(nmz/kiz) -
Der Vorsitzende der Ruhr.2010-Geschäftsführung, Fritz Pleitgen, hat sich tief betroffen nach der Massenpanik bei der Loveparade am Samstagabend mit 19 Toten geäußert. Pleitgen sagte im ZDF, er fühle sich im moralischen Sinne mitverantwortlich für das Unglück. Die diesjährige Loveparade sei ein Projekt im Kulturhauptstadt-Jahr gewesen. Auch wenn die Ruhr.2010 GmbH weder finanziell noch organisatorisch an der Loveparade beteiligt war, mache ihm die Katastrophe schwer zu schaffen.
Eine Absage der anstehenden weiteren Veranstaltungen im Kulturhauptstadtjahr werde es nicht geben, sagte Pleitgen. Allerdings werde die Erinnerung an die Loveparade-Katastrophe bleiben.
Auf der offiziellen Internetseite der «Ruhr.2010» hieß es zur Loveparade: «Wir sind schockiert. Was so fröhlich und friedlich begonnen hat, ist in einer Katastrophe geendet. Es macht uns zutiefst bestürzt, dass so viele junge Menschen ihr Leben verloren haben. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen.»
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Pleitgens Arroganz und Großmannssucht
Herr Pleitgen trägt mit seiner Arroganz und Großmannssucht eine zumindest hohe moralische Mitverantwortung an dieser Katastrophe. Es ist hinlänglich bekannt, daß er massiven Druck auf Politik und Stadtveraltung ausgeübt hat. Man durfte sich dieses mediale Großereignis keinesfalls entgehen lassen. Pleitgen braucht die beeindruckenden Bilder. Und jetzt noch das Mahler-Konzert mit den Ruhrgebietsorchestern zu einer Gedenkfeier umzufunktionieren. An Geschmacklosigkiet nicht zu übertreffen. Die Hochkultur gibt sich die Ehre. Mit Platzreservierungen, Einladungskarten und abgesperrten Parkplätzen wird es nicht zu einer Situation kommen wie am Tunnel zur Love Parade.
Betr.: Pleitgens Arroganz
Schreibt hier ein überzeugter Subkulturanhänger? Zugegeben, man muss wohl oder übel anerkennen, dass die Loveparade und die dort vorherrschende Musik zur Kultur gehören. Das war´s (zumindest für mich) dann aber schon. Wenn eine Musik primär aus monotonen Trance-Elementen, quasi geklauten Samples und endlos repetierenden Kleinstpattern “gebaut” wird, kann ich als musikalischer Ereignisfanatiker mit ihr nichts anfangen und sie natürlich nicht neben Mahler positionieren. Diesen dann als Hochkultur zu bezeichnen, ist völlig richtig - im Kontext der getroffenen Aussage allerdings fast beleidigend. Es kann auch sein, dass der Verfasser statt einer Mahler-Gala lieber eine Mahler-Parade gesehen hätte. Dann möchte ich meine Kritik an seiner sog. Kritik selbstverständlich zurücknehmen und warte gespannt auf entspr. Rückmeldungen.
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