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Alle Artikel kategorisiert unter »Josef Oehrlein«
Alter Glanz, neue Substanz: Argentinien kommt zurück
Theo Brandmüllers Messiaen-Rallye durch die Orgellandschaft Südamerikas
Bei Nachrufen hilft keine Ausflucht
Die bessere Musikkritik ist der Nachruf. Die besten Musikkritiken, die Gerhard Rohde geschrieben hat, sind seine Nachrufe. Anders als die Kritik verschmäht der Nachruf beckmesserisches Nörgeln im Detail. Beim Abfassen des Nachrufs blättert vielmehr ein in sich ruhender Hans Sachs in der Stadt- und Weltchronik der Sänger-, Dirigenten- und Instrumentalistenkarrieren, erinnert sich an Sternstunden wie Debakel in Opernhäusern oder Konzertsälen und bilanziert mit ruhiger Hand ein Musikerleben.
Der Musiker als mahnendes Gewissen
Ein reizvoller Dualismus durchzieht Leben und Werk des Künstlers, nicht nur deshalb, weil ein ostpreußischer Freiherr und Geschäftsmann namens Halffter sich Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Spanien niederließ, eine Andalusierin heiratete und damit den Grundstein für eine der bedeutendsten Musikerdynastien Spaniens legte. Cristóbals Onkel Ernesto und Rodolfo, die beide Ende der achtziger Jahre starben, waren hoch geachtete Komponisten. Bei ihrem Neffen finden sich noch immer deutscher Perfektionsdrang und südspanische Sinnlichkeit nahezu unverfälscht nebeneinander; seine Musik ist eine immer wieder neu gewonnene Synthese aus Formsinn und sensitiver Ästhetik, aus der Lust an Strukturen und kraftvoller Entladung.

