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Alle Artikel kategorisiert unter »Stefan Pieper«
Erster Jazzpreis Ruhr für das Quartett Mark Brenken/Christian Kappe
11.12.11 (Stefan Pieper) -
Das Publikum war gefragt im Dortmunder Domicil, um die Rangfolge der Finalisten zu bestimmen. Und da es hier um keine Castingshow sondern den Ersten Jazzpreis Ruhr ging, war schon mal ein gemeinsames Merkmal gegeben: künstlerische Qualität – und die ist sattsam vorhanden bei den Musikern und Bands zwischen Essen, Dortmund, Bochum und co.
Re-Rite: Esa-Pekka Salonen beschert Strawinskys Sacre und dem Sinfonieorchester neue Innenansichten
14.11.11 (Stefan Pieper) -
„Conducting is DJing“ sagt Esa Pekka Salonen – komme es doch hier wie dort auf das Mischen von Klangfarben an. Spätabends, nach einer überwältigenden Aufführung von Igor Strawinskys „Sacre du Printemps“ durch das britische Philharmonia Orchestra, verarbeitet ein DJ einzelne Partikel aus dieser Musik in seinem Set. Und die Besucher der multimedialen Installation „Re-rite – Du bist das Orchester!“ können die Lautstärke der einzelnen Instrumentalstimmen an einem Mischpult selbst kontrollieren, und damit – zumindest symbolisch – die Geschicke eines großen Sinfonieorchesters lenken.
Wall of Sound: Nils Petter Molvaer mit neuem Trio bei den 18. Dortmunder Jazztagen
20.10.11 (Stefan Pieper) -
Runderneuert wirkt augenblicklich die Klangwelt des Nils Petter Molvaer. Die Affinität des norwegischen Trompeters zwischen Jazzer-Pose und elektronischer Tanzmusik machte Molvaer in den 90ern so berühmt. Jetzt ist er gleichberechtiger Part in einem kompromisslosen Rock-Trio.
Warten bis zur Selbstaufgabe: Toshio Hosokawas Kammeroper „Hanjo“ bei der Ruhrtriennale
07.10.11 (Stefan Pieper) -
„Alle Liebe ist schrecklich und da gibt es keine Regeln“ ist einer der dunklen Sätze, die in der Kammeroper „Hanjo“ auf eine Schattenwelt jenseits der großen Gefühle verweist. Und gerade einmal anderthalb Stunden benötigte dieses vom Japaner Toshio Hosokawa komponierte Bühnenstück, um Grenzerfahrungen von Verzweiflung, brennender Sehnsucht und Selbstaufgabe extrem zu verdichten – und mit so etwas eine der stärksten und zu recht stürmisch gefeierten Produktionen bei dieser Ruhrtriennale zu liefern.
Suche nach dem Jetzt - Technophobia mit Francesco Tristano bei der Ruhrtriennale
01.09.11 (Stefan Pieper) -
Während beim Techno seit der Gründerzeit die Revolution vor allem von den Maschinen ausging, erobern die Ingredienzen dieser Musikrichtung jetzt die Konzertsäle zurück. Der Detroiter DJ-Künstler Jeff Mills hatte hier gewissermaßen eine Pioniertat vollbracht, als er seine elektronisch generierten Tracks für großes Sinfonieorchester arrangierte und damit charismatisches Hörkino lieferte! (Jeff Mills: Blue Potential – live with Montpellier Philharmonic Orchestra, Tresor Records 2006)
Überwältigt sein an einem schönen Ort: Das Haldern Pop Festival kann Berge versetzen
16.08.11 (Stefan Pieper) -
„It's the most beautiful place we have played“ frohlockte die Sängerin Emily Kokal von der kalifornischen Post-New Wave-Band „Warpaint“. Gedankt wurde mit Spielfreude, die beim Haldern Pop-Festival immer wieder alle Berge versetzen kann. Denn die Musiker und Bands spüren hier eine teilnehmende Zuhörerschaft, repräsentiert doch das vergleichsweise kleine Festival am Niederrhein einen gewachsenen Kosmos, in dem sich so beispielhaft das Gepräge einer Landschaft mit aktuellster Popkultur verwoben findet. Und dies einzig und allein, weil sich im rechten Moment viele Menschen von einer Idee anstecken ließen und an der Sache drangeblieben sind.
Die Wuppertaler „Unerhört!“-Konzertreihe will mit dem Nimbus des Elitären aufräumen
18.07.11 (Stefan Pieper) -
Fast zeremonienhaft mutet es an, wie der Dresdener Posaunist Günter Heinz mit langem Bart und barfuß den Raum der Wuppertaler Sophienkirche durchschreitet und sich sogar phasenweise auf dem Kirchenboden hinlegt, während sein Partner, der Erlanger Orgelvirtuose Klaus Treuheit (naturgemäß) vom Spieltisch aus agiert. Konzert? Performance? Musik? Klangkunst? Auf jeden Fall findet in diesem Moment eine eigenwillige und auf ihre Art hochspannende Kommunikation statt! „Unerhört!“ nennt sich eine Konzertreihe, die seit 15 Jahren bestens im Musikleben der Stadt Wuppertal integriert ist.
Freundliche Blicke auf den Ursprung und viel energische Schönheit bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik
09.05.11 (Stefan Pieper) -
Wenn Friedrich Schiller von „energischer Schönheit“ spricht, appelliert er an einen emanzipatorischen Wagemut, mit der das ästhetisch Neue das Leben wandelt und gesellschaftliche Entwicklung hervorbringt. Den ungarischen Komponisten Peter Eötvös fasziniert an Schillers kunstheoretischem Manifest, „dass er gesellschaftliche Veränderungen von der Ästhetik her denkt und nicht aus wirtschaftlichen Zusammenhängen heraus.“ Gute Gedanken für ein Festival wie den Wittener Tagen für neue Kammermusik, das sich unermüdlich an der Weiterentwicklung von Ästhetiken abarbeitet und diese zu kommunizieren weiß.
Songs ohne Bilder, ohne Tanz und ohne Worte: René Aubry in der Essener Zeche Zollverein
13.03.11 (Stefan Pieper) -
„Es ist bereits 7 Jahre her, dass Pina Bausch zum ersten Mal Musik von mir eingesetzt hat. Dass sie nun im Wim Wenders Film präsent ist, macht mich ganz besonders glücklich. Ich habe das Gefühl, dass dadurch eine Verbindung zwischen unseren Welten entstanden ist. Und ich bin völlig überrascht, welche Bilder zu meinen Klängen entstanden sind. Sie hat ganz andere Bilder gefunden, als jene, die ich selber im Kopf hatte.“
„Soundtrips NRW“ bringt die Improvisationsszene(n) zusammen
08.02.11 (Stefan Pieper) -
Viele Städte haben ihre eigenen bemerkenswerten Szenen. Nicht alles dringt dabei nach außen. Man danke an Wuppertal, wo viele Pioniertaten in Sachen freier improvisierter Musik in Europa passierten. Noch heute halten hier ambitionierte Protagonisten dieses Erbe aufrecht. So liefert etwa die Peter-Kowald-Gesellschaft ein ständiges Programm mit maximaler kreativer Freiheit und internationalen Gästen. (www.kowald-ort.com) Gut so! Noch besser ist ein Networking, um die Leistungen der verschiedenen Städte und Szenen zu bündeln, transparenter zu machen und sie auf höherer Ebene ins Rampenlicht zu befördern. Und damit die Verbindung vom lokalen zum internationalen Format zu vollziehen.
