SPD-Medienexperte kritisiert Imagekampagne der Öffentlich-Rechtlichen
In einem TV-Spot der Werbekampagne werben die öffentlich-rechtlichen Sender mit den Widerstandskämpfern Hans und Sophie Scholl, dem Kirchen-Reformator Martin Luther und der DDR-Opposition, um Reklame für das Online-Angebot der gebührenfinanzierten Sender zu machen.
Hintergrund ist der geplante Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der vorsieht, dass neue digitale Angebote, die ARD und ZDF im Internet starten wollen, künftig der Genehmigung bedürfen. «Wenn es einer Imagekampagne bedarf, dann sollten sich ARD und ZDF beim Gebührenzahler bedanken», sagte der SPD-Medienpolitiker Eumann der Zeitung. Der Status der Sender sei im Vertragsentwurf für die Anstalten des öffentlichen Rechts längst abgesichert.
Der filmische Vergleich zwischen der Flugblattaktion der dafür hingerichteten Geschwister Scholl und dem Senderprotest gegen einen begrenzten Webauftritt stößt dem Zeitungsbericht zufolge auch auf Kritik beim Verband privater Rundfunk und Telemedien (VPRT). «Dieser Spot ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten», sagte VPRT-Präsident Jürgen Doetz. Er sprach von «gebührenfinanzierter Volksverdummung». Mit dem neuen Rundfunkstaatsvertrag würden ARD und ZDF mehr Angebote haben als vorher, sagte Doetz.
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