Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Beck«

Das Etikett muss weg: die Kammerphilharmonie Amadé mit einem Orchesterkonzert in Herne

07.02.12 (Georg Beck) -
Herne, Kulturzentrum im Februar. – Nicht was drauf stand, war bemerkenswert an diesem Konzert. Erst, wo der „Zauber der Harfe“ endete, konnte er beginnen – der Zauber Kammerphilharmonie Amadé.

Das richtige Label im falschen Leben: 25 Jahre Edition Zeitgenössische Musik – Fortsetzung folgt

01.01.12 (Georg Beck) -
80 CDs in 25 Jahren. Aus einer Idee des Deutschen Musikrats ist eine „Basisdiskothek zeitge­nössi­schen Komponierens“ geworden. Ein Projektbeirat bestimmt jährlich vier junge Komponisten, um ihnen als Koproduktion mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein bei Schott-WERGO verlegtes CD-Porträt ihres Schaffens zu ermöglichen. Hat also die viel gescholtene Reproduktion des Kunstwerks am Ende doch ihr Gutes?

Etwas mehr Licht dürfte es schon sein

06.12.11 (Georg Beck) -
Seltsame Koinzidenz. Kurz vor Tagungsstart wurde der 1951 nach sow- jetischem Vorbild gegründete DDR-Komponistenverband aus dem Vereinsregister gestrichen. So lange kann es dauern. Und doch herrschte reger Andrang. Nicht wenige erwarteten offenbar, mit neuen Enthüllungen konfrontiert zu werden. Die Themen der viertägigen Intensivsitzung „Komposition in der DDR – Theorie und Praxis“ waren danach. Von den „Kontroll-instanzen“ über den „Bitterfelder Weg“ und den Ikonen „Sozialistischer Realismus“ und „Widerspiegelungs­theorie“ bis zum „Avantgarde-Diskurs“ war alles vertreten, wurde alles angetippt. Jedes Themenfeld eine kritische Masse für sich. Die Entscheidung des Veranstalters, den Fächer ganz weit aufzumachen, führte indes kaum übers Kratzen an Oberflächen hinaus.

Gebrüder Graun Produktionsgesellschaft mbH: die 36. Tage Alter Musik in Herne

16.11.11 (Georg Beck) -
Das müssen sie den Alte Musik-Tagen in Herne erst einmal nachmachen – die Festivals in Witten und Donaueschingen. WDR-Redakteur Richard Lorber, künstlerischer Leiter auch der 36. Ausgabe des Herner Spezialfestivals, hat in seiner achten Spielzeitplanung erst zwei Formationen zweimal eingeladen, woraus sich bei zehn Konzerten pro Ausgabe rund 80 verschiedene Ensembles errechnen.

Das gibt’s nur einmal: Pasquale Anfossis „La finta giardiniera“ in Leverkusen

08.11.11 (Georg Beck) -
Mit soviel Schwung und Feuer wird selten musiziert – auch in Leverkusen. Dabei ist das Erholungshaus, traditionelles Zentrum der Werkskultur der Bayer AG, mittlerweile ein Geheimtipp geworden für erlesenes, konzertant dargereichtes Musiktheater aus Barock und Klassik.

Zum Auftakt ein Ausrufezeichen

31.10.11 (Georg Beck) -
Wenn Hein Mulders zur Spielzeit 2013 aus den Händen von Johannes Bultmann die Intendantengeschäfte in Essen übernehmen wird, wird er auch ein neues hauseigenes Festival vorfinden – sofern (diesen Vorbehalt muss man immer machen) die Finanzierung hält wie sie von der Kunststiftung NRW versprochen ist. Was mit „Now!“ im modischem Namensgewand, mit imperativ angehängtem Ausrufungszeichen daherkommt, kann als Erbmasse der 2012 auslaufenden Netzwerk Neue Musik-Förderung verstanden werden. Die jetzt gestartete Eröffnungsrunde steht unter der thematischen Klammer „Amerika“, worunter hier die nordamerikanische Avantgarde von John Adams über John Cage und Steve Reich bis zu Frank Zappa verstanden wird.

Das Orchester-Wunder von Bagdad

31.10.11 (Georg Beck) -
2008 hatte die irakische Pianistin Zuhal Sultan für ihre gerade einmal siebzehn Jahre eine ziemlich kühne Idee: Dem Nationalen Sinfonieorchester ihres Landes, das seit 1959 besteht, ein ebensolches Jugendorchester an die Seite zu stellen. Das kleine Orchester-Wunder geschah: Sultan holte Britische Regierung, British Council sowie die kurdische Teilregierung ins Boot und zu guter Letzt noch (ganz unorthodox über einen flammenden Presseaufruf) den schottischen Dirigenten Paul MacAlindin. Jetzt hatte die junge, vollkommen unerfahrene Formation beim Orchester-Campus des Bonner Beethovenfestes ihr erstes Auslandskonzert.

Ein Meister wird besichtigt: ein Streifzug durch die Neuveröffentlichungen zum 200. Geburtstag Franz Liszts

20.10.11 (Georg Beck) -
„Unvermittelt brach er ab und wirbelte auf dem Klavierschemel herum. Außer sich starrte er auf die lächelnde Frau. ‚Was habe ich da getrunken, Madame? Das ist einfach unglaublich!’ Madame Babèrre spielte mit dem Griff ihrer Tasche. ‚Dies, Monsieur, ist die Hilfe, die ich Ihnen angedeihen lassen kann.’ Liszt war noch immer außer sich. ‚Ich vermag Passagen zu spielen, Akkorde zu greifen, wie nie zuvor. Wie geht das?’“

Puder auf Charaktermasken: Isaac Albéniz’ Oper „Merlin“ am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier

11.10.11 (Georg Beck) -
Dass große weltgeschichtliche Tatsachen und Personen sich immer zweimal ereignen, das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce, ist zwar eine ältere, aber noch immer durchaus treffende Philosophen-Einsicht, von der wir jetzt, vor dem Hintergrund dieser Erfahrung sagen können: Sicher gilt sie nicht nur für die hehre Weltgeschichte, sondern auch für die der Oper im allgemeinen, für die jüngste Produktion am MIR, am Gelsenkirchner Musiktheater im Revier im besonderen.

Buddhismus als Ausweg

06.10.11 (Georg Beck) -
Mit einem Bekenntnis geht diese Intendanz zu Ende. Isoldes „Liebestod“ nicht in den Armen Brangänes über dem Leichnam Tristans, vielmehr stehend, außerhalb der Spielfläche, vor dem Publikum, über dem Orchester. Als hätte Willy Decker sein religions-(nicht kirchen-)affines Triennale-Konzept der „Urmomente“, dessen dritter und letzter Durchlauf mit der „Suche nach dem Jetzt“ nun abgeschlossen ist, auf diesen einen Moment ausgerichtet. Fürs Wollen der zurückliegenden Jahre, für Anspruch und Vision noch einmal ein Bild bringen. Eins, das ganz ihm gehört. Und eins, das die Grenze markiert, an der sich Theater und Leben berühren.
Inhalt abgleichen