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Alle Artikel kategorisiert unter »Susanne Schmerda«

Archaische Begegnungen von Orient und Okzident: Paul Gigers „Pert Em Hru“, neu vertanzt bei den St. Galler Festspielen

07.07.11 (Susanne Schmerda) -
Raum, Klang, das Phänomen der Obertöne und eine Affinität zu „geistigen Welten“ und „seelischen Universen“ kennzeichnen das Schaffen des Schweizer Komponisten Paul Giger. Schon einmal, im Jahr 1988, konnte man ihn erleben, wie er eine Kathedrale mit den oszillierenden Obertonklängen seiner Geige erfüllte. Das war in Chartres, und 2007 folgte mit dem Stück „Pert Em Hru“ dann eine weitere Klangerkundung für die Kathedrale von St. Gallen. Wieder lotete Giger alle Facetten seines Instrumentes mit stupender technischer Brillanz aus, frappierte mit geschwinden Arpeggien, kreisenden Ostinatofiguren, in sich ruhenden und zugleich weit ausschwingenden Melodiebögen, mit wispernden höchsten Soprantönen und ätherischen Flageolettklängen, berückenden Harmonien und Mikrotönen - vor allem aber mit einer tiefen Innigkeit seines Spiels und einer wundersam berührenden Stille.

Musik, die den Menschen etwas angeht

31.03.11 (Susanne Schmerda) -
Musikalische Moden hat er nie mitgemacht, sondern unbeirrt zu seiner eigenen Klangsprache gefunden, die Emotionen zuließ und sogar Melodien und Dreiklänge. Und die sich auch in phantasievollen Musikgeschichten für Kinder niederschlug. Für diese mutige Abkehr von ideologischen Dogmen wurde der Bialas- und Orff-Schüler nicht nur spöttisch belächelt, sondern oftmals heftig angefeindet.

„Komponieren ist für mich wie der Herzschlag“: Zum 70. Geburtstag von Wilfried Hiller

15.03.11 (Susanne Schmerda) -
Rhythmus, Melos und die Liebe zum Theater leiten den Komponisten Wilfried Hiller, der am 15. März 1941 im schwäbischen Weißenhorn zur Welt kam und über hundert Werke für alle musikalische Gattungen geschaffen hat. Seine Bühnenfiguren und Fabelwesen sind jung und alt vertraut und bevölkern mittlerweile einen ganzen Kosmos:

Ein Glücksfall für die Praxis

01.09.09 (Susanne Schmerda) -
Wer bestimmte Konzertarien von Mozart kennenlernen und einstudieren wollte, etwa die frühen kleineren, musste bisher mühsame Nachforschungen und Wege in die Musikarchive auf sich nehmen. Dies ist nun vorbei, der editorischen Arbeit des Münchner Herausgebers Franz Beyer sei Dank. Seit 1999 erschienen bis zum Mozart-Jahr 2006 die Konzert-Arien für Sopran erstmals vollständig in einer dreibändigen Ausgabe für Gesang und Klavier sowie ein Band mit Konzertarien für Tenor und Klavier, nun legt Beyer für das tiefe Stimmfach eine Ausgabe mit neun Bass-Arien aus der letzten Schaffensphase nach.

Ein Schlagzeugkonzert als Klangstrom, le Sacre am See

03.10.08 (Susanne Schmerda) -

Zwölf junge Schlagzeuger, allesamt klassisch geschult, doch mit bisher wenig Improvisations-Erfahrung. Gemeinsam mit dem Schweizer Perkussionisten Fritz Hauser ist die im Sommer 2005 gegründete „LUCERNE FESTIVAL Percussion Group“ nun angetreten, dies zu ändern: In einer langen Probenwoche hat sie ihre Wahrnehmung sensibilisiert für den Gesamtklang eines Kollektivs und für das kreative Spiel des Gegenübers. Sie konnte ihre kommunikativen Fähigkeiten schulen und erleben, wie viel Miteinander und Individualität möglich sind.

Kleine Kosmen

01.03.08 (Susanne Schmerda) -

Joel Frederiksen: The Elfin Knight. Joel Frederiksen (Bass, Laute und Leitung), Ensemble Phoenix München. harmonia mundi France HMC 901983

Musik eines Vergessenen

01.06.07 (Susanne Schmerda) -

Denkmäler der Tonkunst in Bayern (Neue Folge), Bd. 19: Johann Kaspar Kerll – Delectus Sacrarum Cantionum (München 1669). Ed. Bettina Eichmanns, Breitkopf & Härtel SON 249, 117 Euro

Auf der Suche nach der Luft von anderen Planeten

01.11.06 (Susanne Schmerda) -

Am Anfang steht ein Dreiklang, bestehend aus zwei Gemälden und einer Musikkomposition: dem Gruppenbildnis mit Schönberg des Wiener Malers Richard Gerstl, Arnold Schönbergs im Autograph gezeigtem Zweiten Streichquartett op. 10 sowie Wassily Kandinskys Impression 3 (Konzert). Drei Werke zwischen Expressionismus und Abstraktion, Tonalität und Zwölftonmusik. Gerstls Gruppenbildnis von 1907, revolutionär in seiner Verschmelzung von Figürlichkeit und Konturauflösung, und Schönbergs Streichquartett von 1908 – ein Schlüsselwerk des Wiener Komponisten auf dem Weg zur Zwölftonmusik, das wiederum den Russen Kandinsky 1911 zu seiner epochalen Impression 3 und zur Weiterführung seiner abstrakten Malerei inspiriert hatte.

Vom Pionier der „Raummusik“

01.11.06 (Susanne Schmerda) -

Henry Brant: Music for Massed Flutes. The New York Flute Club
New World Records 80636-2

Wohltuend anders: „Klonk!“

01.07.05 (Susanne Schmerda) -

Ein wundersames Geburtstags-Spektakel hatte Markus Schmitt konzipiert und dazu fünf weitere Komponisten, die „Schlagwerker Augsburg“ (Stefan Blum, Leitung, Erina Goto und Thomas Hastreiter) und die Mezzosopranistin Cornelia Mélian eingeladen. Man wollte Spiel-Klassiker wie Topfschlagen, Eierlauf und Blinde Kuh in Musik verwandeln, herausgekommen ist ein Kinderkonzert der wohltuend anderen Art: ohne bemüht „kindgerechte“ Moderationen, anbiederndes Geschichtenerzählen und betuliche Späße.

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