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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper«
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Orientalische Längen in Hamburg: Simon Wills’ neue Opera buffa „The Stolen Smells“ ist leider keine
06.02.12 (Verena Fischer-Zernin) -
Es ist ein Stoff wie aus dem Mythenschatz der Menschheit: Ein junger, so brot- wie talentloser Dichter liebt die Tochter eines Bäckermeisters. Als er den Fehler macht, ausgerechnet vor der Backstube den Duft des frisch gebackenen Brots zu inhalieren, sieht der Bäcker seine Chance gekommen, dem unerwünschten Bewerber eins auszuwischen: Zahlen solle der für den Genuss. Das kann er natürlich nicht, weshalb der Bäcker ihn als Dieb anklagen und ins Gefängnis werfen lässt. Erst dann erfährt er, welch brachiale Strafe auf Diebstahl steht, nämlich Handabhacken. Aber die Anklage zurückziehen und sich lächerlich machen will der gestrenge Bäcker dann doch nicht.
Zirkus Lulu: Stefan Herheim inszeniert Bergs Oper an der Dresdner Staatsoper
06.02.12 (Michael Ernst) -
Die Figur der Lulu als Wille und Vorstellung. Nordisch unterkühlt inmitten von lebhafter Buntheit. In Stefan Herheims Inszenierung der gleichnamigen Oper von Alban Berg, die jetzt als Koproduktion von Kopenhagen nach Dresden übertragen worden ist, wird dieser Typus vorgeführt, seziert und gleichsam analysiert. Das musikalische Potential bleibt dabei keineswegs auf der Strecke. Für den Schlussakt bedient man sich einer Neufassung von Eberhard Kloke.
Loges listiger Abend: München startet mit „Rheingold“ sein neues Ringprojekt
05.02.12 (Christian Kröber) -
Dass sich München seit langer Zeit als musikalisches Gegengewicht zu Bayreuth sieht, davon zeugt nicht nur das 1901 mit Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ erbaute und architektonisch dem Grünen Hügel nachempfundene Prinzregententheater. Vielmehr liefert man sich seit Jahrzehnten einen künstlerischen Wettbewerb bei der Pflege des Wagnerschen Erbes. Im Jahrestakt stemmen beide Häuser den kompletten Ring, und mit der Inszenierung des Rheingold haben Andreas Kriegenburg (Regie) und Kent Nagano am Pult ein künstlerisch überzeugendes Ergebnis vorgelegt.
Wanken auf schwankenden Planken: Wagners „Götterdämmerung“ an der New Yorker Metropolitan Opera
03.02.12 (Jörn Florian Fuchs) -
Zum Schluss gibt es doch noch eine klitzekleine Regieidee. Die im Rheingold so triumphal auftretenden Götter sind inzwischen zu Gipsfiguren erstarrt und während die letzte Himmlische – Brünnhilde – sich meuchelt, zerplatzen die Köpfe der Gipsgötter. Dann senkt sich das riesige, viele Millionen Dollar teure Gerüst mit beweglichen Stahlstreben ein letztes Mal und zeigt eine bunte Mischung aus Wasser, Feuer, Licht – was am Ende eines Rings halt so übrig bleibt. Aber sind wir davon wirklich bewegt oder gar überzeugt?
Indische Schönheit auf Umwegen durch die französische Provinz: „Lakmé“ von Léo Delibes an der Oper Bonn
01.02.12 (Frieder Reininghaus) -
„Lakmé“ von Léo Delibes wurde 1883 an der Opéra-Comique Paris mit gewaltigem Aufwand uraufgeführt. Allein die Dekorationen sollen 80.000 Goldfrancs gekostet haben. Entstanden ist das Werk, das auf Pierre Lotis 1882 erschienenem Roman „Le Mariage de Loti“ basiert, als Begleitmusik zum französischen Kolonialismus, der mit dem überlegenen britischen rivalisierte. Edmond Gondinet und Philippe Gille arrangierten den von psychologischer Feinzeichnung wenig getrübten Operntext, der ins Indien des 19. Jahrhundert führt.
Der Kirschgarten in Paris: zur Uraufführung von Philippe Fénelons „La Cerisaie“ im Palais Garnier
31.01.12 (Frieder Reininghaus) -
Uraufführungen großformatiger Opern fanden in der französischen Hauptstadt seit zwanzig Jahren mit schöner Regelmäßigkeit in der Opéra Bastille statt („Melancholia“ von Georg Friedrich Haas erschien als Ausnahme). Die Premiere „La Cerisaie“ wurde neuerlich in die alte Prunkburg, das Palais Garnier zurückverlegt. Vielleicht findet der Generaldirektor der Pariser Musiktheater, Nicolas Joel, ja auch das Ambiente rund um die Opéra Bastille so verranzt, dass er es den Premierengästen nicht zumuten möchte.
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