Ohne Stroh nichts los - Schostakowitsch-Tage 2011 ohne Konzertscheune?
Von der Agrargenossenschaft „Oberes Elbtal“ wurde im Vorjahr bereitwillig die Scheune von Gohrisch geräumt und fürs Publikum hergerichtet, erstaunlicherweise bot dieser einzig mögliche Austragungsort eine hervorragende Akustik sowohl für Kammermusik als auch für sinfonische Darbietung, Vortrag und Filmvorstellung.
Das sonst dort gelagerte Stroh, insgesamt Hunderte von Ballen, wurde derweil unter freiem Himmel gelegt, wo es nur ungenügend vor Feuchtigkeit geschützt werden konnte. Etwa ein Fünftel davon sei folglich verrottet, der Schaden wurde allerdings von den Veranstaltern erstattet. Doch das will die Genossenschaft in diesem Jahr nicht erneut hinnehmen, deswegen steht nun für sie fest, dass im September 2011 der Schutz von Heu und Stroh über die Musik von Schostakowitsch gehen werde.
Für Gohrischs Bürgermeister Tom Vollmann, Vorstandsvorsitzender des ausrichtenden Vereins „Schostakowitsch in Gohrisch e.V.“, erwächst daraus ein enormes Problem. Wenn weder die Landwirtschaft noch der durch das Erfolgsfestival stark aufgeblühte Kulturtourismus in dem deutschlandweit einzigen Ort mit einem Schostakowitsch-Platz (seit Sommer 2010) leiden sollen, muss dringend eine Lösung her. Gemeinsam mit allen Beteiligten will er in den nächsten Wochen einen Konsens finden.
Der sowjetische Komponist Dmitri Schostakowitsch hielt sich im Sommer 1960 erstmals im Kurort Gohrisch in der Sächsischen Schweiz auf und komponierte dort sein berühmt gewordenes 8. Streichquartett. 1972 besuchte er Gohrisch erneut, diesmal gemeinsam mit seiner Gattin Irina, die 2010 als Ehrengast zu den 1. Internationalen Schostakowitsch Tagen nach Gohrisch kam.
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