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  Dresdner Philharmonie bedroht, trotz aller Sparmaßnahmen

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Autor Thema:   Dresdner Philharmonie bedroht, trotz aller Sparmaßnahmen
nmz-red/leipzig
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erstellt am 17. März 2001 um 17:39 Uhr    Klicken Sie hier, um sich das Profil von nmz-red/leipzig anzusehen!   Klicken Sie hier, um nmz-red/leipzig eine eMail zu senden!     Beitrag editieren/löschen   Antwort mit Zitat
Die Dresdner Philharmonie nimmt in der sächsischen Landeshauptstadt einen immer geringeren Stellenwert ein. Seit mehr als acht Jahren wird den 115 Musikern und ihrem Chefdirigent Marek Janowski ein Umbau des Kulturpalastes versprochen. Der protzige DDR-Kulturbau, der als Spielstätte dem traditionsreichen Orchesters dient, hat eine berüchtigte Saal-Akustik, in der die Werke regelrecht zerfasert werden. Auch ist der Bau einer neuen Philharmonie angedacht, jedoch fehlen verbindliche Entscheidungen.

Olivier Winterstein, seit 1992 Intendant der Dresdner Philharmonie, ist es leid, seinen Etat ständig zu verteidigen und sein Orchester vor der Stadt zu legitimieren. Im Jahr 2002 läuft sein Vertrag aus und was ihn reizen könnte, in Dresden zu bleiben, sagt er in einem Interview mit der Sächsischen Zeitung: "Dazu muss endlich Stabilität in die Finanzverhandlungen kommen. Wenn man zum elften Mal einen Etat verteidigen muss, als ob man anderen etwas
wegnehmen würde, dann hat das einen Grad des Unerträglichen. Ständig haben wir uns zu legitimieren, obwohl das Orchester Teil der Stadt-Traditionen ist, sich spürbar nach vorn entwickelt hat und erfolgreich ist. So stieg die Zahl der Aufführungen von 99 im Jahr
1993 auf 160 im vergangenen Jahr. Wir haben jetzt pro Saison über 235 000 Zuhörer und damit gut 45 000 mehr als vor neun Jahren, die Einnahmen wuchsen um 1,4 Millionen Mark bei gleichzeitigem Absenken der Sachkosten um über 1,3 Millionen Mark. Die Philharmonie wurde seit 1992 in über 250 Tournee-Konzerten weltweit als Kulturbotschafter Dresdens gefeiert."

Trotzdem wurde der Etat eingefroren und steigende Tarife unberücksichtigt gelassen. Falls sich in Dresden der Finanzdezernent durchsetzt, der offenbar auch in Kultur-Fragen das Sagen hat, ist 2002 ein Defizit von 650 000 Mark nicht zu verhindern. Die Folgen: Konzerte werden abgesetzt, Gäste müssen auf Gagen verzichten und werden Schadenersatz fordern, Einnahmen werden dezimiert, Planstellen müssen gestrichen werden, das Orchester wird funktionsunfähig. Dresden sollte sich auf sein 131 Jahre altes Orchester besinnen und endlich handeln!

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