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Alle Artikel kategorisiert unter »Achim Heidenreich«

Kürten wie Kassel: Die neue Ökonomie von Musiktagen

15.12.10 (Achim Heidenreich) -
Musikfeste sind touristisch attraktiv und somit ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor - wenn sie gut laufen. Zuweilen muss Musik die Wirtschaft sogar ersetzen. In den mittlerweile auch nicht mehr ganz so neuen Bundesländern manchmal flächendeckend: Zwischen Nussknacker- und Flunderland findet Kultur ganz konkret durchökonomisiert statt.

Akkordernte mit Tontrauben

05.09.08 (Achim Heidenreich) -
Toscanini aus dem Off: Die Internationalen Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt gingen mit einem kontrastreichen und auch kurzweiligen Konzert mit dem hr-Sinfonieorchester unter der entspannt wirkenden, souveränen Leitung von Lucas Vis in ihre vierundvierzigste Auflage.

Befruchtend

01.04.08 (Achim Heidenreich) -

Viele Komponisten Neuer Musik sind bestrebt, den strengen Bezirk avantgardistischer Klangerfindungen zu verlassen, ihrem Komponieren neue Energien und Fantasien aus „anderen Musiksprachen“ zuzuführen. Die Namen von Louis Andriessen und Heiner Goebbels seien stellvertretend als Beispiele genannt.

Fein zermahlene Musik aus einem Klangbergwerk

01.12.07 (Achim Heidenreich) -

Für den Komponisten Erkki-Sven Tüür, Jahrgang 1959, war die westliche Avantgarde, inklusive dem progressiven Rock der siebziger Jahre, während der sowjetischen Besatzungszeit Lichtjahre weit weg. Während wir uns im Westen nach dem Motto „Sage mir, was du hörst, und ich sage dir, wer du bist“ während der siebziger Jahre im altrömischen Stil und dennoch rhetorisch wacker sowie ideologisch linientreu durchschlugen und aus dem Angebot „progressiver“ Musik von heute und damals nur auszuwählen brauchten, war man unter Hammer und Sichel schon fast ein Dissident, wenn das vermeintlich Falsche auf dem Plattenteller lag, falls man überhaupt an die begehrten Scheiben kam.

Stars in der Manege am Böllenfalltor

01.09.06 (Achim Heidenreich) -

Avantgarde muss keine Turnhallen füllen. Täte sie es, wäre sie keine Avantgarde. Aber es gibt Ausnahmen von dieser Regel. Bei den Donaueschinger Musiktagen und den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, die alle zwei Jahre stattfinden, den beiden renommiertesten deutschen Institutionen für zeitgenössische Musik, sind die Turnhallen sehr gut gefüllt, wenn zwischen klanglicher Schönheit in neuem Gewand und der Verweigerung von Gewohnheit fließend oder abrupt vermittelt wird. So auch beim Eröffnungskonzert der mittlerweile 43. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in der schmucklosen, aber sehr zweckdienlichen Sporthalle am Böllenfalltor.

Das Orchester als Familienaufstellung

01.07.06 (Achim Heidenreich) -
„Die Geschichte des Orchesters ähnelt einer alten Familienchronik, oder genauer gesagt, sie berichtet von der Rivalität vieler alter Familien, die sich schließlich zusammentun, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen und zu geordneten Verhältnissen im Staat zu kommen.“
Die vom Musikkritiker und Musiksoziologen Paul Bekker, während der Weimarer Zeit bei der Frankfurter Zeitung tätig und „Erfinder“ des Begriffs Neue Musik, für sein auf Englisch im Exil geschriebenes Buch „Das Orchester“ verfasste Einleitung traf auf die gewissermaßen geniestreichhafte Dramaturgie des letzten Konzerts in der Reihe Forum Neue Musik des Hessischen Rundfunks im einfachen, im doppelten und im übertragenen Sinn zu: Futter für Herz und Hirn, Gefühl und Verstand – nach Kant die beiden Vernunftkomponenten im Lichte der Aufklärung.

Brückenschlag zwischen Avantgarde-Profis und interessierten Laien: Frühjahrstagung für Neue Musik in Darmstadt

01.06.06 (Achim Heidenreich) -

Gegenwart ist immer Plural und Monokausalitäten gibt es nicht. Jeden Tag auf’s Neue aufzustehen und sich zu sagen: Ja, ich decke den Widerspruch auf, ja, ich stelle mich der Vielfalt der Eindrücke und Interpretationsmöglichkeiten, stelle auch die Bedingungen meines Erkenntnisinteresses in Frage, fange wieder bei Null an, nämlich möglichst vorurteilsfrei und blicke am Abend auf mein Häuflein Ungewissheit, ist, allzu menschlich betrachtet, ein hartes Brot, weit weg von jeder Wards-Zufrieden-Gemütlichkeit. Genau zu jenem aber, zu diesem harten Brot, muss zeitgenössische Kunst gehen, will sie nicht als belanglos summende Eintagsfliege von einem auch nicht belangt werden wollenden Publikum die Klatsche bekommen. Beifall von der falschen Seite hieß das einmal zu Adorno-Seligs Zeiten.

Die Alte Oper Frankfurt huldigt dem Komponisten Helmut Lachenmann mit Konzerten und einem Symposium

01.11.05 (Achim Heidenreich) -

Die Alte Oper Frankfurt hatte ihr „Auf-takt“-Festival 2005 dem Komponisten Helmut Lachenmann gewidmet. Für das im Mittelpunkt des Festivals stehende Porträt des Komponisten hatte Hans-Klaus Jungheinrich für das mittlerweile zur Tradition gewordene Symposium ausgewiesene Kenner der zeitgenössischen Musik eingeladen. In Referaten und Diskussionsbeiträgen wurden neue und klar formulierte Aspekte des Schaffens von Helmut Lachenmann im Deutungsringen um sein Werk zur Sprache gebracht.

Deutsche Erstaufführung von Georg Friedrich Haas’ Kammeroper „Nacht“ in Frankfurt

01.07.05 (Achim Heidenreich) -

Sehr helles, weißes Licht; grünes, kaminrotes, blaues Licht; blaugrünes, gelbes, weißliches und diffuses Licht; schließlich dunkelblaues, stahlblaues und ultramarines Licht: Die Illumination ist in Georg Friedrich Haas’ Kammeroper „Nacht“ nach selbst bearbeiteten Texten von Friedrich Hölderlin jederzeit mehr als nur eine Erhellung der spärlich ausstaffierten Szene (Rosalie).

Zwei Künstler wie aus einem Guss

01.05.05 (Achim Heidenreich) -

Bei einem Doppelportrait-Konzert mit Werken Isabel Mundrys und ihres Lebenspartners Brice Pauset in der Wiesbadener musik-theater-werkstatt des Hessischen Staatstheaters hat man sich erneut davon überzeugen können, welch große europäische Komponistin die gebürtige Hessin ist.

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