Tiroler Festspiele Erl mit Landmaschinenballett und Vokalmarathon
Ein Schwerpunkt der diesjährigen Tiroler Festspiele liegt auf der zeitgenössischen Musik. So präsentiert das Festival die Uraufführung des Einakters «Die Hochzeit» des österreichischen Komponisten Ernst Ludwig Leitner. Das Libretto schrieb der Tiroler Schriftstellers Alois Schöpf. Für eine Aufführung von Friedrich Murnaus Stummfilm-Klassiker «Faust» mutiert das Passionsspielhaus zum Kino. Der Schweizer Komponist Daniel Schnyder hat dazu eine neue Filmmusik geschrieben.
Als Ereignis der besonderen Art wird ein «Landschaftstheater» mit dem Titel «Aufruhr der Landmaschinen» angekündigt. Hauptdarsteller der Aufführung auf einer freien Wiese sind Heuwender, Traktoren, Rundballpressen und Kühe. Die Choreographie der jungen Regisseurin Cornelia Rainer zu Musik von John Cage und Ruedi Häusermanns kann das Publikum nur durch einen rechteckigen Ausschnitt in einem drei Meter hohen Bretterzaun beobachten, der die «Bühne» umgibt.
Auf den Überraschungseffekt setzt auch das Projekt «Spem in alium» in der Erler Pfarrkirche. Dabei werden zwei Sänger die einzelnen Stimmen der gleichnamigen 40-stimmigen Motette des englischen Komponisten Thomas Tallis (1505-1585) nacheinander aufnehmen. Der verschiedenen «Takes» dieses Gesangsmarathons werden elektronisch zusammengesetzt - nach sieben Stunden soll dann das monumentale Werk in seiner ganzen Komplexität erklingen.
Die Festspiele in Erl, einem kleinen Dorf am Inn zwischen Kufstein und Rosenheim, wurden 1997 von dem in Salzburg geborenen Dirigenten Kuhn gegründet.
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