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„Verträumt, verwirrt, begeistert“: Ein Festival über den Dialog mit dem Iran – die Hamburger Klangwerktage 2011
14.12.11 (Ute Schalz-Laurenze) -
In Bezug auf die Präsenz der zeitgenössischen Musik gibt es unterschiedlichen Regionen: solche, die eher reich sind wie Süddeutschland, besonders Freiburg, und solche, die eher eine Wüste sind wie die Millionenstadt Hamburg. An der Alster gibt es so gut wie überhaupt keine Neue Musik, zumindest nicht in den öffentlich subventionierten Institutionen. Aber die Stadt tut auch nichts für außerhalb stehende Initiativen – mehr als peinlich. Trotzdem lebt da so ein kleines Pflänzchen, das inzwischen ein bedeutender Baum geworden ist und wer den Besucherstrom der diesjährigen „Klangwerktage“ in der Fabrik Kampnagel zur Kenntnis nimmt, muss feststellen, dass es sogar einen Bedarf gibt.
„Das Material aushorchen“: der Komponist Jörg Birkenkötter im Gespräch
05.12.11 (Jörg Birkenkötter) -
Jörg Birkenkötter, nach der Emeritierung von Younghi Pagh-Paan der neue Professor für Komposition an der Hochschule für Künste, ist 1963 in Dortmund geboren. Seine Musik zeichnet sich aus durch eine kraftvolle Klangsinnlichkeit, gleichzeitig führt sie uns die Reflexion über das eigene Tun vor, wie er es wohl auch von seinen Lehrern Nicolaus A. Huber und Helmut Lachenmann gelernt hat. Der 48-Jährige ist mit der koreanischen Pianistin Hwa-Kyung Yim verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.
Aufbruch zu etwas Neuem
05.09.11 (Ute Schalz-Laurenze) -
Glückliches Freiburg, das über so viele Ensembles für Neue Musik verfügt wie kaum eine andere Stadt in Deutschland und schon mal gar nicht in Europa. 2010 konnte das international renommierte „Ensemble Recherche“ 25-jähriges Jubiläum feiern, nun winkt diesem Ensemble zusammen mit dem Freiburger Barockorchester ein eigenes Ensemblehaus, das Anfang 2012 fertig sein soll und weitgehend mit Spenden finanziert wurde.
Seit zwanzig Jahren „Aufbruch zu etwas Neuem“: Die Profectio-Initiative Freiburg festigt mit einem Jubiläumskonzert ihr Profil
28.07.11 (Ute Schalz-Laurenze) -
Glückliches Freiburg, das über so viele Ensembles für Neue Musik verfügt wie kaum eine andere Stadt in Deutschland und schon mal gar nicht in Europa. 2010 konnte das international renommierte „Ensemble Recherche“ 25-jähriges Jubiläum feiern, nun winkt diesem Ensemble zusammen mit dem Freiburger Barockorchester ein eigenes Ensemblehaus, das Anfang 2012 fertig sein soll und weitgehend mit Spenden finanziert wurde. Dann gibt es die Ensembles „Aventure“ und „SurPlus“, auch sie weltberühmt, und seit 2004 „Chronophonie“ mit seiner ganz besonderen Art der gesellschaftlichen Reflexion. Diese und viele weitere arbeiten trotz profilierender Schwerpunkte hauptsächlich auf dem interpretatorischen Sektor. Ein ganz anderes Profil strebt die Profectio-Initiative Freiburg an, die jetzt in der Elisabeth-Schneider-Stiftung ihr 20-jähriges Jubiläumskonzert präsentierte.
In meinen Tönen spreche ich
27.06.11 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die Erwartungen an solch eine Veröffentlichung sind groß: Was hat die Musik des 19. Jahrhunderts im Allgemeinen mit dem Frauenbild der Zeit zu tun und was im Besonderen die Musik des ausgewiesenen „Frauenfeindes“ Johannes Brahms? Das ist die generelle (Gender-)Forschungsfrage der zweiten Generation nach der verdienstvollen feministischen Biographieforschung durch die erste Generation. Die Musikwissenschaftlerin Annette Kreutziger-Herr: „Wenn im methodologischen Werkzeugkoffer von Historikerinnen und Historikern das Analyseinstrument ,Gender‘ fehlt, ist der Koffer im 21. Jahrhundert nicht vollständig gepackt.“
Schöner neuer Spektralklang
06.06.11 (Ute Schalz-Laurenze) -
Zweifellos ein Thema, sogar ein gutes: Im 23. Jahrhundert hat sich nach der Klimakatastrophe eine kleine Gruppe von Menschen auf die Insel Kryos gerettet und lebt unter strengen und vollkommen liebesfernen Technik- und Moralritualen – Konformität im Verhalten und Verwaltung von Geburt und Sterben binden die Menschen aneinander, die ihren sozialen Höhepunkt im sogenannten „Spektralklang“ erleben und feiern, der nach dem abgeschafften Gott auch das religiöse Symbol ist. Das meint den Klang, in dem alle und damit jede Stimme eine bedeutende Rolle spielen, sonst kommt der Klang nicht zustande. „Kryos“ ist das griechische Wort für „Eis“ und „Kälte“.
Die Abwahl der Götter: Mozarts „Idomeneo“ in einer Inszenierung von Kay Kuntze am Theater Bremen
30.03.11 (Ute Schalz-Laurenze) -
Was für eine Exposition! In wenigen Strichen legt Wolfgang Amadeus Mozart in seinem 1781 in München uraufgeführten „Idomeneo“ eine Welt der menschlichen Emotionen bloß, die von vornherein eine vordergründige Haupt- und Staatsaktion der in mythologischer Antike spielenden Geschichte vollkommen verlässt. Die von den Griechen gefangene trojanische Prinzesson Ilia liebt Idamante, den Sohn des Besetzerkönigs Idomeneo. Und der Regisseur Kay Kuntze interessiert sich nicht für die Aktualisierung der Geschichte selbst als vielmehr für die psychische Absolutheit der Gefühle – und wird damit natürlich extrem aktuell.
Viele Fragen zur Kommunikation von Musik im Bild beim 7. Festival „The Look of the Sound“ in Bremen
21.03.11 (Ute Schalz-Laurenze) -
Beim siebenten Festival „The Look of the Sound“ in Bremen waren wieder Filmemacher, Redakteure, Musiker und viele weitere Berufe zu Gast, die mit dem Produzieren, Machen und Vertreiben von Musikfilmen zu tun haben. Dabei geht es der künstlerischen Leiterin und Organisatorin Katrin Rabus nach wie vor nicht um Filme, die irgendwelche Sinfoniekonzerte oder Opernaufführungen mit ein paar Kameras live übertragen. Es geht in Zusammenarbeit mit den Sendern ARD, ZDF, DW und ARTE um die Frage, was für die Information und Vermittlung von Musik über das Bild und den Film im Fernsehen getan werden kann.
Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ in einer beispielhaften neuen Sicht am Theater Bremen
21.12.10 (Ute Schalz-Laurenze) -
Der Dirigent Florian Ziemen, der neue „erste koordinierte Kapellmeister“ am Bremer Theater, ist fest davon überzeugt, dass die Operette der zwanziger Jahre etwas ganz anderes war, als das Bild der süßlichen Operette, das sich im Nachkriegsdeutschland entwickelt hat und für das immer noch irgendwie Anneliese Rothenberger und Rudolf Schock stehen: zumindest inbezug auf Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ (1921).
