Hamburg will Independent-Labels finanziell fördern
Müller und Wankum begründeten das neue Förderprogramm mit Gratis-Downloads im Internet, unter denen die Musikwirtschaft leidet. Große Plattenfirmen hätten ihre Nachwuchsförderung fast komplett eingestellt, sagten die Bürgerschaftsabgeordneten. Folglich seien kleine, unabhängige Labels der Motor der Nachwuchsförderung im Musikbereich. Das mit dem Aufbau neuer Künstler verbundene finanzielle Risiko hat sich jedoch insbesondere für diese Labels erhöht.
Mit dem Förderprogramm werde das Verstummen der Hamburger Independent-Musik gestoppt, sagte Müller, der für seine Fraktion als medienpolitischer Sprecher in der Bürgerschaft sitzt. Die Initiative sei mit der Clubförderung und dem Popkurs der dritte Baustein zur Stärkung des Musikstandorts. «Wir bereiten den Weg für die Beatles von morgen», sagte Müller.
Wankum , CDU-Sprecher für Medien und Kreativwirtschaft, betonte, dass jungen Talenten in Hamburg wieder verstärkt die Möglichkeit zur Entfaltung ihrer Kreativität gegeben werden müsse. Der Karrierebeginn der Beatles vor 49 Jahren in Hamburg zeige, welch Potenzial die Stadt für Nachwuchsmusiker biete.
Andreas Rautenberg vom VUT erhofft sich von der Initiative nicht nur eine Stärkung des Musikstandorts Hamburg, sondern zudem das Ende der Abwanderung in Städte wie Berlin. Die Lage für Independent-Labels sei schwierig, da sich der Markt aufgrund des Internets und der Digitalisierung wandle. Eine Förderung sei dringend nötig, sagte Rautenberg. Im VUT Nord sind allein 70 Hamburger Independent-Labels organisiert. Insgesamt schätzt der Verband die Anzahl der konzernunabhängigen Musikunternehmen in der Stadt auf 200.
Das Förderprogramm soll zunächst für drei Jahre angelegt werden. Im aktuellen Haushalt stellt der schwarz-grüne Senat bereits Mittel in Höhe von jährlich 150 000 Euro für Hamburger Livemusik-Clubs zur Verfügung und einmalig weitere 376 000 Euro für Investitionen. Zudem veranstaltet Hamburg seit 2006 jährlich das Reeperbahn-Festival.
Bislang können Labels über das Bundesprogramm «Initiative Musik» eine Förderung beantragen. Hamburg liegt bei den Förderanträgen auf dem dritten Platz nach Berlin und Nordrhein-Westfalen.
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Sehr gut
Das ist doch mal ne Nachricht … für Hamburg.
Es scheint momentan eine ganze Menge für die “kleinere” Kunst zu laufen. Trotz Krise und so …
Ich freue mich!
Warum in überkommene Strukturen investieren?
In anbetracht der Tatsache, dass das Geschäftsmodell von Labels völlig überaltert ist, erscheint diese sogenannte Investition völlig unverständlich.
Es handelt sich hierbei eher um eine künstliche Aufrechterhaltung einer aussterbenden Handelsstruktur, die am besten mit der staatlichen Förderung des Braunkohleabbaus im Ruhrgebiet verglichen werden kann. Zu teuer, nicht effektiv, und eigentlich von niemandem gebraucht.
Independent Bands und Musiker haben schon seit geraumer Zeit die Möglichkeit ihre Musik kostengünstig und effektiv zu produzieren.
Woran es fehlt sind CD Manufakturen, die mit unabhängigen Musikern direkt zusammen arbeiten können und wollen. Wo kann man in Deutschland als unabhöngiger Musiker professionell hergestellte CDs in Kleinstauflage zu günstigen Konditionen in Auftrag geben?
Die meisten Labels nehmen so oder so nur fertig produzierte Musik an und vermarkten diese dann zu Konditionen, die für die Musiker nicht von Vorteil sind.
Es wäre der Sache dienlicher, wenn der Hamburger Senat das Geld für die professionelle Tonträgerherstellung und den professionellen Vertrieb von unabhängig produzierter Musik zur Verfügung stellte.
So würden unabhängige Musiker ein viel gößeres Stück vom Kuchen abbekommen und damit ihre Kunst auf wirklich unabhängige Beine stellen können.
Je weniger Glieder zwischen Musiker und Fan, desto besser.
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