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Alle Artikel kategorisiert unter »Neue Musik«

Im Zentrum: der Text – Werke von Kaija Saariaho auf einer neuen Ondine-CD

25.06.15 (Mátyás Kiss) -
Das finnische Label Ondine fährt fort, das Schaffen einer der bedeutendsten Töchter ihres Landes umfassend zu dokumentieren: Die neueste Veröffentlichung stellt drei jüngere Werke von Kaija Saariaho (geb. 1952) vor, die auch in anderer Besetzung oder Form vorliegen.

Heiße Orgel, cooler Gesang

24.06.15 (Max Nyffeler) -
Neue Musik mit und von: Christian Ofenbauer, Gerhard Stäbler, Sophie Tassignon, Kuniko Kato und Iannis Xenakis.

CD-Tipps 2015/06

24.06.15 (Andreas Kolb) -
Hamilton de Holanda: Bandolim +++ Samuel Blaser Quartet: Spring Rain +++ Henning Sieverts: HEXACOR – The Church; HEXACOR – The Monastery; Live recording from festival Tonspuren 2014 at Kloster Irsee

Musikverweigerungsmusik

Das „Kunstforum“ ist vielleicht das beste deutschsprachige Periodikum für die gegenwärtige Welt der Kunst, hochprofessional, umfangreich, es verbindet Berichte mit Reflexionen. Jede der Ausgaben setzt einen Schwerpunkt, in den beiden jüngsten: „Kunstverweigerungskunst“ (Bände 231 und 232). Ein solcher Titel ist paradox. Warum sollten Künstler, anstatt Kunst zu betreiben, dieselbe verweigern? Ist derlei überhaupt logisch möglich? Was verweigert wird, kann schwerlich existent werden. Und doch: Kunst vermag auch dieses: die Bewegung gegen sich selbst. Die klassische Avantgarde mit ihren konzeptuellen Ansprüchen hat, Jahrzehnte zuvor, alle Optionen, einschließlich der zahlreichen Formen der Negation, durchgespielt, und davon sind wir alle nolens volens Erben.

Mit vorgeschnallter Banane und Stichsäge – Berios „Un Re in Ascolto“ und Puccinis „Turandot“ am Staatstheater Kassel

19.06.15 (Andreas Hauff) -
„Ab nach Kassel“ war ein hämischer Spruch, mit dem die deutsche Öffentlichkeit 1871 den geschlagenen Franzosenkaiser Napoleon III. in die Gefangenschaft auf Schloss Wilhelmshöhe begleitete. „Ab nach Kassel“ kann man heute demjenigen empfehlen, der sehen will, wozu mittlere deutsche Bühnen noch in der Lage sind. Die Musiktheater-Sparte des Hessischen Staatstheaters beeindruckt immer wieder nicht nur durch ihr hohes künstlerisches Niveau, sondern auch durch ihre durchdachte Programmdramaturgie. Da hat man schon die seltene Gelegenheit, Luciano Berios „Un Re in Ascolto“ von 1984 zu erleben, und dann gibt es am nächsten Abend auch noch Giacomo Puccinis „Turandot“ – in Berios Schlussfassung.

In dichtem Raum- und Zeitgefüge – John Cages „Europeras 3 & 4“ in der Werkstatt der Berliner Staatsoper

19.06.15 (Peter P. Pachl) -
Wie würde wohl John Cage, der für seine Abrechnung mit der abendländischen Opernliteratur in „Europeras 3“ sechs ständig parallel Vinyl auflegende Platten-Spieler verlangt, auf die CD-Kultur und auf deren nun oft prognostiziertes Ende reagiert haben? Bei „Europeras 4“ im Rahmen des Festivals „Infektion!“ an der Staatsoper Berlin erfolgt die behutsame Aktualisierung: der Pianist spielt seine Noten vom iPad, und der Bariton holt sich seine Lauf-Infos vom Cellphone.

Schostakowitsch-Tage in Gohrisch mit Musik aus dem Gulag – eine Uraufführung von Vsevolod Zaderatsky

17.06.15 (Michael Ernst) -
Als Musiklehrer beim Zaren brachte er sich in Gefahr. Musik hat ihm in schwierigsten Zeiten das Leben gerettet: Vor 77 Jahren schrieb Vsevolod Zaderatsky ein zweieinhalbstündiges Klavierwerk – im Lager! Erstmals seit Johann Sebastian Bach wieder Präludien und Fugen auf sämtliche Tonarten. Eine Geschichte auch aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Die Kraft des menschlichen Geistes: Barrys Guys Komposition „The Blue Shroud“ interpretiert Pablo Picassos Guernica

16.06.15 (Stefan Pieper) -
September 2003: Im UN-Sicherheitsrat verkündet der amerikanische Verteidigungsminister Colin Powell die militärische Intervention im Irak. In vollem Bewusstsein dieser Tat im Hinblick auf die Konsequenzen für die Zivilbevölkerung „passte“ dazu ein optisches Symbol im UN-Gebäude definitiv nicht: Pablo Picassos Bild „Guernica“ markiert einen Aufschrei angesichts des ersten Luftangriffes auf eine Zivilbevölkerung seitens spanischer und deutscher Faschisten im Jahr 1937. In Amerika wurde die riesige Kopie dieses Gemäldes in einem „bilderstürmerischen“ Akt kurzerhand zugehängt aus Anlass der Kriegserklärung gegen den Irak.

Vom Hochsitz aus, mit Kinder-Laserschwert – Stockhausens „Originale“ in der Berliner Staatsoper

14.06.15 (Peter P. Pachl) -
„Stop, bitte hört euch die Aufnahme noch einmal an“, unterbricht der Dirigent Max Renne die Aufführung auf der zentralen Spielfläche in der Werkstatt der Staatsoper schon nach wenigen Minuten. Er wird in der Folge des Abends mehr Einsätze an Technik und für stumme Aktionen zu geben haben als an die Musiker. Ein langer, aber gefeierter Abend von „Fluxus reloaded“ des Festivals „Infektion!“ der Staatsoper.

Lauschangriffe in (un-)gewohnter Umgebung

11.06.15 (Dirk Wieschollek) -
Seit annähernd 30 Jahren sind die Weingartener Tage für Neue Musik eine Institution in der Vermittlung zeitgenössischer Komposition, bei der Ikonen der Avantgarde wie Cage, Stockhausen, Kagel und Lachenmann zu Gast waren. Ab sofort (und man fragt sich sogleich: warum eigentlich erst jetzt?) werden die dreitägigen Komponistenportraits von einer Schriftenreihe flankiert, die sich der Initiative des Musikpädagogen und Musikwissenschaftlers Jürgen Oberschmidt verdankt. Der vielversprechende Auftakt ist Carola Bauckholt (die 2014 in Weingarten zu Gast war) gewidmet und bündelt Texte, die zum Teil bereits in anderen Kontexten veröffentlicht, größtenteils aber eigens für diese Publikation geschrieben wurden.
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