Insolventem Kunsthaus Tacheles droht die Räumung [update]
Tacheles-Vorstand Martin Reiter zufolge hatte der Verein am 31. Dezember einen Insolvenzantrag gestellt. Durch das Insolvenzrecht sei der Verein aber nicht mehr geschützt, sagte Voigt-Salus. Der Mietvertrag des Tacheles sei bereits Ende 2008 abgelaufen und nicht verlängert worden. Zudem habe die Bank bereits einen Räumungstitel erwirkt. Reiter kritisierte das Vorgehen der HSH Nordbank. Durch eine Schließung des Tacheles würde die Kreativszene in Berlin-Mitte erheblich geschwächt.
Der Verein werde sich nun mit offenen Briefen an Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sowie die Regierungschefs Schleswig-Holsteins und Hamburgs als Eigentümer der HSH Nordbank wenden, um über einen Kauf des Kunsthauses durch den Verein zu verhandeln, sagte Reiter. Um den von einem Sachverständigen ermittelten Kaufpreis von 3,5 Millionen Euro aufzubringen, hofft er auf die Unterstützung von Bund und Ländern.
In dem ehemaligen Kaufhaus hatten Künstler kurz nach der Wende ihre Ateliers eingerichtet. Im Februar würde das auch unter Touristen beliebte Kunsthaus sein 20-jähriges Jubiläum feiern.
[update, 17.00 Uhr]: Inzwischen hat die Linke-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft den Senat der Hansestadt wegen der drohenden Schließung des Berliner Kunsthauses Tacheles zum Handeln aufgefordert. Der Senat müsse seinen Einfluss als Miteigentümer der HSH Nordbank geltend machen und den Rauswurf der Künstler verhindern, sagte der kulturpolitische Sprecher der Linken, Norbert Hackbusch, am Freitag. Die Stadt dürfe sich nicht «an der Verdrängung von Künstlern aus dem innerstädtischen Raum» beteiligen.
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