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Alle Artikel kategorisiert unter »Christian Höppner«

Musikpolitik in der Verantwortung

09.12.09 (Christian Höppner) -
Die Umsetzung der UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Kulturellen Vielfalt, die Auswirkungen der Digitalisierung, Musikalische Bildung ein Leben lang und die Finanzierung des Musiklebens sind die aktuellen Themenkreise, für die sich der Deutsche Musikrat als zivilgesellschaftlich organisierter Dachverband des Musiklebens in Deutschland in der Mitverantwortung sieht. Der 2004 eingeleitete Paradigmenwechsel im Selbstverständnis der Musikratsarbeit hat mit der einstimmigen Verabschiedung des Grundsatzprogramms „Musikpolitik in der Verantwortung“ durch die Mitgliederversammlung 2009 eine zukunftsweisende Bestätigung erfahren.

Jeder Tag ein Tag der Musik?

08.07.09 (Christian Höppner) -
Wozu denn noch ein Thementag? Gibt es nicht schon genug Gedenk- und Feiertage? Nach dem Valentinstag, Muttertag, Tag der Arbeit und vielen Tagen mehr nun auch noch ein Tag der Musik, der noch nicht einmal arbeitsfrei ist? Leben wir denn nicht sowieso schon in einem multimedial überfluteten Geräuschoverkill, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr?

Das Gefühl zu haben, immer besser zu werden

01.04.07 (Christian Höppner) -

Der alte Herr lugte zur Tür hinein, beinahe entschuldigend für die „Störung“, um nach einem Rat zu fragen. Worum es ging, stellte sich nach etlichen einkreisenden Schleifen heraus: er erwäge mit seinen 87 Jahren Geigenunterricht zu nehmen, weil seine Enkel mit ihm Streichquartett spielen wollten. In dem Spannungsfeld von „Dafür bin ich doch viel zu alt“ – und „wäre ja ein Traum, mit meinen Enkeln gemeinsam zu musizieren“ entspann sich ein wunderschöner Dialog, an dessen Ende eine Geigenlehrerempfehlung stand. Nach einem halben Jahr stürmten drei temperamentvolle Kinder mit ihrem Großvater in mein Musikschulleiterbüro und musizierten ein Streichquartett von Haydn. Sicherlich eine besonders günstige Konstellation mit instrumentalen Vorerfahrungen aus früher Jugend – aber beileibe kein Einzelfall.

Guter Musik-Rat muss richtig teuer sein

01.10.06 (Christian Höppner) -

In der guten alten Zeit, als es noch Könige gab, da gab es auch Hofnarren. Der Hofnarr hatte eine Sonderstellung, weil er sich qua „Amt“ vieles an kritischer Schelmerei erlauben konnte, was der Hofstaat und vor allem seine Berater sich nicht erlauben konnten, wenn sie nicht ihre Position oder gar ihr Leben verlieren wollten. Auch heute gibt es noch Hofnarren, obwohl sie sich im Allgemeinen besser tarnen und sie die Funktion, Hinweis und Ratschlag zu geben, verloren haben. Dafür gibt es andere Formen des Ratschlags für die Regierenden, wie Beiräte, Expertenkommissionen, Beratungsfirmen und vieles mehr.

Multikulti gibt es nicht, aber kulturelle Vielfalt

01.10.05 (Christian Höppner) -

„Habt ihr auch ein paar afrikanische Trommelgruppen dabei?“, fragte mich ein Dozent einer deutschen Musikhochschule, denn Afrika sei doch so „in“. Mit seiner Frage bezieht er sich auf die bevorstehende Tagung des Deutschen Musikrates am 4. und 5. November 2005 in Berlin unter dem Titel „Musikland Deutschland – Wie viel kulturellen Dialog wollen wir?“. Auf meine Nachfrage, was er denn von dieser Tagung erwarte, formulierte er vor allem seinen Wunsch nach ganz viel Musik, möglichst in der Vermischung unterschiedlicher Ethnien, denn „wir sind doch eine Welt“.

Musik kennt keine Grenzen – oder etwa doch?

01.09.05 (Christian Höppner) -

Die Diskussionen zum Themenkreis kultureller Identitäten und dem damit verbundenen Verhältnis zu den Mitbürgerinnen und Mitbürgern nichtdeutscher Herkunft lassen Zweifel an obiger Aussage aufkommen. Das Reizwort der Parallelgesellschaften hat Ängste aufgedeckt und geschürt, die zu oft den Blick auf Ursache und Wirkung verstellen. Die Faktenlage – auch im Hinblick auf die zwingende Notwendigkeit einer qualifizierten Zuwanderung – ist hinreichend beschrieben. Die Frage, welche Chancen sich aus diesem Reichtum kultureller Vielfalt ergeben, bleibt hingegen bisher weitgehend unbeantwortet – für unser Kulturleben und damit auch für den Standort Deutschland.

Musik bewegt und sie braucht viel Platz

01.07.03 (Christian Höppner) -

Bundespräsident Johannes Rau will mit dem Projekttag „Kinder und Musik“ am 9. September in Berlin den Startschuss für ein breites gesellschaftliches Engagement für musisch-kulturelle Jugendbildung setzen. Am Montag, den 8. September, wird der Deutsche Musikrat unter Bezug auf diesen Projekttag den Kongress „Musik bewegt“ in Berlin veranstalten. Zur aktuellen musikpolitischen Situation im Vorfeld dieser Veranstaltungen nimmt Vizemusikratspräsident Christian Höppner Stellung.

Eine europäische Metropole - zwei Musikhochschulen

01.02.03 (Christian Höppner) -

Der heimliche Kultur-, Wissenschafts-, Bildungs- und-und-und –senator Sarrazin, hauptberuflich Berliner Finanzsenator, träumt von einer Hochschule, die vor allem möglichst wenig Steuergelder in Anspruch nimmt. Wer ohne nennenswerte gesellschaftliche Gegenreaktion die Position vertreten kann, dass eine Oper für die Hauptstadt reichen müsse, dem liegt die „Vision“ einer Musikhochschule, frei nach dem Motto „Aus zwei mach eins“, auf der Zungenspitze. Der Einstieg für dieses Szenario könnten die Verhandlungen für die Erneuerung der Hochschulverträge, die Ende 2005 auslaufen, sein. Sarrazin fordert eine 20% Absenkung bei den finanziellen Zuweisungen, was die Hochschulen in ihrem Profil bis zur Unkenntlichkeit deformieren würde und somit einer Konzentrationsdebatte Vorschub leisten könnte.

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