Valery Gergiev präsentiert in München einen Zyklus aller Schostakowitsch-Symphonien
6 der insgesamt 15 Symphonien des russisch-sowjetischen Komponisten werden von den Münchner Philharmonikern interpretiert. Die Interpretation der anderen Werke, darunter die großen Chorsymphonien, übernehmen Orchester und Chor des St. Petersburger Mariinski-Theaters.
Am Pult in der Münchner Philharmonie steht immer der russische Maestro, langjähriger künstlerischer Leiter des St. Petersburger Opernhauses und seit 2007 auch Chefdirigent des London Symphonie Orchestra. «Schostakowitsch ist der letzte große Symphoniker des 20. Jahrhunderts und eine der größten und spannendsten Künstlerpersönlichkeiten, die Russland hervorgebracht hat», sagte Gergiev. Leider finde er in den Konzertsälen Europas nicht immer die Beachtung, die ihm zukomme. Werke wie die 2. und 3. Symphonie seien «praktisch unbekannt», was aber nicht in deren Qualität begründet liege.
Großer Erfolg in London, New York und Wien
Der Zyklus erstreckt sich von November 2011 bis Juli 2012 über insgesamt sieben Konzertabende. Ähnliche Zyklen präsentierte Gergiev bereits mit großem Erfolg in London, New York und Wien.
Schostakowitsch wurde 1906 in St. Petersburg geboren und starb 1975 in Moskau. Neben seinen 15 Symphonien komponierte er Bühnenwerke, Filmmusiken, Instrumentalkonzerte und Kammermusik. Obwohl er auch offen propagandistische Werke schrieb, kam der eigenwillige Künstler immer wieder mit der offiziellen stalinistischen Kunstdoktrin in Konflikt.
Schostakowitsch sei vor allem Komponist, kein Politiker gewesen, betonte Gergiev. Für ihn als Dirigenten stehe die Musik als solche im Vordergrund, nicht ihre Funktion als «Instrument für Propaganda und Gegenpropaganda».
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