Studie: Krise trifft zeitversetzt auch die Kulturinstitutionen
Die weiterhin gute Auslastung vieler Bühnen könne darauf zurückzuführen sein, dass die Menschen auch oder gerade in Krisenzeiten «sinnstiftende oder auch ablenkende Angebote wahrnehmen», die sie sich offenbar vor allem von renommierten Opern- und Konzerthäusern erhofften. Kleineren und weniger bekannten Kultureinrichtungen und -projekten stünden dagegen schwere Zeiten ins Haus, heißt es in der Studie. Kleinere Häuser seien auch von gekürzten Marketingbudgets vieler Unternehmen und einer gewachsenen Zurückhaltung vermögender Privatpersonen überproportional betroffen.
Die öffentliche Hand müsse 2010 mit Steuermindereinnahmen von 85 Milliarden Euro rechnen. Es werde «entscheidend auf die Reaktion der Politik ankommen, ob das Niveau der bisherigen öffentlichen Kulturfinanzierung gehalten werden kann», schrieben die Autoren der Studie.
Tendenziell am wenigsten betroffen von der Krise seien die Karteneinnahmen. Nach einer Actori-Umfrage vom Winter 2009 hatten 54 Prozent der befragten Kultureinrichtungen in den davor liegenden zwölf Monaten noch keine Auswirkungen der Krise auf die Besucherzahlen, 22 Prozent sogar einen steigenden Publikumszuspruch gemeldet. Vor allem Opern- und Konzerthäuser könnten durch die große und relativ krisenfeste Besuchergruppe älterer und gebildeter Menschen mit konstanten Eigeneinnahmen rechnen, heißt es. Theater und Musicals mit einem tendenziell jüngeren und weniger finanzstarken Publikum bekämen die Krise dagegen stärker zu spüren.
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