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Alle Artikel kategorisiert unter »Wolf-Dieter Peter«
Zu wenig dunkle Faszination: Reznicek-Ausgrabung und Schreckminuten im Theater Augsburg
05.05.12 (Wolf-Dieter Peter) -
Ergraute Stardirigenten liebäugeln mitunter damit, als finale Aura „am Pult zu sterben“. Schrecksekunden um Augsburgs nur rund 40jährigen Generalmusikdirektor Dirk Kaftan: Zusammenbruch im 3. Akt der Premiere „Ritter Blaubart“, Sturz vom Pult, Absterben der Musik, Vorhang. Schrecken auch im Zuschauerraum, dann relative Beruhigung durch Intendantin Juliane Votteler: Kaftan bei Bewusstsein, Theaterarzt bei ihm, Notarzt in Anfahrt. Banges Warten – schließlich Diagnose: Schwächeanfall aufgrund einer kursierenden Virus-Infektion zuhause in der Familie Kaftan, Übernahme durch den Assistenten Luigi Sgambaro. Zum Schlussapplaus kamen beide Arm in Arm auf die Bühne.
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Enderfolg nach schwierigem Beginn: Intendanzende, Bühnenfest und lange Renovierung am Münchner Gärtnerplatztheater
23.04.12 (Wolf-Dieter Peter) -
München ist nicht Augsburg – diese Einsicht musste Intendant Ulrich Peters ab Herbst 2007 schmerzlich erfahren. Er wurde vom damaligen Kulturminister gleichsam in Gutsherrenmanier - ohne das übliche Bewerberkarussell samt Findungskommission für so ein öffentliches Amt - als „die beste Lösung“ präsentiert. Prompt büßte Peters diese Bevorzugung: womöglich aus der verhinderten kulturpolitischen Mitsprache bei der Kandidatensuche lehnte ihn die führende Tageszeitung lange grundsätzlich ab.
Illusion und Leidenschaft: Cileas Theater-Oper „Adriana Lecouvreur“ beeindruckt in Frankfurt
05.03.12 (Wolf-Dieter Peter) -
„Das Theater besteht ja nur aus verwirklichten Träumen“ hat einst Max Reinhardt festgestellt. Als „bescheid’ne Dienerin“ dieser Traum-Kunst sieht sich Adriana Lecouvreur auf der Opernbühne – ein getreues Abbild der historischen Adrienne, der aufgrund ihrer ungespielten Natürlichkeit als Mensch, mehr noch wegen ihrer faszinierenden Bühnenwirkung ab 1717 in der Comédie-Française allabendlich über 1000 Menschen zujubelten: gekrönte Häupter und Kunstfreunde.
Fragen an uns Walhallianer: Überzeugender Abschluss des Frankfurter Rings mit der „Götterdämmerung“
30.01.12 (Wolf-Dieter Peter) -
„Schwächelnde Regie“, gar „Desinteresse der Regisseurin“ und ähnlich lauteten Gerüchte nach Vera Nemirovas gradliniger „Siegfried“-Erzählung (siehe nmz-Online vom 31.10.2011). Falsche Kriteleien: mit starken Bildern, neuen Akzenten und einer dezidierten Schlussaussage rundete sich Frankfurts „Ring des Nibelungen“ – ohne ein einziges Buh. Das war zunächst ein Kompliment an die Sänger.
Endlich: Oper online – Die Bayerische Staatsoper stellt zwei Aufführungen kostenlos online
05.01.12 (Wolf-Dieter Peter) -
Wir leben in herrlichen Zeiten! Denn endlich wird eine schmerzlich klaffende Lücke in unserem Leben digital gefüllt: Von jetzt an kann ich auch mit meinem tollen neuen Handy oder mp3-Player Oper im „Live-Stream“ erleben. Malen wir uns das mal aus:
Lulu bleibt unerlöst: Erstaufführung der Kloke-Fassung des Schlussaktes von Bergs „Lulu“ in Augsburg
05.12.11 (Wolf-Dieter Peter) -
Ohne PR-Wirbel um die bundesdeutsche Erstaufführung boten Dramaturgie-Intendantin Juliane Votteler und GMD Dirk Kaftan erstmals Alban Bergs „Lulu“ mit dem von Eberhard Kloke bearbeiteten 3. Akt. Er hat die vorhandenen „Lulu“-Skizzen nur so weit ausgestaltet, als Bergs Zielrichtung eindeutig war. Auf Lulus Weg durch die Pariser Halbwelt zum tödlichen Ende in London kontrastieren zu den schrillen Ensembles unter den Börsenraffkes und Sex-Erpressern jetzt neu die Solovioline für Lulu, dann Violine und Klavier begleitet von einem eher klagend aufspielenden Akkordeon. Bergs von Wedekind übernommene Drehorgelmelodie klingt treffend banal herein.
Deutschlands Wagner-Missverständnisse
01.11.11 (Wolf-Dieter Peter) -
Udo Bermbach: Wagner in Deutschland. Rezeption – Verfälschungen, Metzler Verlag, Stuttgart 2011, XII, 508 S., Abb., Notenbsp., € 39,95, ISBN 978-3-476-01884-7
Festspielmomente in musikalischer Feinzeichnung: Frankfurts „Ring“ rundet sich mit „Siegfried“ weiter
31.10.11 (Wolf-Dieter Peter) -
Womit Frankfurts „Siegfried“ wirklich auftrumpfen, ja überragen kann, ist die gesamte musikalische Seite. GMD Sebastian Weigle und das bis in die enorm geforderten Bläser klangschön musizierende Museumsorchester überzeugten nicht nur mit auftrumpfendem Wagner-Bombast. Vielmehr gab es viel hörenswerte Feinzeichnung, kleines klagendes Leid und immer wieder das von Wagner gewollte Piano.
Puccini als Büroalptraum – „Opera Incognita“ realisiert Puccinis „Edgar“ in Münchens Allerheiligenhofkirche
28.08.11 (Wolf-Dieter Peter) -
Mitten in der „Wüste“, der opernlosen Jahreszeit, blüht eine Orchidee: die Truppe „Opera Incognita“ gräbt alljährlich eine Rarität aus und führt sie an einem besonderen Ort auf. Diesmal ist es Puccinis „Zweitling“, sein 100 Minuten langes Musikdrama „Edgar“, dem nur in der vierten Fassung von 1905 ein kurzer Erfolg beschieden war.

