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Alle Artikel kategorisiert unter »Neue Musik«

Ferruccio Busoni und die befreite Musik

04.04.16 (Albrecht Dümling) -
Mitten im Ersten Weltkrieg erschien 1916 in der Leipziger Insel-Reihe ein schmales Bändchen mit dem Titel „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“. Es war „dem Musiker in Worten Rainer Maria Rilke verehrungsvoll und freundschaftlich“ gewidmet und stieß sofort auf starke Resonanz. Sein Autor, der Pianist und Komponist Ferruccio Busoni, 1866 in Empoli bei Florenz geboren, lebte seit 1894 in seiner Wahlheimat Berlin. Hier hatte er 1906 in deutscher Sprache den „Entwurf“ geschrieben.

Mit den Augen hört man besser

31.03.16 (Rainer Nonnenmann) -
Im vierten Satz von Mahlers 1. Symphonie fiebert der Schlagzeuger dem entscheidenden Beckenschlag entgegen. Um die finale Choral-Apotheose des Werks einzuleiten, sucht der Musiker sein Beckenpaar möglichst sicher zu fassen, er zieht die Griffe wiederholt nach, wiegt das Gewicht der Instrumente, tritt unruhig von einem Fuß auf den anderen und starrt gebannt auf den Dirigenten. Wann kommt der Einsatz? Die Spannung steigt und die Musik drängt ihrem finalen Durchbruch entgegen. Das ist hörbar und dem ganzen Orchester auch sichtbar anzumerken. Der Dirigent vergrößert seine Espressivo-Gesten, die Violinen streichen immer schneller und intensiver über die Saiten, die acht Hornisten recken die Stürze ihrer Instrumente nach oben, und die Gesichter der Trompeter laufen rot an: Fantastische Musik – und großes Theater!

Viel Musik statt schöner Worte

31.03.16 (Andreas Kolb) -
komponisten@münchen, so firmierte der Tonkünstlerverband München anlässlich seines 70. Jahrestages Mitte März. Die Botschaft ist klar: Auch wenn das biennal stattfindende Musikforum des Tonkünstlerverbands den eigentümlichen Charme einer Kunstverein-Jahresausstellung ausstrahlt, alte Zöpfe müssen bei dieser 70-jährigen Münchner Kulturinstitution nicht abgeschnitten werden, denn es gibt keine: Man komponiert und agiert in der Gegenwart.

Wiegenlieder gegen eine hektische Welt

31.03.16 (Albrecht Dümling) -
Die Berliner MaerzMusik, bislang ein „Festival für aktuelle Musik“, hat sich im Vorjahr ein neues Format gegeben. Seitdem will es als „Festival für Zeitfragen“ dem Phänomen Zeit in seinen gesellschaftspolitischen, philosophischen und künstlerischen Dimensionen nachspüren. Wieder gab es eine Konferenz „Thinking Together“, die in diesem Jahr das digitale Universum als Geburtsort neuer Zeitformen präsentieren wollte.

Ohne ästhetische Scheuklappen

Dass im Sinfoniekonzert ein mannshohes Eichenfass zusammengebaut wird, zwei Schmiede ihr glühendes Eisen aus dem Feuer holen und auf dem Amboss zurichten, vier Scherenschleifer ihr buchstäblich Funken schlagendes Handwerk betreiben und eine Bäckerin Eier aufschlägt – das dürfte selbst für den eingefleischten Connaisseur Neuer Musik ein absolutes Novum sein. So geschehen beim diesjährigen KlangZeitFestival 2016 der Gesellschaft für Neue Musik Münster, genauer: beim Konzert des Sinfonieorchesters Müns-ter, das sein „ganz normales“ fünftes Abonnementkonzert der laufenden Saison in den zweiwöchigen Zyklus mit Neuer Musik integrierte.

Damen ins Licht – Herren zur Repertoirepflege

31.03.16 (Anna Schürmer) -
Das Musikbusiness verzeichnet zwei Baustellen: Frauen sind zwar gefeierte Solistinnen, auf dem Dirigentenpodest und innerhalb der Komponistenzunft aber deutlich in der Unterzahl. Dazu kommt als Folge des avantgardistischen Innovationsparadigmas der Uraufführungswahn, der die Werke selten über ihre Premiere hinauskommen lässt. Es ist also folgerichtig, dass sich die Zukunftsmusikschmiede des Bayerischen Rundfunks dieser Problemfelder emanzipatorisch sowie paritätisch annahm: Beim Orchesterkonzert der musica viva am 22. Januar standen Damen im Rampenlicht, während das anschließende Late-Night-Konzert männliche Repertoirepflege betrieb.

Provinz lebt, wenn sie schöne Nebenwege hat

31.03.16 (Georg Beck) -
Immer im Februar besinnt sich Trier, die Stadt mit dem 2000-Jahre-Erbe auf dem Buckel, auf das Gegenwärtige – in der Kunst. In Kooperation mit der „Gesellschaft für aktuelle Klangkunst Trier e.V.“ veranstaltet man im städtischen Kulturzentrum TUFA ein Festival auf der Grenze von notierter, improvisierter, installativer Musik, ein „internationales Festival für aktuelle Klangkunst“. Dieses Jahr in der 16. Ausgabe: zehn Konzerte, eine Klangkunstausstellung, Workshops für Schüler – ein dicht gepacktes Wochenende.

Abheben in künftige Räsonanzräume

31.03.16 (Juan Martin Koch) -
Was passiert, wenn man ein Akkordeon ins Orchester setzt? Das Orchester beginnt, in Zungen zu reden. Tief einatmend bläst es seinen Balg auf, der Wind pfeift leise durchs Schlagwerk. Im nächsten Moment kann es aber auch die scharfe Attacke beantworten, zu der das Akkordeon fähig ist.

Moritz Eggert erhält Louis Spohr Musikpreis 2016

29.03.16 (PM) -
Der deutsche Komponist Moritz Eggert (50) erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Louis Spohr Musikpreis der Stadt Braunschweig. Die Preisverleihung findet mit Unterstützung des Staatsorchesters Braunschweig am 23. Oktober 2016 im Rahmen eines Sinfoniekonzertes in der Stadthalle Braunschweig statt.

Josef Anton Riedl im Gespräch

Anlässlich des Todes des Komponisten Josef Anton Riedl zeigen wir hier eine Kurzfassung des einstündigen Filmporträts über den Komponisten und Klangkünstler, das dem Buch „Klang in Aktion – Josef Anton Riedl” als DVD beiliegt. Im Gespräch mit Eckart Rohlfs und Wolf Loeckle eröffnete Riedl hier Einblicke in sein Leben und Werk unter anderem an seinem Geburts- und Wohnort im oberbayerischen Murnau und an seinen Wirkungsstätten in München.

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