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Alle Artikel kategorisiert unter »Klassik«

Der Komponist als Manager seiner selbst: Spektakulärer Nachlass mit originalem Beethoven-Brief fürs Brahms-Institut

Soziale Netzwerke im bürgerlichen Milieu des 19. Jahrhunderts funktionierten schlicht per Korrespondenz. Dabei hatten freundschaftliche Verpflichtungen offenbar einen hohen Stellenwert. Solche Briefe und andere Memorabilien wurden nicht bei Gelegenheit aussortiert und weggeworfen, sondern aufbewahrt, in den Wohnungen oder gar Häusern der Adressaten war genug Platz. Wie sonst könnte man erklären, dass der Nachlass von Renate Wirth (1920–2011), Musikpädagogin aus Frankfurt, Urenkelin des Violinisten Emanuel Wirth sowie des Harfenisten und Komponisten Franz Anton Stockhausen, glücklicherweise trotz Kriegen und anderen Tumulten erhalten blieb?

Nachschlag

06.12.11 (Stefan Haack) -
Unser Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Peter Ramsauer, sorgt für Sicherheit auf Deutschlands Straßen. Und er ist begeisterter Hobbypianist und Liebhaber klassischer Musik, besonders Mozart hat es ihm angetan. Was hat das miteinander zu tun? Eigentlich nichts. Nun hat Ramsauer aber unter Berufung auf nicht näher benannte wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Verkehrspsychologie seine Ambitionen miteinander verknüpft: Der Minister betätigt sich als Pianist auf einer Musik-CD für Autofahrer, mit dem Anspruch, damit die Straßenverkehrssicherheit zu erhöhen.

Entführung in den Kern der Musik: Celibidache-Aufnahmen aus Berlin und München

04.12.11 (Christoph Schlüren) -
Um keinen anderen Musiker gab es so viele so scharf geführte, so ideologisch zugespitzte Kontroversen in der Fachwelt wie um Sergiu Celibidache. Warum dies so war? Einen der Gründe lieferte Celibidache selbst, als er in einem Interview auf die Frage, was er von der Fachwelt halte, schlicht mit der Rückfrage „Wieso Fach?“ antwortete. Selbst die Behauptung, er habe die von ihm in keiner Weise akzeptierte ‚Fachwelt’, der er jegliche Kompetenzen absprach, polarisiert, erscheint da nur wie eine kleinkarierte Kategorisierung von etwas, das mit den Konventionen von Verstehen, Sprache und Tradition nicht zu fassen ist.

Der Concours Géza Anda - Erbe eines Pianisten

1979 rief Hortense Anda-Bührle den Concours Géza Anda ins Leben, um den pianistischen Nachwuchs im musikalischen Geiste ihres 1976 verstorbenen Mannes gezielt und nachhaltig zu fördern. Wer den Concours Géza Anda gewinnt, darf sich über den Sieg in einem künstlerisch und technisch höchst anspruchsvollen, weltweit anerkannten Klavierwettbewerb freuen.

Gebrüder Graun Produktionsgesellschaft mbH: die 36. Tage Alter Musik in Herne

16.11.11 (Georg Beck) -
Das müssen sie den Alte Musik-Tagen in Herne erst einmal nachmachen – die Festivals in Witten und Donaueschingen. WDR-Redakteur Richard Lorber, künstlerischer Leiter auch der 36. Ausgabe des Herner Spezialfestivals, hat in seiner achten Spielzeitplanung erst zwei Formationen zweimal eingeladen, woraus sich bei zehn Konzerten pro Ausgabe rund 80 verschiedene Ensembles errechnen.

Ein Denkmal für das Denkmalsprogramm: ein monströses Lisztsches Beethoven-Programm von 1845 wird in Bonn unzulänglich rekonstruiert

11.10.11 (Frieder Reininghaus) -
In Bonn wird mit Beethoven gegen Niedergang und Tod angespielt. Entgegen allen Bekundungen im Kontext des Hauptstadtbeschlusses, muss die Bundesstadt am Rhein nach und nach immer neue Aderlässe zugunsten Berlins verkraften. Die Versuche, den großen Verlust zu kompensieren, haben nur teilweise angeschlagen und zu grotesken finanziellen Abenteuern geführt. Weil die Spitze der Stadt auf die Investitionen von Betrügern baute, ist beispielsweise der Oper (ohne deren geringstes Mitverschulden) ein Sparkorsett angelegt worden, das dem vor Jahr und Tag noch recht leistungsfähigen Unternehmen die Luft zum Atmen nimmt.

Noten-Tipps 2011/10

07.10.11 (Eckart Rohlfs) -
Éric Arnal: Mélodies d’Intervalles pour Flûte (ou Hautbois) et Piano +++ Anton Reicha (1770–1836): Bläserquintett Es-Dur, Opus 88 Nr. 2 +++ Gerhard Braun (*1932): Tandaradei (2007). Drei Lieder für Sopran, Akkordeon und Violoncello nach Textfragmenten ‚Unter den Linden’ von Walther von der Vogelweide. +++ Carl Joseph Toeschi (1731–1788): Sinfonia ex D (D-Dur) à 10 Strumenti

20 Jahre Dirigentenforum

Das Dirigentenforum ist das Förderprogramm des Deutschen Musikrates für den dirigentischen Nachwuchs. Ziel der Förderung ist die Vorbereitung überdurchschnittlich begabter Nachwuchsdirigent(inn)en auf die spätere Übernahme verantwortungsvoller Positionen im deutschen und im internationalen Musikleben. Die Stipendiat(inn)en erwarten umfangreiche Probenmöglichkeiten und Aufführungen mit professionellen Orchestern und Chören. Namhafte Dirigentenpersönlichkeiten wirken dabei als ihre Mentoren.

Alles so schön eindeutig hier: Doris Dörrie und Simone Young bügeln in Hamburg Mozarts „Don Giovanni“ platt

20.09.11 (Verena Fischer-Zernin) -
Mozarts Menschheitswerk „Don Giovanni“ ist offen für viele, auch tiefenpsychologische Deutungen. Das ist Gemeingut, und darauf haben sich die Autorin und Filmregisseurin Doris Dörrie und ihr Ausstatter Bernd Lepel an der Hamburger Staatsoper ihren eigenen Reim gemacht: Vieles, allzu vieles hatte Platz in ihrer Fassung, bis hin zu einer Verneigung vor Sigmund Freud persönlich.

Historischer „Fidelio“ als Kulturgut

06.09.11 (Michael Ernst) -
Schon die Präsentation für die Presse geriet zu einer kleinen Sternstunde. Das ist angesichts der Schwemme von CD- und DVD-Offerten verständlicherweise selten genug. In diesem Fall ging es aber nicht mal um eine Novität, sondern um eine Rarität. Wenn die in den prächtigen Räumen der Dresdner Semperoper vorgestellt wird, darf durchaus eine Besonderheit auf dem sonst doch so inflationär besetzten Markt der Ton- und Bildträgerindustrie erhofft werden.
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