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Eine Wochenration Rihm: das 7. „Brücken“-Festival für Neue Musik in Rostock
Im Mittelpunkt: Friedhelm Döhl – das „Brücken“-Festival für Neue Musik in Rostock
Kräftige Blinklichter im Nordosten
Musik als befreite Wahrnehmungskunst
Nomen est omen! Nicht von ungefähr hat die Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) ihr Festival für Neue Musik so sinnbildhaft wie praxisorientiert „Brücken“ genannt. Es geht ihr um Zugangsmöglichkeiten zur Tonkunst unserer Zeitgenossen, und das gleichermaßen für Zuhörer wie Interpreten. Stolz ist man deshalb hier sowohl auf einen im Lehrplan für jeden Studierenden (!) als Pflichtfach verankerten Grundkurs zur Neuen Musik als auch auf jene Initiative, die als „Brücken“-Festival für Neue Musik in Mecklenburg-Vorpommern nun schon seit Jahren an dieser Einrichtung etabliert ist.
Pionierarbeit für zeitgenössische Musik in Mecklenburg-Vorpommern
Neue Musik! Noch immer stößt sie auf Gleichgültigkeit, Ablehnung oder zumindest tief verwurzelte Skepsis. Komponisten, Interpreten und der Kreis ihrer Anhänger müssen im Übrigen noch immer mit einer Musikpraxis leben, die sie weitgehend in Reservate spezieller Veranstaltungs- und Darbietungsfor-men verbannt – was andererseits natürlich auch Chancen einer kompakten und öffentlichkeitswirksam zielgerichteten Vermittlung bietet.
Gelungener Brückenschlag
Es irrt, wer Mecklenburg-Vorpommern für lediglich touristisch attraktiv hält. Schon lange ist das Land zwischen Müritz, Oder und Ostsee auch ein Mekka für diejenigen, die im Ambiente allerdings wirklich einmalig schöner Landschaft Musik in höchster Qualität und Reichhaltigkeit erleben möchten. Spezifik und Repräsentanz der Angebote lassen dabei kaum an die Probleme territorialer Randlage denken, an dünne Besiedlung und wirtschaftliche Schwäche eines weitläufigen Flächenlandes. Es sind dies allerdings Fakten, die spätestens dann gewichtig werden, wenn es um Neue Musik geht. Natürlich hat auch sie hier eine Basis; die aber ist schmal, wenngleich nicht ohne solide Perspektive. Sie bezieht sich auf recht bescheidene Anteile im Rahmen der allgemeinen Konzert- und Theaterpraxis, hat aber im Hinblick auf nun längerfristige Projekte der Zusammenarbeit von Komponistenverband, Philharmonischen Orchestern, der Hochschule für Musik und Theater Rostock, Spezialensembles für Neue Musik, musikalischen Laienverbänden, Musikschulen und Schulen deutlich an Profil gewonnen. Peter Manfred Wolf, Professor für Komposition und Musiktheorie an der Rostocker Hochschule sowie überaus engagierter Vorsitzender des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Komponistenverbandes, hat wohl dennoch nicht geringe Risikobereitschaft bewiesen, als er den nächsten Schritt wagte und gemeinsam mit dem Musikverein Mecklenburg-Vorpommern erstmals ein mehrtägiges Festival für Neue Musik organisierte. Unter dem Titel „Brücken“ fand es vom 2. bis 6. November 2004 in Schwerin und Rostock statt und wurde – es sei vorweggenommen – ein voller, ermutigender Erfolg.

