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Alle Artikel kategorisiert unter »Patrick Hahn«

Nachschlag 2011/11

31.10.11 (Patrick Hahn) -
Bei den diesjährigen Donaueschinger Musiktagen stellte die Gesellschaft für Neue Musik (GNM) die Frage „Neue Musik wozu?“. Die auf Donaueschinger Plätzen gehaltenen Plädoyers, Statements und Mini-Manifeste finden Sie in Kürze unter www.nmz.de. Hier eine Intervention von Patrick Hahn:

„Schlaflose Tierchen, wer hat euch geschickt“

01.07.11 (Patrick Hahn) -
Neue Opern: Uraufführungen – und dann ab in den ewigen Theaterfundus. So war es in der Vergangenheit. ­Leider. Jetzt scheint sich jedoch ein Wandel anzukündigen: Gleich drei ­Musikbühnen beschäftigten sich mit dem italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino. Das Nationaltheater Mannheim brachte die Uraufführung von „Superflumina“ (siehe folgende Kritik). Die Oper Frankfurt spielte Sciarrinos Erfolgsstück „Luci mie traditrici“ in ­einer die zentralen Figuren scharf zeichnenden Inszenierung von Chris­tian Pade, glänzend musiziert vom Frankfurter Opernorchester unter Erik Nielsen. Das Mainzer Staatstheater, von ­finanziellen Einsparungen bedrängt, bot eine hochrespektable Aufführung von Sciarrinos „Macbeth“ in der Inszenierung von Tatjana Gürbaca, musikalisch kompetent geleitet von Clemens Heil. Dreimal spannendes Musiktheater auf hohem Niveau, das der Oper insgesamt den Weg nach vorn weist.

Quittensud auf Blümchenkleid, Inzest im Schlosstheater

06.06.11 (Patrick Hahn) -
Mit der Uraufführung der Oper „Bluthaus“ von Georg Friedrich Haas auf ein Libretto von Händl Klaus wurden die Schwetzinger SWR Festspiele eröffnet. In der Koproduktion des SWR mit dem Theater Bonn betreten Schauspieler und Sänger die traumatischen Erinnerungsräume eines missbrauchten Mädchens.

„Schlaflose Tierchen, wer hat euch geschickt“ – Salvatore Sciarrinos neue Oper „Superflumina“ in Mannheim

21.05.11 (Patrick Hahn) -
Am Nationaltheater Mannheim hat am 20. Mai eine neue Oper von Salvatore Sciarrino Premiere gefeiert. Superflumina erzählt von der Einsamkeit einer obdachlosen Frau. "Wir müssen kulturelle Allesfresser sein und alle Kunstformen plündern, um unsere eigene Kunst voranzubringen." Sagte einmal Pierre Boulez. Sind auch die Verbindungslinien schmal zwischen dem französischen Mastermind und dem sizilianischen Feingeist, um den es an dieser Stelle gehen soll, schöpft Salvatore Sciarrino dennoch aus gleichem Antrieb.

Musikus und Himmelsmama

02.05.11 (Patrick Hahn) -
Karlheinz Stockhausens SONNTAG aus LICHT wurde von der Kölner Oper in Zusammenarbeit mit dem Ensemble musikFabrik uraufgeführt. In der Regie der spanischen Theatertruppe „La Fura dels Baus“ war der letzte Teil aus Karlheinz Stockhausens hypertrophem Opernzyklus über die sieben Tage der Woche erstmals szenisch zu erleben.

Quittensud auf Blümchenkleid – Inzest im Schlosstheater: Georg Friedrich Haas' „Bluthaus“ in Schwetzingen

30.04.11 (Patrick Hahn) -
Mit der Uraufführung der Oper „Bluthaus“ von Georg Friedrich Haas auf ein Libretto von Händl Klaus wurden die Schwetzinger SWR Festspiele eröffnet. In der Koproduktion des SWR mit dem Theater Bonn betreten Schauspieler und Sänger die traumatischen Erinnerungsräume eines missbrauchten Mädchens.

Musikus und Himmelsmama: Stockhausens SONNTAG aus LICHT als szenische Uraufführung in Köln

11.04.11 (Patrick Hahn) -
Am vergangenen Wochenende wurde Karlheinz Stockhausens SONNTAG aus LICHT von der Kölner Oper in Zusammenarbeit mit dem Ensemble musikFabrik uraufgeführt. In der Regie der spanischen Theatertruppe „La Fura dels Baus“ war der letzte Teil aus Karlheinz Stockhausens hypertrophem Opernzyklus über die sieben Tage der Woche an zwei Tagen erstmals szenisch zu erleben.

ESDS (Nachschlag)

30.01.11 (Patrick Hahn) -
„Nach diesem fantastischen Kulturhauptstadtjahr gibt es ein neues Bild vom Ruhrgebiet mit vielen Farben, aber auch ein neues Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl“, frohlockte Landesmutter Hannelore Kraft bei der Abschlussveranstaltung von Ruhr.2010 im vergangenen Dezember. Wie man dieses neue Selbstgefühl in Nordrhein-Westfalen am besten zum Ausdruck bringt, daran wird wohl noch gearbeitet. Die Kommunen ächzen aus dem letzten Loch, der Landeshaushalt wurde vom Verfassungsgericht kassiert – und dennoch lassen die jüngsten Nachrichten in Sachen Kulturförderung im bevölkerungsreichsten Bundesland hoffen: Die Landesregierung NRW reicht Strohhalme. Mit 4,5 Millionen Euro will Kulturministerin Ute Schäfer die kommunale Theaterlandschaft unterstützen, zusätzlich zu der bisherigen Förderung von 10 Millionen. Und auch das Versprechen, den „Wandel durch Kultur“ in der Ruhrmetropole nach dem turnusmäßigen Wechsel der Kulturhauptstadt weiter voranzutreiben, nimmt immerhin schon finanzielle Formen an: 2,4 Millionen Euro schießt der Regionalverband Ruhr zu, das Land verdoppelt diese Summe, wie Hannelore Kraft zum Abschluss der Kulturhauptstadt verlauten ließ. Noch weiß offenbar keiner so recht, was mit dem Geld genau geschieht, Ideen gäbe es zuhauf. Man darf bloß hoffen, dass es nicht allein mit der Neuauflage eines Autobahnpicknicks mit vollen Händen auf die Straße geworfen wird, und auch das Singfest „Day of Song“ schreit in vielen Ohren geradezu nach Fortsetzung.

Auf den Zug gekommen – die Neue Musik sucht mit sounding D das Mittendrin

08.10.10 (Patrick Hahn) -
Vom 25. August bis 12. September fuhr der sounding D-Zug durch Deutschland: Drei Waggons (und eine Lokomotive), beladen mit Klanginstallationen und Werbematerial des Netzwerks Neue Musik und der Bundeskulturstiftung. An sechzehn Stationen machte er Halt, begleitet von allerlei musikalischen Aktionen. nmz-Media hat den Zug die ganze Zeit über begleitet. Patrick Hahn, Jörg Lichtinger und Martin Hufner haben „in Echtzeit“ über die Fahrt mit dem sounding D-Zug im sounding-D-Blog berichtet. Patrick Hahn sichtet seine Eindrücke und die seiner Kollegen noch einmal.

Der Triumph des Minimalismus

06.07.10 (Patrick Hahn) -
Wer sich hierzulande abfällig über Massenveranstaltungen äußert, durfte bislang auf Beifall hoffen. Der Argwohn gegenüber der Masse ist in unserer Kultur tief verwurzelt. Gustave Le Bon, ein französischer Arzt, hat ihn im ausgehenden 19. Jahrhundert erstmals artikuliert. „Das Zeitalter, in das wir eintreten, wird in Wahrheit das Zeitalter der Massen sein“, orakelte er 1895. Er wähnte sich an der Schwelle zu einer neuen Epoche und erkannte die Massenkultur als Totengräber seiner Zivilisation. Massen wirken in seinen Augen „gleich jenen Mikroben, welche die Auflösung geschwächter Körper oder Leichen beschleunigen. Ist das Gebäude einer Kultur morsch geworden, so führen die Massen seinen Zusammenbruch herbei.“ Das 20. Jahrhundert schien seine These zu bestätigen.
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