Anders als zuvor – Das Doppeljubiläum 25 Jahre Brahms-Festival und Brahms-Institut in Lübeck


(nmz) -
Nimmt man die Gegenwart als Drehachse, so bewegt jeder Blick zurück die Perspektive nach vorn, weil das Bewußtsein anders wird als zuvor. Solche „Verwandlungen“ sind das Motto der 35 Konzerte beim Brahms-Festival in Lübeck vom 22.April bis 1.Mai 2016, indem deren Zentren und Randbezirke musikalisch und rezeptiv ausgelotet werden:
30.03.2016 - Von Hans-Dieter Grünefeld

Zum einen im Prinzip „Metamorphosen“ in sinfonischen Werken von Beethoven, Richard Strauss und Brahms selbst, zum anderen in Aufführungen von Kammermusik aus zwei Jahrhunderten, so „Dufay-Bearbeitungen“ von Isabel Mundry und „En bref“ über Walzer von Josef Lanner, die Rico Gubler komponierte. Über den normalen Konzertrahmen hinaus wird die „Musik im Wandel – 25 Jahre – 25 Stunden“ an verschiedenen Orten ein Non-Stop-Programm mit Schüleraktionen zum „Witz bei Haydn“, Nachstücke u.a. von Ernst Krenek und Charles Koechlin sowie Clubmusik / Techno, Vokalmusik und Lesungen zum Sonnenaufgang und einen Mitsingchor anbieten.

Exzeptionell in diesem Kontext ist auch die Mono-Oper „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Grigori Frid, die auch Bilder einbezieht, so dass neben den üblichen auch neue Formate der Präsentation das Festival prägen. Das Konzept fürs Festival kommt aus dem Brahms-Institut, wo Projektleiter Sandberger für die enge Kooperation mit der Musikhochschule und den anderen Spielstätten verantwortlich ist.

Parallel wird in der Eschenburg-Villa, wo das Brahms-Institut residiert, anderer Erfolg gefeiert, nämlich dass aus der größten Privatsammlung zu Brahms, einst vom Ehepaar Renate und Kurt Hofmann aufgebaut, ein international vernetztes Wissenslabor geworden ist.

Außer der Dokumentation und Bewahrung etwa wertvoller Autographen wird dort vor allem durch digitalisierte Archivalien, zuletzt der Nachlass des Brahms-Freundes Theodor Kirchner, einer interessierten Öffentlichkeit und Forschern weltweit bekannt gemacht. Konzerte, Symposien und Ausstellungen, dieses Jahr in Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holstein Musikfestival „Kontinuitäten - Joseph Haydn im Wandel der Interpretationen“, ergänzen das Programm zum Doppeljubiläum.   

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