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Die integrative Kraft der Musik – Konzert des „Expat Philharmonic Orchestra“ in Rostock

05.02.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Manchmal übersteigen klassische Konzerte die ästhetische Selbstgenügsamkeit und gewinnen unmittelbar soziale Realität. Meist nicht nur dadurch, wie in ihnen musiziert wird, sondern eher dadurch, was und unter welchen Umständen musiziert wird. Von solcher Art war eine Aufführung von Beethovens „Neunter“ am Freitag vergangener Woche in der Rostocker Konzertkirche St. Nikolai, die zu einem denkwürdigen politischen Ereignis im kulturellen Gewand wurde, platziert im Problemfeld von „Flüchtlingskrise“ und Zuwanderer-Integration.

Schade: Fade Scheherazade – Oded Tzur beim BMW Welt Jazz Award

04.02.16 (Ssirus W. Pakzad) -
„Inspired By Legends“ – als das Motto des aktuellen BMW Welt Jazz Awards im vergangenen Herbst bekannt gegeben wurde, wird sich manch einer gedacht haben, dass es ab Januar im Doppelkegel am Mittleren Ring um das gehen wird, was die Säulenheiligen des Jazz bei der heutigen Musiker-Generation ausgelöst haben, dass also die üblichen Verdächtigen Tribute über sich ergehen lassen müssen: Miles, Monk, Coltrane. Doch die Themenstellung gab weit mehr her: beim zweiten Wettbewerbs-Konzert etwa erzählte der israelische Saxofonist Oded Tzur mit seinen Mitteln Geschichten aus 1001 Nacht nach.

Nächtlicher Reigen verschiedener Paare – „The Fairy Queen“ in Stuttgart

04.02.16 (Burkhard Baltzer) -
Ein Fest – und schon im Foyer läuft die Feier aus dem Ruder. Das Hochzeitspaar wahrt zwar die Fassung, doch der Organist trinkt sich so hackedicht, dass seine Lippen kaum mehr den Flaschenhals finden, während eine Partynudel jeden ernsthaften Regieansatz verzappelt . Man ist belustigt und verstört über den Beginn dieser „Fairy Queen“ in Stuttgart, wo Oper und Schauspiel zum zweiten Mal gemeinsam einen „Purcell stemmen“.

Daniel Hope widmet Yehudi Menuhin Album zum 100. Geburtstag

03.02.16 (dpa) -
Berlin - Der Jahrhundertgeiger Yehudi Menuhin (1916-1999) war sein langjähriger Förderer und Mentor: Jetzt widmet der britische Starviolinist Daniel Hope seinem «musikalischen Großvater» zum 100. Geburtstag eine Erinnerungs-CD. «Ich wollte ein sehr persönliches Album für ihn machen», sagte der 42-jährige Neu-Berliner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur

Verkleidetes Leiden an der Welt

03.02.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Verdis „Stiffelio“ an der Oper Frankfurt, eine lohenswerte Wiederentdeckung, meint unser Kritiker Wolf-Dieter Peter. Musikalisch großartig, in der Szene allerdings hektisch rotierend.

Wie Menschen durch Erziehung zerstört werden

03.02.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Frank Hilbrich inszeniert eine bedrückende Sicht auf Verdis „Macht des Schicksals“. Ute-Schalz-Laurenze hat sich die Premiere an der Staatsoper Hannover angesehen.

Antarktisches Kammerspiel im Breitwandformat: „South Pole“ von Miroslav Srnka an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt

01.02.16 (Juan Martin Koch) -
Hampson, Villazón, Neuenfels, Petrenko: Große Namen warf die Bayerische Staatsoper für ihr jüngstes Auftragswerk „South Pole“ in die Waagschale. Wie Miroslav Srnkas und Tom Holloways antarktische „Doppeloper“ rund um das Südpol-Rennen Scott-Amundsen gelungen ist, hat Juan Martin Koch erkundet.

Enttäuschend: Die deutsche Erstaufführung von Verdis „Jérusalem“ in Bonn

01.02.16 (Frieder Reininghaus) -
Auf den ersten Blick mag es scheinen, als würde mit der ersten szenischen Aufführung von Giuseppe Verdis „Jérusalem“ in Deutschland durch die Oper Bonn ein Mangel behoben. Bei dieser vieraktigen Historien-Oper, die Ende 1847 in der Salle de la rue Peletier das Licht der Musiktheaterwelt erblickte, handelt es sich um die (nicht allzu tiefschürfende) Überarbeitung des Dramma lirico „I lombardi alla prima crociata“.

Überdurchschnittlich: „Jewgeni Onegin“ an der Komischen Oper Berlin

01.02.16 (Peter P. Pachl) -
Entgegen dem früheren Alleinstellungsmerkmal der Komischen Oper Berlin, alle Werke in Landessprache zur Aufführung zu bringen, wurde die russische Erstaufführung von Pjotr I. Tschaikowskis „Lyrische Szenen in drei Akten“ nun im ehemaligen russischen Sektor Berlins zu einem ungeteilt gefeierten Premierenerfolg.

Rodenbach versus Korngold-Factory – „Die tote Stadt“ am Theater Magdeburg

31.01.16 (Peter P. Pachl) -
Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ feiert nachhaltiger Bühnenrenaissance als andere wiederentdeckte Opern des frühen 20. Jahrhunderts. Neben großen und Festspiel-Bühnen nehmen sich auch kleinere Häuser der vom Wiener Kritikerpapst Julius Korngold unter dem Pseudonym Paul Schott verfassten, von seinem Sohn als Wunderkind kongenial vertonten Stoff nach dem Roman von Georges Rodenbach „Bruges-la-Morte“ an.

Hauptsache schön bunt und üppig

31.01.16 (Joachim Lange) -
Romelia Lichtenstein glänzt in der Neuproduktion von Franceso Cileas „Adriana Lecouvreur“ in der jüngsten Neuproduktion dieser Oper im Opernhauses in Halle. Joachim Lange hat die Premiere für nmz-online besucht.

Stückwerker suchen einen Autor – „Mord an Mozart“-Collage von Rimsky-Korsakow bis Coleman

29.01.16 (Peter P. Pachl) -
Über die jüngste Staatsopernproduktion lässt sich viel erzählen, und das scheint sie aufzuwerten – dem gegenüber stehen die Eindrücke, welche der Zuschauer von der Bühne erlebt. Unser Kritiker Peter P. Pachl war Zuschauer.

Hübsch, aber ohne eigenes ästhetisches Gewicht

29.01.16 (Hans-Peter Graf) -
„Das schwarze Wasser“, Musiktheater von Vivian und Ketan Bhatti nach dem Schauspiel von Roland Schimmelpfenning an der Neuköllner Oper Berlin 21.1. 2016. Hans-Peter Graf besuchte die Uraufführung.

GEMA kann nicht gegen YouTube punkten

28.01.16 (Martin Hufner) -
Das OLG München urteilte heute: Uploader sind in der Lizenzpflicht, nicht YouTube. Die GEMAhatte versucht, mit einer Schadensersatzklage YouTube in die Pflicht zu nehmen, angemessene Vergütungen für die auf dieser Plattform verbreiteten urheberrechtlich geschützten Werke zu zahlen. Das Urteil ist eine mittlere Katastrophe und dürfte nicht das Ende des Klagewegs gewesen sein. Revision wurde ausdrücklich zugelassen.

TTIP, die Kultur und die Moral

28.01.16 (Martin Hufner) -
Es wird weiter gestritten um das sogenannte Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, das sich hinter dem harmlos wirkenden Kürzel „TTIP“ verbirgt. Das letzte Jahr war insbesondere durch viele wirkungsvolle Initiativen gekennzeichnet, die das Thema in die breite Öffentlichkeit brachten. Der „Tag gegen TTIP“ und die „Demo gegen TTIP“ konnte auch vom deutschen Parlament nicht mehr ignoriert werden.

Hélène Grimaud und der bedeutendste Rohstoff der Erde

28.01.16 (dpa) -
Paris - Starpianistin Hélène Grimaud (46) bringt an diesem Freitag ihr neues Album auf den Markt. Unter dem Titel «Water» interpretiert die französische Musikerin Stücke von Komponisten zum Thema Wasser. Neben Melodien von Berio, Ravel, Liszt, Debussy, Janacek und Albéniz sind auch zeitgenössische Klänge von Nitin Sawhney zu hören.

Ernst von Siemens Musikpreis 2016 geht an Per Nørgård

Der internationale Ernst von Siemens Musikpreis geht 2016 an den dänischen Komponisten Per Nørgård. Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250.000 Euro dotiert. Der Preis wird Per Nørgård am 2. Mai 2016 im Münchner Prinzregententheater durch den Präsidenten der Bayerischen Akademie der Schönen Künste überreicht. Insgesamt vergibt die Ernst von Siemens Musikstiftung über drei Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern.

Rondoartige Verkettung – Postume Uraufführung von Konrad Boehmers „Sensor“ in der Deutschen Oper Berlin

27.01.16 (Peter P. Pachl) -
Das „elektrische Musiktheater“ von Konrad Boehmer aus dem Jahre 2007 erlebte seine postume Uraufführung in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin. Die Komposition mit Klavier, Klarinette, Schlagzeug und elektronischen Zuspielungen erweist sich weniger elektronisch als bei diesem Komponisten zu vermuten. Die vierte musiktheatrale Zusammenarbeit des 2014 verstorbenen Boehmer mit dem Münchner Autor Albert Ostermaier kombiniert drei Schauspieler in vier Szenen mit emotional starken, aber zunächst sinnentleert wirkenden Texten.

Auf Beat hoffen? – Bassist Dieter Ilg stellte sein Projekt „Mein Beethoven“ beim BMW Welt Jazz Award vor

26.01.16 (Ssirus W. Pakzad) -
Wenn kein Instrument im Mittelpunkt steht oder aber eine spezifische Kombination verschiedener Klangerzeuger, richtet der BMW Welt Jazz Award den Fokus auf ein konkretes Thema. Die nun schon achte Ausgabe des hochdotierten Wettbewerbs, den der Münchner Autobauer ausrichtet, hat das Motto „Inspired By Legends“ ausgerufen.

Der Himmel über Fukushima

25.01.16 (Verena Fischer-Zernin) -
Kent Nagano dirigiert an der Staatsoper Hamburg die Uraufführung von „Stilles Meer“, Toshio Hosokawas Oper über die Katastrophe an der japanischen Küste. Ein Bericht von Verena Fischer-Zernin.

„Das Geheimnis meines Berufs“

25.01.16 (Michael Ernst) -
Dirigenten-Legende Gennadi Roschdestwenski ist fast 85, steckt voller Pläne und wird – wieder einmal – für sein Lebenswerk geehrt. Diesmal mit dem Internationalen Schostakowitsch-Preis Gohrisch. Michael Ernst sprach mit ihm.

Düsternis im Herrenanzugskonfektionshaus – Claus Guth inszeniert Richard Strauss’ „Salome“ an der Deutschen Oper Berlin

25.01.16 (Peter P. Pachl) -
Missbrauch von Kindern ist das zentrale Thema des Regisseurs Claus Guth. Das kitzelt er mit Vorliebe aus jenen Opern, die er inszeniert, heraus, bisweilen durchaus zwingend, manchmal weniger treffend. Überzeugend gelang ihm in dieser Hinsicht die Staatsopernproduktion von „Fairy Queen“ in der Bearbeitung von Klaus Oehring als „Aschemond“, überraschend auch in der Ausdeutung der Beziehung von Daland zu seiner Tochter Senta (in Guths Bayreuther „Holländer“-Inszenierung) – und zwischenzeitlich auch in Opern von Richard Strauss, etwa in Frankfurt bei „Daphne“, wo der Vater seine Tochter in einen Schrank zerrt. Derselbe Ansatz missglückte dem Regisseur jedoch bei „Salome“ an der Deutschen Oper Berlin.

Azucenas Rache – In Dessau triumphiert die Musik in Verdis Troubadour

24.01.16 (Joachim Lange) -
Es ist wohlfeil über diese ziemlich vertrackte Geschichte von Salvatore Cammarano zu lästern. Ein Glück, dass Giuseppe Verdi im Laufe seiner Karriere auch andere Ideenlieferanten (bis hinauf zu Schiller) und Librettisten hatte. Ein anhaltender Erfolg ist diese Räuberpistole „Trovatore“, die zwischen „Rigoletto“ und „Traviata“, 1853 in Rom das erste Mal auf die Bühne kam, dennoch. Zumindest, wenn man die richtigen Sänger beisammen hat und sich alle Interpreten auf der Bühne und die Musiker im Graben auf Verdi ein- und verlassen. So wie jetzt in Dessau.

Am Rand der Antarktis – Victor Gama bei „Krieg singen“

In einem Stück über einen israelisch-südafrikanischen Atomwaffentest präsentiert Victor Gama im Berliner Haus der Kulturen der Welt erstmals in Deutschland seine einzigartigen Instrumente. Am Vortag hat bereits Laibach gespielt. Im Kontext der viertägigen Konzert- und Veranstaltungsreihe „Krieg singen“ im Haus der Kulturen der Welt wirkt Victor Gamas friedliche Musik zunächst überraschend harmonisch. Und doch birgt „Vela 6911“ mit dem Kammerensemble Neue Musik, Gamas eigenen Instrumenten und Video den brisantesten Zündstoff.

Messiaens „Quartett für das Ende der Zeit“ als bildhafte Musik

20.01.16 (Michael Ernst) -
Auf den Tag genau 75 Jahre nach der Uraufführung von Olivier Messiaens „Quatuor pour la Fin du Temps“ in einem deutschen Kriegsgefangenenlager wurde das Stück dort vertanzt.
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