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Alle Artikel kategorisiert unter »Jazz«
Legendär und kontrovers: Sibylle Zerrs Buch über Marshall Allen und das Sun Ra Arkestra
31.01.12 (Reiner Kobe) -
Sun Ra nannte seine um 1952 gegründete Bigband „Arkestra“, gedacht als Symbiose aus Arche und Orchester. Der Pianist, Komponist und Arrangeur betrachtete das „Arkestra“ als Institution, die aus der Vergangenheit in die Zukunft steuert. Bis heute sind es polymetrisch angelegte Rhythmen mit kaum erkennbaren Verflechtungen zwischen kompositorischen Abschnitten und freien Improvisationen. Dass es nach dem Tod des Meisters 1993 weiterging, dafür sorgt in erster Linie Marshall Allen, wie in einer neuen Darstellung deutlich wird.
Morgenröte mit Nebengeräuschen: Agustí Fernández und sein Aurora Trio beim „BMW Welt Jazz Award“
31.01.12 (Ssirus W. Pakzad) -
Bitterkalt ist es. Über der BMW Welt hängt so ein unfreundlicher verwaschen weißer Himmel, der nicht recht verraten will, ob er noch für Niederschlag gut ist oder in sonntäglicher Trägheit auf Aktivitäten verzichtet. Die Seele wärmende Morgenröte aber, die manch einer vielleicht vermisste, der sich früh aufmachte, um einen Sitzplatz im Doppelkegel des Gebäudes zu ergattern, die lässt sich hören – Agustí Fernández und sein Aurora Trio traten beim diesmal „Jazz And The City“ überschriebenen „BMW Welt Jazz Award“ in einem gesellschaftlich relevanten Matinee-Konzert auf.
Melodien, die sich zu reimen scheinen: das Tord Gustavsen Quartet mit „The Well“
20.01.12 (Stephanie Knauer) -
Dem Quartett steht jede Himmelsrichtung offen: Zwei geben den Rhythmus, zwei erhalten „stimulation from working with the materials from different angles“, so Tord Gustavsen. Nach Experimenten vom Duo bis Quintett hat sich die Besetzung um den norwegischen Pianisten auf vier eingependelt.
Das Publikum als Hauptdarsteller: das „Winterjazz“-Festival im Kölner Stadtgarten
17.01.12 (Hans-Jürgen Linke) -
Im Stadtgarten, dem seit drei Jahrzehnten wichtigsten Jazzhaus der Kölner Szene, bewegte sich nichts mehr. Es war einfach zu voll, im Restaurant, im Konzertsaal, im Studio 672 im Keller und auf den Gängen und Treppen dazwischen, obwohl drinnen nicht die Höhner spielten. Drinnen gab es Winterjazz mit 13 Kölner Bands, planmäßig jeweils um 20 Minuten versetzt auf den drei Bühnen, Eintritt frei. Draußen, vor den Eingängen des Hauses, warteten fast so viele Leute wie sich drinnen kaum bewegen konnten. Nur wenn jemand das Haus verließ, wurde wieder jemand eingelassen, so ging das bis tief in die Nacht. Eine gute Gelegenheit, über alte, gut konsolidierte Vorurteile neu nachzudenken, die den Jazz betreffen.
Unprätentiös, aber mit Botschaft: „Espoir et autres pouvoirs“ mit dem Marianne Trudel Septet
16.01.12 (Hans-Dieter Grünefeld) -
Besorgt über mögliche globale Gefahren wie den Klimawandel appelliert die kanadische Pianistin Marianne Trudel ans Gewissen und wirbt mit ihrem Album „Espoir et autres pouvoirs“ (Hoffnung und andere Fähigkeiten) für Einklang von Natur und Humanität.
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