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Alle Artikel kategorisiert unter »Karsten Blüthgen«
Von der Gläsernen Manufaktur in die Kammermusik-Idylle: zur Eröffnung des 18. Moritzburg Festivals
Ein Lobgesang, von Licht durchflutet
Es war ein wuchtig-konzentrierter, ein symbolträchtiger, ein heikler Anfang. Nach der Weihe der Dresdner Frauenkirche am 30. Oktober vergingen nur wenige Tage, bis die schillerndsten Gipfel der Kirchenmusik erobert waren: Bachs Hohe Messe in h-Moll, Beethovens Missa solemnis, das Verdi-Requiem. 1800 Plätze waren stets ausverkauft. Mit gesicherten Klassikern begann der Konzertbetrieb in der 1945 ausgebrannten, eingestürzten, nun wieder aufgebauten Rundkirche George Bährs, einem der bedeutendsten protestantischen Sakralbauten barocker Zeit.
Das Mozartjahr hat schon längst begonnen
„Hand und Fuß“ habe das Oktett, das sein fleißiger Schüler Mendelssohn Bartholdy soeben vorgelegt hatte, berichtete im November 1825 Zelter stolz seinem Freund Goethe. Den langen Lebensweg konnte Zelter kaum ahnen, die Liebe, die das Oktett Es-Dur für 4 Violinen, 2 Bratschen und 2 Violoncelli unvermindert empfängt. Natürlich ist die Karawane der Musikgeschichte weitergezogen und Mendelssohn Bartholdy heute kein Indiz, am Puls der Zeit zu fühlen. Doch der Tatendrang, den das Werk des jugendlichen Felix versprüht, der unverbrauchte Schöngeist, das Loten nach kammermusikalischen Grenzen – dies alles wirkt wie ein Jungbrunnen und entwickelt geradezu Symbolkraft für ein Ereignis wie das „Moritzburg Festival“.

