Warnstreik der Staatskapelle Dresden vor Opernpremiere an Semperoper

12.10.08 -
Dresden (ddp-lsc). Ein Warnstreik der Sächsischen Staatskapelle hat am Samstagabend den Beginn der Opernpremiere von Verdis «Il Trovatore» an der Dresdner Semperoper um eine halbe Stunde verzögert.
12.10.2008

Ein Sprecher des Orchesters begründete den Ausstand auf der Bühne vor ausverkauftem Haus mit der Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite, den Orchestermusikern im aktuellen Tarifkonflikt eine Erhöhung der Bezüge zuzugestehen. Seit 2004 seien die Gehälter nicht mehr angehoben worden.

Der Ausstand sei der erste der Staatskapelle in dessen 460-jähriger Geschichte, hieß es weiter. Das runde Jubiläum des vom Italiener Fabio Luisi geleiteten Klangkörpers war erst im September gefeiert worden.
Das Publikum quittierte die plötzliche Bekanntgabe der Verzögerung sowohl mit Buhrufen als auch mit Applaus. Dieselben Reaktionen gegenüber dem Orchester gab es auch nach dem Ende der Aufführung. Opernintendant Gerd Uecker gab an, erst kurz vor dem geplanten Aufführungsbeginn um 18.00 Uhr von der beabsichtigten Verzögerung des Orchesters erfahren zu haben. Er sprach von einem legitimen Mittel in der Demokratie.

Seit Wochenanfang waren 90 deutsche Kommunal- und Staatsorchester zu zeitweiligen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Nach Angaben der Deutschen Orchestervereinigung gehen die Aktionen auf einen seit drei Jahren vom Deutschen Bühnenverein teilweise gekündigten Orchestertarifvertrag zurück. Die Tarifverhandlungen sollen am Montag (13. Oktober) in Köln fortgesetzt werden.

 

Staatskapelle Dresden streikt vor Premiere des Trovatore. Marina Mescheriakova als Leonora. Foto: Matthias Creutziger
Staatskapelle Dresden streikt vor Premiere des Trovatore. Andrea Ulbrich als Azucena und Roberto Frontali als Graf von Luna. Foto: Matthias Creutziger

schade

Ja, schade, dass Teile des Publikums nicht wahr haben wollen, dass Oper keine Dienstleistung sondern Bildung ist.
Bei uns gab es viel Verständnis dafür.


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