

Ausgabe: 
5/09 - 58. Jahrgang

Daniela Utsava Heitz: Die Blockflötenklasse, Band 1. Ed. Peters EP 11107 (2007), Lehrerheft/Partitur ISMN M-014-10897-7, Stimmen SA: M-014.10898-4, TB: M-014-10899-1

Jedes Blockflötenensemble fängt klein an. Oft helfen sich Lehrer selbst, indem sie aus Liedbegleitungen Quartettsätze erstellen oder selbst zur Feder greifen. Das hier vorgestellte Heft zeigt, wie man von Anfang an in der Gruppe/ Klasse spielen kann. Zunächst wird mit vertauschten Rollen gespielt, das heißt das Klavier ist der Solist, das Quartett begleitet mit wenigen Tönen. Da auch Tenor- und Bassflöte gebraucht werden, empfiehlt sich im Schulunterricht (ab 5. Kl.) ein Einstiegsalter ab zehn Jahren. Die Bassstimme ist im Bassschlüssel notiert. Volkslieder, barocke Tänze und kurze klassische Themen werden von D.U. Heitz bearbeitet.

Artikulationen sind notiert, Rhythmen, Notenwerte, Grifftabelle sind im Anhang erklärt. Sowohl die Partitur als auch die Stimmen sind sehr übersichtlich gestaltet. Ensembleleiter haben hier ein gut gefächertes erstes Material. Wie Kinder in diesem Alter mit Liedern zu begeistern sind, die schon im Kindergarten gesungen werden, ist mir doch eine Frage. Experimentelle Klänge könnten den Anfang auch im Ensemble beleben. In der Musikschule (Unterstufe 1) eignet sich dieses Werk ebenso, da aber für ein altersmäßig gemischtes Blockflötenensemble.

César Franck: Vier Versetten für Blockflötentrio (A, T, B), herausgegeben von Christa Roelcke. Moeck ZfS 781 (2006) ISMN M-2006-0781-9

César Francks Versetten sind ursprünglich kleine Stücke über den Text des Magnificat, für das Französische Harmonium komponiert. Den Melodien liegen schlichte Volksweisen und Noels zugrunde. Die vorliegende Bearbeitung wird dem Charakter der Stücke sehr gut gerecht.

Die vier Versetten sind sehr reizvolle, kurze und dichte Kompositionen, die drei Stimmen gleichberechtigt. Dynamik und Klangfülle zeichnen sie aus, besonders die zarten Töne verzaubern den Zuhörer (dolcissimo). Sie stellen große Ansprüche an die Spieler (Mittelstufe 1 und 2), verlangen tonlich als auch musikalisch ein großes Spektrum an Farben. Im Zusammenspiel leben sie von großen Legato-Bögen, vom Ineinanderfließen der Stimmen. Die Literatur für Blockflöte ist in anderen Epochen angesiedelt, sodass diese Bearbeitung Schülern eine Erweiterung ihres musikgeschichtlichen Horizonts bietet. Dennoch gehört es zum klanglichen Verständnis, die Orgelfassung anzuhören.

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