Nach Hochwasser-Absage sind Händel-Festspiele bedroht

07.06.13 -
Halle - Nach der Absage der Händel-Festspiele in Halle aufgrund des Hochwassers sehen die Organisatoren die Zukunft des Festivals gefährdet. Sie müssen für Künstlergagen aufkommen und das Geld für bereits gekaufte Tickets zurückerstatten. Am Freitag starteten die Göttinger Händel-Festspiele einen Spendenaufruf für ihr Schwester-Festival in Halle.
07.06.2013 - Von dpa, nmz, KIZ

«Wenn alle Ansprüche geltend gemacht werden, wird es die Händel-Festspiele nicht mehr oder zumindest nicht mehr in der vorliegenden Form geben», hatte Festspielintendant Clemens Birnbaum, Direktor der Stiftung Händel-Haus, zuvor erklärt. Das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Halle hatten am Dienstag entschieden, das Festival abzusagen. Es sollte vom 6. bis zum 16. Juni mit über 1000 Mitwirkenden rund 40 000 Menschen in den Geburtsort des Barockkomponisten Georg Friedrich Händel locken.

  Der Festivalleiter bat Künstler und Besucher, auf ihre berechtigten Forderungen zu verzichten und das Geld stattdessen zu spenden. Die Göttinger Händel-Festspiele riefen zu Spenden auf. Dort gibt es zudem Überlegungen für Benefizkonzerte und -aktionen.

(nmz, bl) Der Hallesche Musikrat nahm die Totalabsage der diesjährigen Händel-Festspiele mit großem Bedauern zur Kenntnis. In einer Pressemitteilung heißt es: „Die Mitglieder des Halleschen Musikrates vermissen angesichts der einsamen Entscheidung von Ministerpräsident und Oberbürgermeister die Vermittlung ihrer Beweggründe an die Bürgerinnen und Bürger wie auch an die Gäste der Stadt. Es entsteht zum wiederholten Male der Eindruck, dass Politiker in Sachsen-Anhalt unfähig sind, Probleme konstruktiv zu lösen, weil sie spontan und undifferenziert entscheiden. Ihnen fehlt das Vertrauen in die Kraft der Gemeinschaft, in ein ‚Yes, we can‘ trotz aller Probleme“

Alle betroffenen, deren Existenz auf dem Spiel steht – sollten jetzt nicht allein gelassen werden. Jens Marggraf, Präsident des Halleschen Musikrats, sieht Land und Stadt in der Pflicht, „wenigstens die ökonomischen Schäden der Situation auszugleichen und existenziellen Sorgen zu nehmen – und zwar, ohne auf die ohnehin angespannten Kulturetats zurückzugreifen!“

Inzwischen haben sich die Museen der Stadt Halle mit den Händelfestspielen solidarisch gezeigt. Die meisten von Ihnen verzichten bis zum 16. Juni auf Eintrittsgelder. Auch die halleschen Hotels und Pensionen verzichten, laut Aussage der Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH auf die sonst üblichen Stornierungskosten bei Absagen der Gäste. 

 

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