Orchester-Streik: „Zauberflöte“ in Magdeburg mit sparsamer Klavierbegleitung - Weitere Streiks in Sicht
Bereits am Freitag hatte das Leipziger Gewandhausorchester erstmals in seiner 265-jährigen Geschichte gestreikt. Neben dem Ballett «Schwanensee» von Tschaikowski in der Leipziger Oper fiel auch das große Concert im Gewandhaus aus, wie ein Sprecher der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) mitteilte.
Die Dortmunder Philharmoniker hatten am Freitagabend das Singspiel «Im weißen Rössl» am Theater Dortmund bestreikt. Am Samstag verweigerte das Städtische Sinfonieorchester in Münster die Begleitung der Operette «Land des Lächelns», die Duisburger Philharmoniker bestreikten die Beethoven-Oper «Fidelio», hieß es weiter.
Für Sonntagabend kündigte der Sprecher Streiks in drei weiteren Orten an, ohne nähere Details zu nennen. Die Proteste der Musiker richten sich gegen die Abkopplung ihrer Bezahlung vom allgemeinen Tarif im öffentlichen Dienst. Seit 2005 seien den Orchestern sämtliche Tariferhöhungen vorenthalten worden.
Auch die Verhandlungen der vergangenen Monate mit dem Deutschen Bühnenverein als Arbeitgebervereinigung hatten keine Einigung gebracht. Bleibt der Kompromiss aus, schließt die Orchestervereinigung einen Generalstreik nicht aus.
Während man sich in Leipzig damit zu behelfen suchte, die Musik für den "Schwanensee" per Band zuzuspielen, gabs in Magdeburg immerhin Piano live. Inwieweit sich die Häuser mit derartigen Krücken einen Gefallen tun, darf stark bezweifelt werden. Hier wird Musikkultur leichtfertig geschreddert. Das müssen sich die zuständigen Intendanten schon mal sagen lassen.
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