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Alle Artikel kategorisiert unter »Andreas Hauff«

Im Heute angekommen: Kurt Weills „Lady in the Dark“ an der Staatsoper Hannover

10.12.11 (Andreas Hauff) -
Wie ein Phantom geisterte Kurt Weills Musical „Lady in the Dark“ durch die Diskussion um den Komponisten. Der Weill-Kenner David Drew sah 1975 hinter dem „unheimlich gefärbten Zerrspiegel“ von „Lady in the Dark“ einen selbstzerstörerischen Verdrängungsmechanismus am Werk. Überprüfen konnte man das in Deutschland kaum. Das Stück kam hier in 60 Jahren gerade zweimal auf die Bühne. Nun aber steht es – aller guten Dinge sind drei – in Hannover auf dem Opernspielplan.

Träume aus Glas. Hundert Jahre nach der Uraufführung erfährt Franz Lehárs Operette „Eva“ am Staatstheater Mainz eine eindrucksvolle Wiederentdeckung

22.11.11 (Andreas Hauff) -
Knapp 100 Jahre nach der Wiener Uraufführung hat das Staatstheater Mainz Franz Lehárs Operette „Eva“ wieder ausgegraben – und beweist, dass es bei Lehár jenseits von „Lustiger Witwe“ und „Land des Lächelns“ noch etwas zu entdecken gibt. Der Eindruck eines erschrockenen Uraufführungsrezensenten, hier werde dem Publikum „die soziale Frage im Dreivierteltakt vorgesetzt“, lässt sich allerdings kaum nachvollziehen. Viel eher zeigt „Eva“ in Cordula Däupers Inszenierung, wie ein Operetten-Traum funktioniert

Vor sich hinwerkeln reicht nicht mehr

31.10.11 (Andreas Hauff) -
Ein letztes Mal tagte der Arbeitskreis für Schulmusik (AfS) bei seinem Bundes­kongress vom 22. bis 25. September in Lübeck unter sich. Die nächste Tagung, den „Bundeskongress Musikunterricht 2012“ wird er gemeinsam mit seinem früheren Konkurrenten und jetzigen Partnerverband, dem Verband deutscher Schulmusiker (VdS), bestreiten.

Zehn Jahre Generalmusikdirektorin in Mainz: Catherine Rückwardt nimmt Abschied

28.09.11 (Andreas Hauff) -
10 Jahre war Catherine Rückwardt Generalmusikdirektorin in Mainz – als eine der bislang ganz wenigen Frauen in einer solchen Chefposition. Ihr letztes Sinfoniekonzert war Anlass, im Gespräch Bilanz zu ziehen.

Ein Rückblick auf das Rheingau-Musikfestival

07.09.11 (Andreas Hauff) -
Wenn auf Schloss Johannisberg sich das gastgebende Weingut mit einem Gustav-Mahler-Zitat präsentiert, scheint Mahler – 100 Jahre nach seinem Tod - beim Publikum angekommen zu sein. Auch sonst zeigten sich die Besucher des Rheingau-Musik-Festivals aufgeschlossen für musikalische Herausforderungen. Die Frage nach der „Bewahrung des Feuers“ bleibt indessen aktuell.

Solistinnen. Anne-Sophie Mutter und Alisa Weilerstein beim Rheingau-Musik-Festival

02.09.11 (Andreas Hauff) -
Was ist ein klassisches Konzertprogramm ohne Solokonzert? Deutlich weniger populär. Die sportliche (oder ehr unsportliche) Konstellation „Einer gegen den Rest“ rührt an menschliche Ur-Erfahrungen, und der Solist oder die Solistin wird dabei schnell zur Identifikationsfigur. Mit der Geigerin Anne-Sophie Mutter und der Cellistin Alisa Weilerstein präsentierten sich beim Rheingau-Musik-Festival zwei sehr unterschiedliche Typen von Solistinnen.

Unerbittlicher Sog: Carl Theodor Dreyers Stummfilm „Die Gezeichneten“ von 1922 mit Live-Musik von Bernd Thewes

03.07.11 (Andreas Hauff) -
1922 drehte der große, heute fast vergessene dänische Filmregisseur Carl Theodor Dreyer in Berlin den Stummfilm „Die Gezeichneten“. 2007 gelang es dem Dänischen Filminstitut, den verlorenen Streifen weitgehend zu rekonstruieren. 2009 wurde er in dieser Form vom Fernsehsender Arte ausgestrahlt – mit einer neu komponierten Begleitmusik des Mainzer Komponisten Bernd Thewes. Eine Live-Version dieser Musik zum Film wurde nun in Mainz in der Reihe „Avance“ uraufgeführt.

Frühjahr in Darmstadt

23.06.11 (Andreas Hauff) -
Es ist fast alles schon einmal da gewesen. Oder nicht? „Was ist die Kunst so seltsam und sonderbar! Hat sie denn nur für mich allein so geheimnisvolle Kraft und ist für alle anderen Menschen nur Belustigung der Sinne und angenehmer Zeitvertreib? Was ist sie denn wirklich und in der Tat, wenn sie für alle Menschen nichts ist und für mich allein nur etwas?“ Mit diesem Stoßseufzer ließ Wilhelm Heinrich Wackenroder in seinen 1797 erschienenen Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders den fiktiven Komponisten Joseph Berglinger die Entfremdung zwischen Künstler und Publikum beschreiben. 2011, auf der 65. Frühjahrstagung der Akademie für Neue Musik und Musikerziehung in Darmstadt, beklagt der Frankfurter Komponist Volker Staub die Isolation der Neuen Musik: 95 Prozent seiner Freunde und Bekannte könnten mit dieser Musik nichts anfangen, wenn er sie in ein Konzert einlade. „Wir trinken denselben Cappuccino, tragen dieselben Klamotten, aber in dem, was mir künstlerisch am wichtigsten ist, haben wir keine Schnittmenge.“

Die Türen sind geöffnet, ein Protagonist betritt die Bühne

03.04.11 (Andreas Hauff) -
Durchaus hintergründig ist das Logo des 19. Kurt-Weill-Festes zu verstehen: Eine Nickelbrille, wie der Komponist sie trug, wirft den Schatten des Brandenburger Tores. „Berlin im Licht“ lautet das diesjährige Motto, „Berlin im Licht“ hieß ein Song, den Weill im September 1928 für die gleichnamige Werbeveranstaltung der Berliner Gas- und Elektrizitätswerke schrieb, und „Berlin im Licht“ hieß Ende der 1980er-Jahre ein Programm des Ensemble Modern unter dem Wiener Dirigenten, Komponisten und Chansonier H.K. Gruber.

Hochlandbrand statt Götterdämmerung: Katharina Wagner entdeckt in d'Alberts „Tiefland“ ihren Urgroßvater

30.03.11 (Andreas Hauff) -
Vielleicht hat es erst die Skandale der letzten Jahre gebraucht, um offen zu sagen und zu zeigen, worum es in Eugen d’Alberts Oper „Tiefland“ letztlich geht: Um den sexuellen Missbrauch einer Abhängigen nämlich – und nicht um dumpfe, völkisch angewehte Klischees von moralisch gesundem Hochgebirge und sündiger Tiefebene, wie sie noch immer in den Opernführern und -rezensionen herumspuken. Katharina Wagner hat „Tiefland“ nun am Staatstheater Mainz inszeniert – und darin vor allem ihren Urgroßvater Richard Wagner gefunden.
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