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Alle Artikel kategorisiert unter »Michael Jenne«

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Nachschlag 2012/02

08.02.12 (Michael Jenne) -
„Schwindsucht im Parkett – Die Zeit läuft“, betitelt der Deutsche Musik­rat Heft 4/11 seiner Zeitschrift MUSIKforum und Chefredakteur Christian Höppner fragt im editorial auf Seite 1: „Wer gewinnt den Wettlauf um den letzten Konzertbesucher?“ Bevor aber der ebenso gespannte wie besorgte Leser die durchaus gewichtigen Beiträge zum Thema erreicht, stößt er in den nachrichten (S. 4) auf einen Widerruf. Das Ergebnis des 9. Kulturbarometers des Zentrums für Kulturforschung in Kooperation mit der Deutschen Orches­tervereinigung (DOV) lautet nämlich: „Besucherrückgang gestoppt“! Eine Kehrtwende zeichne sich in der 2005 konstatierten Entwicklung rückläufiger Zuschauerzahlen ab, denn „in der Spielzeit 2010/2011 besuchten 44 Prozent der bundesweiten Bevölkerung mindestens eine Musiktheateraufführung beziehungsweise ein E-Musikkonzert“. Sechs Jahre zuvor waren es 42 Prozent.

Vielfarbig, kurzweilig, publikumsfreundlich: das IMPULS Festival 2011 in Sachsen-Anhalt

06.12.11 (Michael Jenne) -
Mehr als 60 Festivals für Neue Musik gibt es in Europa, gewiss fünfmal so viele wie im Rest der Welt. Zu den jüngsten zählt das IMPULS Festival für Neue Musik in Sachsen-Anhalt, das erst seit 2008 jährlich im November stattfindet, verteilt über das mitteldeutsche Bundesland und über drei bis vier Wochen. Muss das sein? Eine negative Antwort – etwa „nein, wir haben mehr als genug davon“ – ließe allerdings auf Unkenntnis dieses Festivals schließen. Damit es von vornherein klar ist: Ich bekenne mich als IMPULS-Fan und will auch gerne erklären, warum.

Weltmäßig - Die Berliner Philharmoniker in der Spielzeit 2011/12

30.06.11 (Michael Jenne) -
„Es gibt so viel Neues!“ So kündigte Sir Simon Rattle die kommende Spielzeit der Berliner Philharmoniker an – genauer: der „Stiftung Berliner Philharmoniker“, wobei die Programme des Orchesters selbst nurmehr weit weniger als die Hälfte des gesamten Angebots dieser Stiftung ausmachen. Blättert man die voluminöse Vorschau durch und lässt die bisweilen unsinnig pompösen Einführungen hinter sich (im Education-Programm „lernen auch Erwachsene die unvergleichliche Faszination der Musik kennen...“), so ist man jedoch mit einer wahrhaft universalen Vielfalt von Musikpräsenta­tion konfrontiert.

Betont jugendfreundlich: das IMPULS Festival für Neue Musik in Sachsen-Anhalt

23.11.10 (Michael Jenne) -
Die besondere Attraktivität des IMPULS Festivals ergibt sich – neben der kompositorischen Qualität einzelner Werke – aus der Dramaturgie, der wohlbedachten, geradezu liebevollen Zusammenfügung und lockeren Präsentation der Programme unter einer Gesamtkonzeption, die für Frische mehr als für Avantgarde steht und alles Dogmatische ebenso meidet wie den erhobenen Zeigefinger.

Was die Bibel über Musik erzählt, und umgekehrt

16.06.10 (Michael Jenne) -
Thomas Schipperges: Musik und Bibel. 111 Figuren und Motive, Themen und Texte. Bärenreiter Basiswissen, Kassel 2009. Band 1: Altes Testament, 146 S., Band 2: Neues Testament, 144 S., je­ € 12,95, ISBN 978-3-7618-1944-9, ISBN 978-3-7618-1945-6

Gewichtiges Kompendium

06.02.10 (Michael Jenne) -
Zunächst mag es verwundern – ein Konvolut von mehr als 500 Seiten zur Kulturpolitik eines Jahres? So viel Kulturpolitik hätte doch auffallen müssen! Tatsächlich handelt es sich bei diesem Band wie bei den acht Vorgängern etwa gleichen Umfangs um „Reader“, um jeweils thematisch fokussierte Lesebücher. Die Häufung der „Jubiläen“ im Jahre ’09 – „90 Jahre Weimarer Verfassung und Frauenwahlrecht, 70 Jahre Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen, 60 Jahre Grundgesetz und 20 Jahre Friedliche Revolution“ (Monika Griefahn) – bewog die Herausgeber, diesen Band unter das Thema „Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik“ zu stellen. Rechnet man den 120-seitigen Anhang von Kulturstatistik, kulturpolitischer Chronik (2008), Literatur und Adressen ab, so verteilen sich auf circa 350 Textseiten Beiträge von mehr als 50 Autoren aus Politik und Wissenschaft sowie aus kulturpolitischen Verbänden und Institutionen.

Herrschmidt nochmal!

01.02.10 (Michael Jenne) -
Warum? Warum um alles in der Welt dieser Wechsel nach 30 Jahren? Man hatte sich doch so daran gewöhnt: zu Silvester am Vorabend wahlweise „Dinner for One“ in der ARD, die Berliner Philharmoniker live im ZDF. Das versprach Niveau, wenigstens bis zu den Abendnachrichten. Und nun die Wende: die Philis haben mit dem Zweiten gebrochen, so erfuhr man, mit dem Ersten hört man besser, wurde uns suggeriert. Aber was steckte wirklich dahinter? Da platzte pompös-nachrichtlich die Bombe, wenige Tage vor dem TV-Event: Harald Schmidt werde die Berliner Philharmoniker künftig präsentieren und zum ersten Mal das Silvesterkonzert moderieren. Wieso das denn? Und wer braucht das, wollte man gerade zurückfragen, aber da passierte es bereits am 29. Dezember:

Sechs Orchester ignorieren die Warnzeichen

14.12.09 (Michael Jenne) -
Die insgesamt sechs Orchester des Landes, darunter zwei Kammerorchester in Wernigerode und Schönebeck, das weniger als knapp besetzte Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters in Halberstadt und Quedlinburg, zwei mittelgroße Sinfonieorchester in Magdeburg und Dessau sowie die Staatskapelle Halle können es sich nur selten leisten, neuere, gar neue Werke aufs Programm zu setzen; dagegen stehen den schmalen Etat sprengende Aufführungskosten und -gebühren, sperrige Besetzungen, die zu viele Aushilfen erfordern, und häufig zusätzliche Proben. Hinzu kommt die – teils vermeintliche, teils reale – Schwellenangst des Publikums, das doch lieber das Risiko der Begegnung mit dem Neuen, Ungehörten meidet. So erscheint bei der Programmplanung vieler Orchester oft genug ein Warnzeichen in roter Leuchtschrift: Keine Experimente!

Aber bitte mit Weiterleitung

31.05.09 (Michael Jenne) -
„Neben dem musikalischen Wettbewerb geht es bei ,Jugend musiziert‘ um die Begegnung musikbegeisterter Jugendlicher und um die Bewältigung einer besonderen künstlerischen Herausforderung. Die konzentrierte Arbeit mit dem Musikinstrument oder der Singstimme, die Auseinandersetzung mit Werken verschiedener Musikepochen oder das gemeinsame Erlebnis beim Musizieren im Ensemble bereichern alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und fördern ihre Entwicklung.“ (Aus der Ausschreibung der Wettbewerbe „Jugend musiziert“)
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