nmz-Online

Auf dieser Seite finden Sie alle Artikel, die ausschließlich online und in keiner Print-Ausgabe erschienen sind. Sie können die Online-Artikel per RSS abonnieren.

Der Hunderttausend-Volt-Dirigent – Seiji Ozawa wird 80 Jahre alt

01.09.15 (dpa) -
Wenn Seiji Ozawa vor ein ausländisches Orchester tritt, dann spricht er mit seinen Augen. „Ich bin nicht gut in Fremdsprachen. Wenn ich ausländische Orchester dirigiere, habe ich gar keine andere Wahl“, antwortete der japanische Stardirigent unlängst auf eine Frage einer heimischen Tageszeitung nach der Kraft seiner Augen, die Musiker wie Fans bewundern. Doch es ist seine ganze Erscheinung, die unglaubliche Energie ausstrahlt. Nicht umsonst wird der kleine, drahtige Japaner mit den vielen Lachfalten oft als „Energiebündel“ oder auch als der „Hunderttausend-Volt-Dirigent“ beschrieben.

Deutsche Erstaufführung: „Der Triumph des Todes" von Frederic Rzewski beim Kunstfest Weimar

31.08.15 (Joachim Lange) -
Weimar ist seit je besonders deutsch. Ein Fürstensitz als Hauptstadt der Klassik noch bevor sich die Nation zusammenraufte. Aber auch ein Symbol für den zivilisatorischen Bruch im vorigen Jahrhundert. Nicht weit vom Frauenplan, auf dem Ettersberg, gab es eben auch das Konzentrationslager Buchenwald. Ein geerbter Widerspruch, der sich nicht weg-vergessen lässt. Für das Kunstfest Weimar ein Dauerthema.

Unsinn ohne Ende: Helge Schneider wird 60 Jahre alt

30.08.15 (Christopher Weckwerth) -
Besonders viele Lacher kriegt Helge Schneider, wenn er über seinen eigenen Unsinn kichert. Das Publikum liebt ihn dann besonders, wenn er seine oft improvisierten Geschichten vom Absurden ins wahnsinnig Alberne kippen lässt und die eigene Komik komisch findet. Da hilft nur, über sich selbst zu lachen. Oder Musik.

#Sommerloch – Juan Martin Kochs Leitartikel zur nmz 9/2015

28.08.15 (Juan Martin Koch) -
[Vorabdruck aus der nmz 9/2015]. Herr: es ist Zeit. Das Sommerloch war sehr groß. Aber das Sommerloch, das zu groß ist, um von den Bayreuther Festspielen gefüllt zu werden, muss erst noch im Geiste Wagners erdichtet und vertont werden. Neben Katharinas mehr oder weniger verkorkster Tristan-Deutung und Nikes Unmut über das neu gestaltete Wagnermuseum war es die Bloggerin Juana Zimmermann, die für den eigentlichen Coup sorgte: Nicht zuletzt, um auf die Social-Media-Verschnarchtheit so mancher Kulturinstitution aufmerksam zu machen, richtete sie den Twitter-Account ein, den die Bayreuther Festspiele nicht haben … und alle fielen auf den #Bayreuthfake herein.

Salzburger Festspielpopulismus – Eine Bilanz

28.08.15 (dpa) -
Ausgerechnet das als Weltnovität angekündigte Herzstück der diesjährigen Salzburger Festspiele war ein Megaflop. Die meisten Kritiker ließen kein gutes Haar an der neuen „Salzburger Dreigroschenoper“, die in der Felsenreitschule als „einmalige Experimentalfassung“ zu sehen war. Der britische Komponist und Arrangeur Martin Lowe hatte dafür die berühmten Weill-Songs neu orchestriert. „Haifisch ohne Zähne“ lautete die mildeste der Überschriften in den Feuilletons.

Nikolaus Lehnhoff, der Ästhet unter den Regisseuren, ist tot

28.08.15 (Michael Ernst) -
Jede Zusammenarbeit mit ihm war ein Ereignis, war bereichernd, lehrreich und verlief stets ohne lautstarkes Debakel, wie es mit so vielen anderen „Star-Regisseuren“ oft an der Tagesordnung zu sein schien. Warum war das mit ihm anders, weil er selbst sich eben nicht als einer der Stars sah? Dabei wusste Nikolaus Lehnhoff durchaus um seinen Wert, um seine Qualitäten. Die hatten mit Inhalt und Deutung zu tun, mit musikalischem Ausdrucksgehalt und inszenatorischer Umsetzung.

Musik, Macht und Missbrauch – Zwei Erinnerungen

25.08.15 (nmz-online) -
Wir müssen und wollen heute an zwei Beiträge erinnern, in denen es um Macht und Missbrauch an Musikhochschulen, respektive zwischen Lehrern und Schülern geht. Erst Mitte des Jahres hat sich aus gegebenem Anlass Moritz Eggert im Badblog of Musik damit befast. Aus dem Jahr 2006 stammt die 99. Ausgabe von taktlos, in der es um sexuelle Übergriffe im Instrumentalunterricht ging. Dort finden sich auch Literaturhinweise.

„Es gibt nur das“ – Der Geigenbaumeister

25.08.15 (dpa) -
Auf der Werkbank liegen Schnitzmesser, Hobel und zerknüllte Saiten. Der knarzende Holzdielenboden ist mit Sägespänen bedeckt. Das hölzerne 50er-Jahre-Radio neben der Werkbank ist so groß wie ein alter Röhrenfernseher, aus ihm dringen leise die Töne eines Streichorchesters. „Ich mag einen schönen Klang, und die modernen Radios klingen alle so nach Plastik“, sagt Florian Friedrich Lehmann.

Erschreckend aktuell – Christian Bergs Musical „Oliver Twist“ in Hamburg

24.08.15 (Britta Schmeis) -
Am Ende gibt es ein klares politisches Statement: „Jeder hat ein Recht auf Heimat“ oder „Heimat ist dort, wo dein Herz ist“ steht auf den Schildern, die die Figuren von Christian Bergs neuem Familienmusical „Oliver Twist – Tu doch, was dein Herz dir sagt“ hochhalten. Mit höchst aktuellem Bezug inszeniert der Regisseur und Schauspieler Berg den Klassiker von Charles Dickens. Am Samstagabend feierte das Stück mit Musik von Liedermacher Konstantin Wecker am Harburger Theater in Hamburg seine Uraufführung.

Song „Happy Birthday“ – Gericht soll über Urheberrecht entscheiden

24.08.15 (dpa) -
Das beliebte Geburtstagsständchen bringt dem amerikanischen Musik-Riesen Warner jedes Jahr zwei Millionen Dollar ein. Jetzt soll ein US-Gericht entscheiden, ob „Happy Birthday to You“ ihm überhaupt gehört.

„das ist taktlos“ - Bayerischer Rundfunk setzt Radiosendung zum Jahresende 2015 ab

24.08.15 (nmz-online) -
In der aktuellen Ausgabe der Zeitung „Politik & Kultur“ des Deutschen Kulturrates wird jetzt auch die seit 1998 laufende Sendung des Bayerischen Rundfunks und der neuen musikzeitung „das ist taktlos“ als abgesetzt gemeldet. Sie landete auf der rote Liste. Knapp 18 Jahre nach ihrem Start ist nach noch drei geplanten Sendungen also Schluss. nmz-online hat heute um eine Stellungnahme beim BR nachgefragt.

Kurz-Schluss – Wie mir einmal im Ukraine-Urlaub unglaublich Unverkäufliches widerfuhr

22.08.15 (Theo Geißler) -
Sommerloch? Ich befürchte eher, mein Stern als käuflicher Journalist ist bei einschlägigen Ministerien und Global-Companies im Sinken. Weil immer mehr präpotente halbinformierte Blogger und Facies das Image von professionellen Manipulateuren zerschrammen und mit der Veröffentlichung schlecht recherchierter Möchtegern-Sensationsenthüllungen demolieren. Wie tief ich fiel, mag folgender Vorgang belegen.[Vorabdruck aus Politik & Kultur 5/2015]

Thüringer Orchester – Die Kunst der vollendeten Tatsache

21.08.15 (Gerald Mertens) -
Der Thüringer Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff will erneute Strukturveränderungen für die Orchester und Theater. Mit den Vertretern der Beschäftigten spricht er nicht. Ein Kommentar von Gerald Mertens, dem Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung.

Vertrauen in die künftigen Generationen – Eindrücke von Young Euro Classic 2015

20.08.15 (Albrecht Dümling) -
Seit seiner Gründung vor sechzehn Jahren hat das Festival Young Euro Classic einige Änderungen erfahren. Der Kreis der eingeladenen Jugendorchester sprengte bald die europäischen Grenzen. Auch die zunächst sehr niedrigen einheitlichen Eintrittspreise stiegen kontinuierlich an und sind mittlerweile in drei Kategorien unterteilt. Unverändert ist dagegen das Grundkonzept, das weiterhin künstlerisch von Dieter Rexroth und organisatorisch von Gabriele Minz verantwortet wird. Zu den Konstanten gehören das Konzerthaus Berlin als Schauplatz, die zu Beginn gespielte Festival-Hymne, die Begrüßung durch wechselnde Paten und die Künstlern und Sponsoren als Dank überreichten Sonnenblumen.

Wenn die Hitze zu Kopfe steigt: Kuriose Begebenheiten um die Musik

20.08.15 (nmz-online) -
Die Bayreuther Festspiele haben getwittert, wollen aber davon nichts gewusst haben; wie geht das zusammen? Richard Wagner hat eine bislang unbekannte Oper geschrieben, die 2019 in Bayreuth zur Uraufführung kommen wird – Arno Lücker stellt die Leitmotivtabelle vor. Ein Gemälde mit Wolfgang Rihm in 20 Jahren ist entdeckt worden und stammt aus dem Jahr 1942 – Moritz Eggert klärt auf. Und Alexander Strauch begibt sich in die Untiefen von Politik und Kunst am Beispiel der Pianistin Valentina Lisitsa.

Landesjugendensemble Chor und Orchester Thüringens spielen Altenburger Festkonzert

18.08.15 (PM) -
Das Landesjugendorchester und der Landesjugendchor des Freistaates Thüringen gestalten am Freitag, 21.August im Festsaal des Altenburger Residenzschlosses das Festkonzert anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Altenburger Musikfestivals.

„Seht ihr´s Freunde?“ Wagners Tristan und Isolde im Film. Eine Publikation von Sabine Sonntag

17.08.15 (Dieter David Scholz) -
Es gibt weit mehr Filme, in denen Musik aus Wagners „opus summum“ (Nietzsche) verwen­det wurde, als man denkt. Sabine Sonntag hat sich die Mühe gemacht, dem nachzugehen und gibt einen Überblick über 100 Jahre Filmgeschichte. Sie kommt immerhin auf rund 100 Strei­fen, die in einer angehängten Filmographie präzise aufgelistet sind, samt Themen- und Gat­tungszuordnung, die von „erotischem Thriller“ über „Gesellschaftskomödie“, „König-Lud­wig-Biografie“, und „Kriminalistisches Psychodrama“ bis zu „Politsatire“ und „Pornofilm­regisseur“ reichen.

Ruhrtriennale 2015: Hartes Leben, harte Steine. Nehmen ist seliger als geben

16.08.15 (Frieder Reininghaus) -
Die große Halle der ehemaligen Zeche Lohberg in Dinslaken wird von Johan Simons mit „Accattone“ nach dem Kino-Erstling von Pier Paolo Pasolini und tröstlicher Klagemusik von Sebastian Bach als Ort der Kunst in Betrieb genommen.

Wiederentdeckung eines Opernjuwels – Nicola Porporas Oper „Il Germanico“

16.08.15 (Dieter David Scholz) -
Mit einer Rarität warteten die 39. Innsbrucker Festwochen auf. Erstmals seit der Urauffüh­rung 1732 brachten sie die Oper „Il Germanico“ von Nicola Porpora auf die Bühne. Er war ein Star, nicht nur als gefeierter Opernkomponist in Neapel, Venedig, Dresden und Wien. Der neapolitanische Komponist Nicola Porpora war der gefragteste Gesangspädagoge seiner Zeit. Die bedeutendsten Kastraten waren seine Schüler, nicht zuletzt Farinelli.

Zu Helene Fischer unters Messer – Welche Musik bei der OP läuft

13.08.15 (dpa) -
Konzentriert setzt der Chirurg bei seinem Patienten das Skalpell an, während aus Lautsprechern Hits wie „Atemlos durch die Nacht“ erklingen. Kann das funktionieren? Mediziner sind sich uneins. Bei vielen Operationen läuft Musik: mal lauter, mal leiser, meist ausgewählt vom Chirurgen. Weltweit seien wohl 50 bis 70 Prozent der Operationen mit Musik untermalt, schreiben Forscher um Sharon-Marie Weldon vom Imperial College London im „Journal of Advanced Nursing“.

„Konzerte für Experimentierfreudige“ beim Rheingau-Musik-Festival

11.08.15 (Andreas Hauff) -
Dass „klassische Musik“ (im weitesten Sinne) kein Selbstläufer mehr ist, zeigt auch das erfolgreiche Rheingau-Musik-Festival im 28. Jahr seiner Existenz. Nicht nur Jazz, Literatur und Kabarett stehen mittlerweile weithin sichtbar auf dem Programm, sondern auch Chanson, Tango oder Soul. Im klassischen Bereich zielt man vermehrt auf Zielgruppen: „Konzerte für Cellofans“ oder „Konzerte für Chorliebhaber“ gibt es da. Besonders aufhorchen lässt die Kategorie „Konzerte für Experimentierfreudige“. Dazu zählt das Programm den jungen US-amerikanischen Organisten Cameron Carpenter, das „Ukulele Orchestra of Great Britain“ und die deutsche Formation „Spark“.

Französisch inspiriert – Orgelmusik von Hendrik Andriessen

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere zählte Hendrik Andriessen zu den renommiertesten niederländischen Organisten seiner Zeit – und hier wiederum genoss er vor allem als fantasievoller Improvisator einen ausgezeichneten Ruf. Viele seiner komponierten Orgelstücke basieren auf Improvisationen.

Zu früh geborener Tonfilmkomponist – Zum 150. Geburtstag ein neuer Blick auf das Werk von Alexander Glasunow

10.08.15 (Mátyás Kiss) -
Immer dann, wenn runde Geburts- oder Gedenktage (mehr oder weniger) großer Komponisten herannahen, ist mit zyklischen Aufführungen, Gesamteinspielungen oder wenigstens festlichen Einstudierungen von Schlüsselwerken zu rechnen; derlei Daten erleichtern das Programmieren von Konzertreihen und die Koordination längerfristig angelegter CD-Projekte ungemein. Exemplarisch war dies zuletzt anhand des 150. Geburtstags von Carl Nielsen zu beobachten, und Sibelius wird es Ende des Jahres zum selben Anlass kaum anders ergehen. Wie aber steht es um Alexander Glasunow (1865-1936)?

In den zweiten Weltkrieg und in Innenräume verlegt – Bellinis „Norma“ bei den Salzburger Festspielen

07.08.15 (Peter P. Pachl) -
„Norma“, die erfolgreiche Produktion der von Cecilia Bartoli geleiteten Salzburger Pfingstfestspiele des Jahres 2013 wurde neu einstudiert ins diesjährige sommerliche Festspielprogramm übernommen: ein Triumph für den ungewöhnlichen Klang von Vincenzo Bellini zweiaktiger Tragedia lirica in der von Giovanni Antonini dirigierten quellenkritischen Neuedition und insbesondere für die mit Standing Ovations und Trampeln gefeierte Diva in der Titelpartie.

Bayreuths braune Vergangenheit - Zwist um berühmtes Filmdokument

06.08.15 (dpa) -
Bayreuth - Die braune Vergangenheit der Bayreuther Festspiele und der Familie Wagner bietet regelmäßig Diskussionsstoff. Im neuen Richard-Wagner-Museum nimmt die Ideologiegeschichte zwar breiten Raum ein. Doch ein berühmtes Filmdokument fehlt: Das Filminterview das Regisseurs Hans-Jürgen Syberberg 1975 mit Winifred Wagner.
Inhalt abgleichen