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Alle Artikel kategorisiert unter »Anja Bossen«

Alles anders als früher, nur das Honorar nicht

29.04.12 (Anja Bossen) -
Das Berufsbild des Musikschullehrers hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Vorbei sind die Zeiten, als der Musikschullehrer gegen Mittag das Musikschulgebäude betrat, seinen auf den Unterricht abgestimmten und entsprechend ausgestatteten Raum aufsuchte, alle halbe oder Dreiviertelstunde die Tür öffnete und einen Schüler empfing, der schlimmstenfalls nicht geübt hatte.

Potemkinsche Dörfer musikalischer Bildung

06.03.12 (Anja Bossen) -
Vom 25. bis 27.2.2012 fand in Schwätzingen der Kongress „Die Optimierung der musikalischen Bildung nach dem Vorbild Grigori Alexandrowitsch Potemkins“ statt. Wir veröffentlichen an dieser Stelle die Eröffnungsrede des Sondergesandten der Bundesregierung für musikalische Bildung, K.T. Münchhauser.

Stille Nacht – ein Lied mit vier Tönen

06.12.11 (Anja Bossen) -
Lara-Sophie und ihr Bruder Per-Ole überraschen am Heiligen Abend Papa, Mama, Oma und Opa damit, dass sie ein Weihnachtslied auf der Geige vorspielen. Sie haben es im JeKi-Unterricht in der Schule geübt. Damit es auch gut klappt, hat die JeKi-Lehrerin Frau Schöngrupp schon nach den Osterferien angefangen, mit der JeKi-Gruppe zu üben. Es gab allerdings ein bisschen Zoff in der Gruppe, weil Kevin rumgezickt hat. Er fand es doof, ein Weihnachtslied einzuüben, weil seine Mama keine Weihnachtslieder mag.

Da haste kaum Töne

05.10.11 (Anja Bossen) -
Bereits vor anderthalb Jahren hatte der Film „Jedem Kind ein Instrument – Ein Jahr mit vier Tönen“ Premiere und wird immer noch vor allem dort gezeigt, wo JeKi eingeführt werden soll. Die Presse feierte den JeKi-Film von Oliver Rauch begeistert als Beweis für ein „Projekt mit Vorbildcharakter“ (Ruhr Nachrichten) und als „beglückend“ (Berliner Morgenpost). Lediglich der Pressevertreter der Berliner Zeitung scheint einen Blick dafür zu haben, was JeKi für diejenigen, die die eigentliche Arbeit tun, bedeutet, und spricht in der Filmkritik von einer „schweren und ernüchternden“ Arbeit der Lehrer.

Schluss mit versteinerten Verhältnissen

02.05.11 (Anja Bossen) -
Von den Kitas über die Grundschulen und kommunalen Musikschulen bis hin zu den Lehrbeauftragten an Musikhochschulen: Es werden überall auf den deregulierten und „flexibilisierten“ Arbeitsmärkten in der Bundesrepublik auch in Bereichen musikalischer Bildung die prekären und atypischen Beschäftigungsverhältnisse ausgeweitet.

Schluss mit dem Blick nach unten

01.03.11 (Anja Bossen) -
Künstler sind arm – nur dann sind sie wahre Künstler. Das romantische Bild von Spitzwegs „Armem Poeten“, der in seiner armseligen Kammer einen Regenschirm aufspannt, um sich vor dem Regen zu schützen, der durch das undichte Dach tropft, ist weithin bekannt. Auch Puccini zeichnet in seiner Oper „La Bohème“ die Armut der Künstler nach: Die künstlerisch tätigen Protagonisten, ein Maler, ein Musiker und ein Dichter, hausen ebenfalls in einer elenden Dachkammer und haben kein Geld zum Heizen und nichts zu essen. Diese Darstellung entspricht den realen Lebensverhältnissen vieler Künstler, Kunst- und Musiklehrer im 19. Jahrhundert, die sich mühsam mit Aufträgen und Privatstunden über Wasser hielten. Aufgrund der desolaten Lebensverhältnisse wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts innerhalb der verschiedenen Kunstsparten erste gewerkschaftliche Organisationen gegründet.

Dieser Weg wird kein leichter sein

29.09.10 (Anja Bossen) -
Die Musikpädagogik wird momentan wie keine andere pädagogische Disziplin dazu benutzt, gesellschaftliche Fehlentwicklungen zu reparieren und auszugleichen. Diese Instrumentalisierung ist nicht neu und hat sich immer wieder vor allem in den beiden Fragen „Erziehung zur Musik?“ oder „Erziehung durch Musik?“ niedergeschlagen, die zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich gewichtet wurden.

Jeki: Die Zweifel sind übermächtig

06.10.09 (Anja Bossen) -
Das seit dem Schuljahr 2005/2006 in NRW laufende Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ (Jeki) erfreut sich in der bildungspolitischen Landschaft mittlerweile großer Beliebtheit. Diesem Projekt liegt eine außerordentlich begrüßenswerte Idee zugrunde, jedem Kind unabhängig von seiner sozialen Herkunft und seinem ökonomischen Status den Zugang zu musikalischer Betätigung und damit zu kultureller Teilhabe zu ermöglichen.

Die Kultusminister verordnen Notstand

03.05.09 (Anja Bossen) -
Was – um alle Welt – hat man sich unter einem Schulfach „Ästhetische Bildung“ vorzustellen, zu dem Musik, Kunst und Sport künftig zusammengefasst werden sollen ( vorerst für die Grundschulen)? So jedenfalls haben es die Kultusminister auf ihrer letzten Konferenz beschlossen.

Spätkapitalistische Schlüsselkompetenzen

03.10.08 (Anja Bossen) -

„Mozart macht schlau“, „Musikalische Betätigung fördert Schlüsselkompetenzen“, „Musizieren verhindert Gewalt“ – so und ähnlich lautet der gängige Tenor in der musikalischen Bildungslandschaft. Die Bundesländer wetteifern geradezu darum, das Land mit einem flächendeckenden Netz von musikalischen Projekten zu überziehen, tatkräftig unterstützt von den Musikverbänden und Musikschulen.

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