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Alle Artikel kategorisiert unter »Elisabeth Richter«

Vom Ende der Unschuld

04.06.13 (Elisabeth Richter) -
„Christentum bedeutet Entscheidung“ sagte der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer schon 1925, mit nur 19 Jahren. Als Hitler 1933 an die Macht kam, war Bonhoeffer einer der wenigen, der erkannte, was vor sich ging, der den Mut hatte, öffentlich Warnungen auszusprechen („Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen.“ 1935). Seinen Mut bezahlte Bonhoeffer zunächst mit Rede-, dann mit Schreibverbot, dann mit einer zweijährigen Haft, und zuletzt mit dem Tod nur wenige Wochen vor Kriegsende 1945. Motive und Gedanken aus Bonhoeffers Leben, seine aufrechte Haltung in der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte sind thematisch in die Oper „Vom Ende der Unschuld“ (Musik: Stephan Peiffer, Libretto: Theresita Colloredo/David Gravenhorst) mit eingeflossen. Im Rahmen des 34. Evangelischen Kirchentages wurde die Oper in der Hamburger Kampnagel-Fabrik uraufgeführt.

Geistlicher Dialog – mit oder ohne Pergolesi: René Jacobs hat das Oratorium „Sieben Worte Jesu“ eingespielt

01.03.13 (Elisabeth Richter) -
Seit langer Zeit weiß man um die Existenz des Giovanni Battista Pergolesi zugeschriebenen Oratoriums „Septem verba a Cristo“ (Sieben Worte Jesu). Doch erst jetzt, durch eine kritische Notenausgabe bei Breitkopf & Härtel und eine Einspielung unter der Leitung von René Jacobs, kommt die Qualität des Werkes ans Tageslicht. Elisabeth Richter hat die soeben erschienene CD gehört und mit René Jacobs gesprochen.

Mut zum breiten Spektrum: Die 55. Ausgabe des Warschauer Herbstes stand unter dem Motto „... mit einer Stimme“

08.10.12 (Elisabeth Richter) -
Dunkelheit. Ein Sprecher. Inspizienten-ähnliche Ansagen. Theatersituation in der ehemaligen Wodkafabrik Koneser, heute ein Kulturzentrum in Warschau. Dann hasten betriebsam die Musiker des „European workshop for contemporary music“ über die Bühne, außerdem Schüler einer Warschauer Schule, und Hunde sind auch dabei. „Vivarium - Reisen, Kochen, Zoo“ hat der aus Düsseldorf stammende Komponist Manos Tsangaris sein polymediales Musiktheaterstück genannt.

Verheißungsvoller Start des neuen Leitungsteams der Göttinger Händel-Festspiele

11.06.12 (Elisabeth Richter) -
Nach 20 Jahren Leitung hat der britische Cembalist und Dirigent Nicholas McGegan die Leitung der Händel-Festspiele Göttingen an seinen jüngeren, 44-jährigen Kollegen Laurence Cummings, ebenfalls Cembalist und Dirigent, abgegeben. Mit Spannung wurden die ersten Festspiele unter neuer Leitung erwartet. Auch ein neuer geschäftsführender Intendant ist im Amt: Tobias Wolff. Das Motto lautete in diesem Jahr „Liebe und Eifersucht“, das sich in vielen Konzerten wiederfand, nicht nur in der wenig bekannten und selten gespielten Oper Amadigi di Gaula (siehe nmz Online vom 20.5.2012).

Kontrollierte Emotionen. Sigrid T’Hooft inszeniert „Amadigi di Gaula“ bei den Göttinger Händel-Festspielen

20.05.12 (Elisabeth Richter) -
Obwohl die Händel-Festspiele Göttingen eines der ältesten Festivals Alter Musik überhaupt sind - hier wurden ab 1920 die ersten Händel-Opern wiederaufgeführt -, gibt es noch „Händel-Repertoire-Lücken“ zu schließen. Dazu zählt die am 25. Mai 1715 uraufgeführte Oper „Amadigi di Gaula”. In diesem Jahr wurde sie erstmals in Göttingen gespielt, in historischer Aufführungspraxis. Beim Orchester tut man dies schon lange in Göttingen, in der Regie in den vergangenen Jahren nur hin und wieder. Mit Sigrid T’Hooft als Regisseurin stellte sich eine der ausgewiesenen Expertinnen für barocken Tanz und barocke Gestik vor. Auch Dirigent Andrew Parrott gab in Göttingen sein Debüt.

Wie man einen Cellisten ehrt: Zum dritten Mal fand in Berlin der Grand Prix Emanuel Feuermann statt

30.11.10 (Elisabeth Richter) -
„Er war ein außergewöhnlicher Künstler und vermutlich ein noch außergewöhnlicherer Cellist. Er war technisch so fantastisch, so perfekt, was für die damalige Zeit nicht selbstverständlich war. Es ist tragisch, dass er nicht länger lebte, mit Sicherheit hätte er noch Größeres geleistet. Der Wettbewerb hier ist eine schöne Art, an ihn zu erinnern, an seinen Beitrag zum Cellospiel und letztlich zur Musik.“ Philipp Higham kommt aus Schottland, er ist 25 Jahre alt, beim dritten Grand Prix Emanuel Feuermann in Berlin wurde er zweiter Preisträger.

Alle Macht den „Keyboards“

02.11.10 (Elisabeth Richter) -
Es ist noch nicht allzu lange her, da scheute sich so mancher zeitgenössische Tonsetzer, an das Klavier – als sicher wichtigstes Instrument des 19. Jahrhunderts, mithin der Romantik also – auch nur zu denken. Und wenn, dann wurde eine jener frühesten und sogleich technisch komplexesten Erfindungen der Musikgeschichte auf ungewöhnliche Weise traktiert, meist zuvor präpariert, auf dass der vertraute Klang recht fremd anmutete oder erst gar nicht ertönte, wie zum Beispiel in „4.33“ von John Cage, wo für „vier Minuten und 33 Sekunden“ die Spielanweisung „tacet“ lautet.

Slawische Wurzeln und katholische Religion

29.09.10 (Elisabeth Richter) -
Dass Polen musikalisch weit mehr zu bieten hat als den zu seinem 200. Geburtstag viel geehrten Chopin, davon konnte man beim diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festival einen Eindruck bekommen. Polen war der Länderschwerpunkt gewidmet. Neben vielen Konzerten mit polnischer Musik und/oder polnischen Musikern – sensationell war etwa die konzertante Aufführung von Polens wichtigster romantischer Oper „Halka“ von Stanisław Moniuszko in Kiel –, wurde in verschiedenen Konzerten auch die lebendige Jazz-Szene vorgestellt, etwa mit dem Pianisten Leszek Mozdzer. Andere Konzerte streiften das Unterhaltungsmusik-Genre, zum Beispiel mit dem Motion Trio mit drei Akkordeons und pfiffigen Arrangements, oder mit der Warsaw Village Band mit einer Mischung aus Punk und traditioneller Musik, oder mit der Gruppe Kroke mit Klezmer aus Krakau.

Auf dem Weg zum Paradies: Der 35. „Cantiere Internationale d’Arte in Montepulciano“

20.08.10 (Elisabeth Richter) -
Die Mauern sind alt, sie gehören zu einem Konvent der „Padri Serviti“ aus dem 13. Jahrhundert. Einen Raum des Weingewölbes stellt die alteingesessene Winzer-Familie Gattavecchi für Veranstaltungen zur Verfügung. Ideal für kammermusikalische Präsentationen. Ideal für den Kontrast zwischen dem archaischen Ambiente und den innovativen Klängen, die zum Beispiel das Turiner „Duo Alterno“ – eine Sängerin, ein Pianist, Tiziana Scandaletti und Riccardo Piaccentini – beim Festival "Cantiere" in Montepulciano darbot.

Musik im Fernsehen der Zukunft - 6. Fernsehforum in Bremen

23.02.10 (Elisabeth Richter) -
„NEUES SEHEN UND HÖREN – Neue Musik in Film und Fernsehen“ – unter diesem Titel wird die 6. Ausgabe des Internationalen Fernsehforums für Musik „The Look of the Sound“ vom 10. bis 13. März in Bremen neben der Präsentation aktueller Musikfilme aus allen Bereichen der klassischen Musik, seinen thematischen Schwerpunkt auf die Darstellung der zeitgenössischen Musik legen.
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