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Weite Reisen in unbekannte Landschaften der Musik
08.02.12 (Gerhard Rohde) -
Die Rundfunksinfonieorchester unserer Sendeanstalten rücken offensichtlich immer stärker in den Blick der Rechnungshöfe und der hauseigenen Sparkommissare. Siehe dazu unseren Bericht auf der vorangehenden Seite. Die besten Argumente gegen drohende Fusionen oder Reduzierungen liefern dabei die Orchester selbst. Wer soll denn Hans Zenders komplexen und komplizierten Gesamtzyklus der „logos-fragmente“ kompetenter und bis ins Detail durchgearbeiteter aufführen als ein Rundfunksinfonieorches-ter, dem nicht nur die notwendige Probenzeit zur Verfügung steht, sondern durch langjährige Erfahrung mit moderner Musik auch das so genannte Know-how für die Umsetzung schwierigster Partituren.
Das seltsam bedrückte Schweigen der Klangkörper
08.02.12 (Gerhard Rohde) -
In den Musikabteilungen der Rundfunkhäuser trifft der Besucher gegenwärtig auf ein beredtes Schweigen. Nichts Genaues weiß jeder nicht. Und wenn jemand etwas wüsste, flüchtete er sich in Ahnungslosigkeit. Das Zuchtmittel der gestrengen Abmahnung wegen illoyalen Verhaltens der eigenen Anstalt gegenüber wirkt unverändert. Die Öffentlichkeit darf erst etwas erfahren, wenn Beschlüsse in Kraft getreten sind und nichts mehr zu ändern ist. Bis dahin ist jede Diskussion ausgeschlossen. Das verstehen die oberen Etagen der Funkanstalten dann vielleicht als praktizierte Demokratie, wobei sie meist vergessen, dass ihre Häuser nicht ihr Eigentum sind, sondern von den Gebühren der Hör-Bürger getragen werden. Zu diesen Bürgern zählen auch Journalisten, Musikkritiker im Besonderen, die glücklicherweise in der Lage sind, sich über ihre Medien öffentlich äußern zu können, ohne Abmahnungen seitens der Funkbosse zu riskieren.
Aus dem Wurzelwerk entspringen schönste Blüten
08.02.12 (Gerhard Rohde) -
Mit bemerkenswerter Stetigkeit hakt das Kuratorium des Ernst von Siemens Musikpreises die Liste alterswürdiger Komponisten und Interpreten ab, die den mit 200.000 Euro dotierten „Nobelpreis der Musik“ noch nicht erhalten haben. Diesmal war der österreichische Komponist und Dirigent Friedrich Cerha an der Reihe, der demnächst seinen 86. Geburtstag feiern kann (am 17. Februar 2012). Es wurde also irgendwie einmal auch Zeit mit der Auszeichnung, zumal Cerha schließlich zu den profiliertesten Komponisten der Neuen Musik zählt, der besonders in seinem Heimatland, dem unverändert bedeutenden Musikland Österreich, wichtige Schlachten für die Moderne geschlagen und gewonnen hat.
Das seltsam bedrückte Schweigen der Klangkörper: die allgemeine Sparwut scheint die Rundfunksinfonieorchester zu erreichen
28.01.12 (Gerhard Rohde) -
In den Musikabteilungen der Rundfunkhäuser trifft der Besucher gegenwärtig auf ein beredtes Schweigen. Nichts Genaues weiß jeder nicht. Und wenn jemand etwas wüsste, flüchtet er sich in Ahnungslosigkeit. Das Zuchtmittel der gestrengen Abmahnung wegen illoyalen Verhaltens der eigenen Anstalt gegenüber wirkt unverändert. Die Öffentlichkeit darf erst etwas erfahren, wenn Beschlüsse in Kraft getreten sind und nichts mehr zu ändern ist. Bis dahin ist jede Diskussion ausgeschlossen. Das verstehen die oberen Etagen der Funkanstalten dann vielleicht als praktizierte Demokratie, wobei sie meist vergessen, dass ihre Häuser nicht ihr Eigentum sind, sondern von den Gebühren der Hör-Bürger getragen werden. Zu diesen Bürgern zählen auch Journalisten, Musikkritiker im Besonderen, die glücklicherweise in der Lage sind, sich über ihre Medien öffentlich äußern zu können, ohne Abmahnungen seitens der Funkbosse zu riskieren. [Vorabveröff. aus nmz 2/2012]
Eine Alte Oper ist ein Neues Konzerthaus ist die Zukunft: Seit 1998 leitet Michael Hocks Frankfurts renommiertes Musikzentrum im früheren Opernhaus der Stadt
01.01.12 (Gerhard Rohde) -
Die Auguren prophezeien das Ende der abendländischen Musikkultur. Immer weniger Besucher in den klassischen Konzerten. Abonnements-Abende als Graues Meer: der Blick aus dem Rang ins Parkett, dazwischen immer häufiger leere Plätze. Jugend – wo bist du? Will denn niemand mehr Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Bruckner, Mahler hören? Von all denen, die danach komponierten, zu schweigen? Und: Stimmt das düstere Bild überhaupt?
Aus den Gebäuden der Erinnerung in die Zukunft
06.12.11 (Gerhard Rohde) -
Seit vier Jahren gibt es im beschaulichen Bad Reichenhall ein kleines, feines Musikfestspiel. Kein Festival, diese abgegriffene Klassifizierung wird heutzutage für alles Mögliche benutzt. Was Klaus Lauer nach dem Ende seiner unvergessenen Badenweiler Römerbad-Musiktage in Reichenhall wieder erstehen ließ, ist nicht mehr und nicht weniger als die sinnvolle Weiterführung seiner Römerbad-Dramaturgie: die so genannte „Neue Musik“ führt kein abgesondertes Einzeldasein, sie erscheint vielmehr als organische Weiterentwicklung der abendländischen Musikgeschichte, zu der als „Große Bs“ nicht nur Bach, Beethoven, Brahms und Bruckner zählen, sondern auch Bartók, Berg, Boulez, Britten, um es bei diesem Buchstaben zu belassen.
Schweigen, Kasteiungen, Ekstasen, Wahnsinn
06.12.11 (Gerhard Rohde) -
Seit 1986 gibt es im oberschwäbischen Weingarten Internationale Tage für Neue Musik. Die Idee dazu hatte eine einzige Person: die Pianistin Rita Jans. Allerdings fand sie alsbald Freunde, die sie tatkräftig unterstützten.
Angetreten zum Dienst an der neuesten Neuen Musik
31.10.11 (Gerhard Rohde) -
Sind die Donaueschinger Musiktage ein Festival? Oder gar Festspiele? Oder doch nur einfach und wahrheitsgemäß „Musiktage“, eine Mischung aus Laboratorium, Musikmesse und Arbeitstagung? Die Begriffe geisterten drei Tage lang durch Gesprächsrunden, Pressekonferenz, private Diskussionen, als ob es notwendig wäre, Donaueschingen zum Festspiel zu erheben, damit niemand auf den schnöden Gedanken verfiele, die schlichten „Musiktage“ (womöglich aus finanziellen Gründen) einfach einzustellen. An ein „Festspiel“ wagt man nicht so leicht Hand anzulegen – oder?
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