Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Musiktheater«

Zurück ins Leben: „Smiling Doors“ an der Jungen Oper Stuttgart – ein Musiktheaterprojekt mit an Krebs erkrankten und gesunden Jugendlichen

22.12.11 (Verena Großkreutz) -
Stille, viel Stille wird hörbar in "Smiling doors", einem nachdenklichen Musiktheaterprojekt, das die Junge Oper der Staatsoper Stuttgart jetzt mit Jugendlichen erarbeitet und im Stuttgarter Kammertheater uraufgeführt hat. Die meisten von ihnen haben einen persönlichen Bezug zur Krebskrankheit. Einige sind gesund, andere haben den Krebs besiegt oder sind noch in Behandlung, andere haben Bruder oder Schwester durch die Krankheit verloren.

Ehebruch per Fernsprecher: Salvatore Sciarrinos „Luci mie traditrici“ am Landestheater Niederbayern in Passau

20.12.11 (Juan Martin Koch) -
Wieder tönt ein Renaissance-Madrigal herein in ein zeitgenössisches Stück Musiktheater. Doch anders als in der letztjährigen Passauer Produktion von Luigi Dallapiccolas „Der Gefangene“ ist es im Fall von Salvatore Sciarrinos Kammeroper „Luci mie traditrici“ Bestandteil des Stückes selbst. Zunächst vokal angedeutet, verflüchtigt sich der historische Tonsatz in drei Intermezzi immer weiter, bis schließlich nur noch entfernte Echos davon übrig sind.

Bleibt uns mit den alten griechischen Problemen vom Hals! Manfred Trojahns Oper „Orest“ in Amsterdam

15.12.11 (Frieder Reininghaus) -
Kurz und knapp war der Beifall in het muziertheater, erheblich die Ratlosigkeit in den Gesichtern. Das Publikum fragte sich womöglich, was ihm das Gehörte und Geschaute bedeuten solle. In Amsterdam war Manfred Trojahns „Orest – Musiktheater in sechs Szenen“ präsentiert worden. In der Vergangenheit hatte der Hochschullehrer aus Düsseldorf das Opernpublikum mit einem heiteren Konversationsstück über Kaiser Heinrich IV. ergötzt („Enrico“ nach Luigi Pirandello, Schwetzingen 1991); hatte dann die Shakespeare-Fortschreibung „Was ihr wollt“ kredenzt (München 1998) und, wiederum gestützt auf die mediterrane Italianità Pirandellos, 2003 in Köln mit „Limonen aus Sizilien“ eine außerehelich angereicherte Familiensaga serviert.

Im Heute angekommen: Kurt Weills „Lady in the Dark“ an der Staatsoper Hannover

10.12.11 (Andreas Hauff) -
Wie ein Phantom geisterte Kurt Weills Musical „Lady in the Dark“ durch die Diskussion um den Komponisten. Der Weill-Kenner David Drew sah 1975 hinter dem „unheimlich gefärbten Zerrspiegel“ von „Lady in the Dark“ einen selbstzerstörerischen Verdrängungsmechanismus am Werk. Überprüfen konnte man das in Deutschland kaum. Das Stück kam hier in 60 Jahren gerade zweimal auf die Bühne. Nun aber steht es – aller guten Dinge sind drei – in Hannover auf dem Opernspielplan.

Im Ausgestoßensein vereint: Die Young Opera Company Freiburg spielt Anno Schreiers Oper „Kein Ort. Nirgends“

03.12.11 (Georg Rudiger) -
Das Kleist-Grab am Kleinen Wannsee bei Berlin. Hier hat sich Heinrich von Kleist am 21. November 1811 das Leben genommen. Und hier ist für Regisseur Joachim Rathke der Ort, Anno Schreiers 2006 uraufgeführte Oper „Kein Ort. Nirgends“ nach der Erzählung von Christa Wolf (1979) anzusiedeln. Diese Produktion der Freiburger Young Opera Company (Leitung: Klaus Simon), die sich in der Vergangenheit immer wieder um selten gespielte, zeitgenössische Kammeropern gekümmert hat, kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.

Ferne Klänge und umfangreiches Rahmenprogramm: die Münchener Biennale blickt voraus auf ihre 13. Ausgabe 2012

27.11.11 (Reinhard Palmer) -
Es wird die vorletzte Münchener Biennale unter der Leitung von Peter Ruzicka sein, der seit 1996 diese Position bekleidet. Nach so langer Zeit verkündete er in der Pressekonferenz zum Jahrgang 2012 dennoch ein Novum: Alle Partituren der drei Opern-Uraufführungen seien – wie bisher zu diesem Zeitpunkt noch nie – fast fertig. Wie das gesamte Festival stehen sie unter dem Motto „Der ferne Klang“ – eine Anleihe von Franz Schrekers Operntitel von 1912, der nun allerdings in freier Deutung metaphorisch zu verstehen ist.

Edvard Grieg meets Mark-Anthony Turnage and Brett Dean: „Peer Gynt“, rezitiert, gesungen und getanzt an der Deutschen Oper Berlin

19.11.11 (Peter P. Pachl) -
Als Peter Stein 1971 mit seiner legendären „Peer Gynt“-Inszenierung an zwei Abenden Henrik Ibsens Drama des Weltenwanderers auf der Suche nach seinem wahren Ich an der Schaubühne am Halleschen Ufer zur Diskussion stellte, setzte er für jeden Akt einen anderen Darsteller in der Titelpartie ein. In der Deutschen Oper Berlin braucht Heinz Spoerli für seinen ungleich kürzeren „Peer Gynt“ in der Titelrolle drei Darsteller, den Schauspieler Sebastian Hülk, den Bariton Alexey Bogdanchikov und den Tänzer Vladimir Malakhov.

Tiefe Nostalgie nach dem alten Russland: zur Uraufführung von Lera Auerbachs Oper „Gogol“ in Wien

17.11.11 (Frieder Reininghaus) -
Im Februar dieses Jahres präsentierte die Dirigentin, Komponistin und Musikwissenschaftlerin Pilar Jurado in Madrid auf der großen Bühne des Teatro Real mit „La página en blanco“ eine Phantastische Oper. Sie hatte nicht nur den Plot selbst entwickelt, das Libretto verfertigt und zu diesem Text eine mit mancherlei Rückgriff auf ältere Kompositionstechniken operierende Musik geschrieben; bei der Uraufführung sang sie auch die auf den Eigenbedarf zugeschnittene zentrale Partie. Mit Lera Auerbach ließ das Theater an der Wien jetzt ein vergleichbares Multitalent zum großen Zug kommen.

Saramagos Prognose, graue Wände, bunte Klänge: „Die Stadt der Blinden“ als Debüt-Oper von Anno Schreier in Zürich

14.11.11 (Frieder Reininghaus) -
Der Irchel-Park wärmt sich in der Herbst-Sonne. „Geduld, bald brennts“ hat jemand mit breitem Filzstift auf einen Papierkorb gesudelt. Hundert Meter entfernt davon werden mehrere Fahrzeuge des Militärischen Sicherheitsdienstes und dem des Kantons Zürich in Stellung gebracht. Doch die grauen Herren sind nicht wegen der Bekundung der Gedulds-Dialektik vorgefahren, sondern widmen sich dem Bunker, dem der Park als Kopfdecke dient.

Halbzeitbilanz mit Augenzwinkern: „Vogel Herzog Idiot“ – drei neue Kurzopern des Theaters an der Wien

06.11.11 (Frieder Reininghaus) -
So viel neue Frauenoper gab es wohl noch nie wie in diesen Tagen. Frisch auf den Spielplänen erschien in Heidelberg eine Frauenoper der mexikanischen Komponistin Marcela Rodriguez („Frida“), in Bonn eine Rudelarbeit zu Robert Schumann von Karola Obermüller, Annette Schlünz u.a. Knapp tausend Kilometer südöstlich präsentierte das Theater an der Wien drei „Mini-Opern“ an einem Abend, von denen die erste und die dritte von einer Komponistin stammt – und das alles innerhalb einer Woche.
Inhalt abgleichen