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Herausforderung gemeistert: Christian Euler und Paul Rivinius mit Hindemiths Bratschen-Sonaten

23.09.16 (Charlotte Oelschlegel) -
Hindemiths anspruchsvolle Sonaten finden sich im Standard-Repertoire vieler Bratschisten. Die charakterstarken Kompositionen brauchen Spieler, die sich selbstbewusst und mit emotionalem Feingefühl an die Interpretation wagen. Der Bratschist Christian Euler und der Pianist Paul Rivinius haben es gewagt.

Wirbelwind mit Vision: „Gegen den Beat“ – ein Film über den Jazzdrummer Christian Lillinger

23.09.16 (Roland Spiegel) -
Ein langer Blonder mit Rockabilly-Haartolle. Er spielt Schlagzeug. Was heißt „spielt“: Er wirbelt Schlagzeug. Und steckt mit seiner Musik neue Horizonte ab: Christian Lillinger. Jetzt gibt es einen Film über ihn, „Gegen den Beat“ von Jan Bäumer: Drum-Power zum Sehen (3sat, 24.9., 22.45 Uhr)

Viktorianisches Pompgemälde übers Sterben: Elgars „The Dream of Gerontius“ beim Musikfest Berlin

20.09.16 (Peter P. Pachl) -
Zum Abschluss des diesjährigen Musikfests Berlin stand Edward Elgars Oratorium „The Dream of Gerontius“ auf dem Programm. Peter P. Pachl hat die von einigen Sängerabsagen betroffene Aufführung besucht.

Ein Hauch von Sommernachtstraum: Wagners „Meistersinger“ am Landestheater Detmold

Das Landestheater in Detmold ist ein eher kleines Haus – aber seit Jahren eines mit großen Ambitionen. Es sorgt sich regelmäßig um Uraufführungen und Wiederentdeckungen. Und es kümmert sich ebenso regelmäßig um die Musikdramen Richard Wagners.

Im Vorfeld des Bundeskongresses: der Bundesverband Musikunterricht beklagt mangelnde Wertschätzung

19.09.16 (dpa) -
Ist das Schulfach Musik angestaubt? Nein, versichern Experten. Es sei vielfältig wie nie zuvor. Das will auch der Bundeskongress Musikunterricht zeigen, der vom 21. bis 25. September in Koblenz stattfindet. Ein Problem: Es gibt zu wenig Musiklehrer.

Puppen, überall Puppen: Verdis „Macbeth“ am Oldenburgischen Staatstheater

19.09.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nadja Loschky stellt in ihrer Oldenburger Inszenierung von Giuseppe Verdis „Macbeth“ die Kinderlosigkeit des Mörderpaares in den Mittelpunkt. Ute Schalz-Laurenze berichtet von der Premiere.

Restauration eines Gesamtkunstwerks: Eisensteins und Prokofjews „Iwan der Schreckliche“ in Berlin

17.09.16 (Roland H. Dippel) -
Der enthusiastische Applaus für die in dieser Realisierung erst recht schillernde Größe des Monumentalprojekts war berechtigt: Im Konzerthaus am Gendarmenmarkt kam Sergej Prokofjews originale Filmmusik zu „Iwan der Schreckliche“ für Soli, Chor und Orchester op. 116 zur Erstaufführung und bestätigte das ihrem kulturgeschichtlichen Nimbus angemessene Gewicht. (arte/ZDF überträgt die Aufzeichnung am 7. November).

Stuhl-Gänge mit Lucia Ronchetti – Uraufführung von Achim Freyers „Abschlussball

16.09.16 (Peter P. Pachl) -
„Noch 304 Tage“ verkündet das Monatsplakat des Berliner Ensembles im Verweis auf „die letzte Spielzeit von Claus Peymann & Co“. Die begann mit einer Uraufführung aus der Feder jenes Künstlers, der an diesem Haus zahlreiche ungewöhnliche Ausstattungen geschaffen und mit einer Reihe eigener Inszenierungen für Diskussionsstoff gesorgt hatte. Der von Achim Freyer selbst verfasste „Abschlussball“ schafft Assoziationen zu einem langjährigen Kultstück im Schauspiel Weimar, welches das Ende der DDR überdauert hatte und den Alltag in einem Ballsaal zum Thema hatte, im Kreisen der tanzenden – oder wie Freyer es nennt „feiernden“ – Darstellerinnen an Pina Bauschs Tanztheater.

Eine „Musikreise zum Hindukusch“ eröffnet die neue „Weltmusik“-Reihe der Alten Oper Frankfurt

16.09.16 (Andreas Hauff) -
Vor einem Jahr hat sich der Kulturfonds Frankfurt / Rhein-Main das Thema „Transit“ zum Schwerpunkt für die Zeit bis 2018 gewählt. Ein zentraler Aspekt dabei heißt „Wechselwirkungen zwischen Region und Welt“, und natürlich kommen hier auch Flucht, Einwanderung und die Begegnung der Kulturen in den Blick. Mit einer neuen „Weltmusik“-Reihe steigt die Alte Oper Frankfurt nun mit ein ins Programm. Zum Eröffnungsabend „Musikreise zum Hindukusch“ kam das afghanisch-deutsche Ensemble „Safar“, und damit taten sich weitere Verbindungen auf: Nach Weimar, nach Kabul, in die Türkei – und in eine 100 Jahre zurückliegende Vergangenheit.

Wandern ohne Wege – Theater Luzern eröffnet unter Benedikt von Peter mit Luigi Nonos „Prometeo“

13.09.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Beim Eintritt muss man seine Schuhe abgeben. Gegen Söckchen und eine Nummer. Im Zuschauerraum, von den üblichen Plüschsitzen leergeräumt, liegen Matratzen, Kissen, stehen winzige Dreieckshocker, normale Stühle und für die, die es doch noch brauchen, auch zwei Reihen normaler Theatersitze. Das Ganze um- und aufgebaut nach dem Vorbild des runden Shakespearesschen „Globe“.

Das Wunder von Wuppertal - Oper fängt neu an

13.09.16 (Dorothea Hülsmeier) -
Das Schauspielhaus geschlossen, das Opernensemble entlassen - die Wuppertaler Bühnen wurden bundesweit zum Symbol der Folgen der kommunalen Finanzkrise. Doch die Bühne arbeitet sich aus dem Tief. Die Zeichen stehen auf Neuanfang.

Am Ende gibt's nichts mehr zum Erlösen – Theater Bremen eröffnet die letzte Spielzeit von Markus Poschner mit Wagners „Parsifal“

13.09.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
So richtig Oper wie immer gibt es in Marco Štormans neuer Inszenierung von Richard Wagners letztem Oper „Parsifal“ am Theater Bremen nur im zweiten Akt: wenn der böse Klingsor seine Mädels rumschickt und besonders Kundry im Tüllkleidchen zusetzt, dass sie die Verführung Parsifals zu schaffen habe. Das Orchester sitzt im Graben und die großartige Nadine Lehner scheitert. Im ersten und im dritten Akt ist dann eher so etwas von der neuen Bremer Handschrift zu sehen, die wir seit den Arbeiten Benedikt von Peters kennen: Orchester auf der Bühne, es wird vor- und zurückgefahren, Chor aus dem Off und auf den Rängen, Rolle des Publikums als Erweiterung des Chores: hier werden wir grell beleuchtet und sind somit Teilnehmende an der Abendmahlshandlung der Gralsritter.

Frank Gehry: „Die Musiker müssen das Publikum spüren“

12.09.16 (dpa) -
Stararchitekt Frank Gehry hat in Berlin einen neuen Konzertsaal gebaut. Mit seinem ersten Entwurf allerdings hatte er Daniel Barenboim nicht zufriedenstellen können. Frank Gehry gilt als einer der wichtigsten Architekten weltweit. Jetzt hat der 87-jährige Amerikaner mit kanadischen Wurzeln einen neuen Kammermusiksaal in Berlin geschaffen.

Da reichen eine Handvoll Requisiten – Wagners „Walküre“ in Minden

Vor genau einem Jahr startete der Richard-Wagner-Verband im ostwestfälischen Minden das wohl ambitionierteste Projekt in seiner über hundertjährigen Geschichte: Wagners „Rheingold“ war der Auftakt zur Inszenierung des kompletten „Ring des Nibelungen“ im örtlichen Stadttheater. Eine Herausforderung, bietet das Haus doch eigentlich kaum die technischen Voraussetzungen zur Realisierung dieses Opern-Giganten. Wie sich aus einem Mangel an Möglichkeiten denn doch ein Vorteil ergeben kann, zeigt nach dem „Rheingold“ in diesem Jahr auch die „Walküre“.

Die Oper Magdeburg beginnt die neue Spielzeit mit Charles Gounods „Faust“

12.09.16 (Joachim Lange) -
Der Plot von Charles Gounods (1818-1893) „Faust“-Oper ist eine Kurzfassung von Goethes Faust. Der Gelehrte in der Krise ist auf den Gealterten, der wieder jung werden will, vereinfacht. Auch der französische Méphistophélès bringt es als Chef der Hölle nicht auf die dialektische Brillanz seines deutschen Tragödien-Vorbildes. Dafür steht Gretchens Schicksal im Zentrum.

Regisseur Harry Kupfer: „Wer einen Kopf hat, der sucht!“

11.09.16 (Boris Gruhl) -
Harry Kupfers Inszenierungen haben die Opernwelt bewegt. Nicht nur in der DDR hat er Operngeschichte geschrieben. Sein Blick zurück lässt Erinnerungen an besondere Momente wieder aufleben.

Im Artaud-Rausch – Zur Eröffnung des Musikfest Berlin entfachte Rihms „Tutuguri“ ein mittleres Erdbeben

08.09.16 (Dirk Wieschollek) -
Am Anfang eine gehörige Portion Verstörung: Kurz bevor Daniel Harding und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bereit sind, sich der zerklüfteten Klangtopografie der nächsten zweieinhalb Stunden zu widmen, geht noch einmal die Tür auf. Ein Mensch stürzt mit rudernden Armen und zuckenden Gliedmaßen in den großen Saal der Philharmonie, der sichtlich Probleme damit hat, seinen Körper zu bändigen – er gibt ungute Laute von sich.

Dvorak zum 175. Geburtstag – Prärieklänge und Sehnsucht nach Böhmen

08.09.16 (dpa) -
Seine Symphonie „Aus der Neuen Welt“ zählt zu den meistgespielten Werken in den Konzertsälen: Am 8. September wäre der Komponist Antonin Dvorak 175 Jahre alt geworden. Noch immer wird Neues über ihn entdeckt.

Schrille Töne: Gastgeber Ukraine streitet um Eurovision Song Contest 2017

06.09.16 (Andreas Stein) -
Die krisengeschüttelte Ukraine jubelte vor wenigen Monaten über den ESC-Sieg von Jamala in Stockholm. Seitdem wird in dem Land aber heftig über den Austragungsort für 2017 gestritten. Klitschkos Kiew gegen Geheimfavorit Odessa – oder doch die Industriemetropole Dnipro?

Eine ganze Welt in 75 Minuten – Isabelle Faust und Anu Komsi mit György Kurtágs „Kafka-Fragmenten“ beim Rheingau-Musik-Festival

06.09.16 (Andreas Hauff) -
Auch das 29. Rheingau-Musik-Festival war ein Erfolg – wirtschaftlich gesehen. Nicht ohne Stolz durfte Intendant Michael Herrmann nach 152 Konzerten eine hervorragende Auslastung von 91 % und in der Finanzierung einen stolzen Eigenanteil von 99,69 % durch Eintrittsgelder und Sponsoren verbuchen. Schwerer zu fassen ist der künstlerische Ertrag.

Rote Fäden im Kaleidoskop der Moderne – Festspiele Mecklenburg-Vorpommern

05.09.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
„Pavillon der Jahrhunderte“ nennt sich ein neues Konzertformat, das das Klassik-Festival „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“ gemeinsam mit der Körber-Stiftung entwickelt und vor zwei Jahren mit dem Amtsantritt seines neuen Intendanten Dr. Markus Fein eingeführt hat, um jenseits der bloßen Steigerung des Glamourfaktors durch hochkarätige Musiker und kulinarische Mainstream-Programme neue Möglichkeiten der Nachhaltigkeit zu erproben.

Im Staub der Behauptung – Die Ruhrtriennale mit Johan Simons „Die Fremden“

05.09.16 (Joachim Lange) -
Nach dem Gründer Gerard Mortier und seinen Nachfolgern Jürgen Flimm, Willy Decker und Heiner Goebbels ist der holländische Theatermacher Johan Simons der fünfte Dreijahresintendant, der das Ruhrgebiet ein paar Wochen mit ambitionierten Kunstprojekten abseits des normalen Repertoirebetriebes auf seine spezifische Weise als Kulturregion leuchten lässt. Diesmal machen sie’s nicht unter einem Klassiker-Gesamt-Motto im Großformat: „Seid umschlungen Millionen“.

Rockstar Freddie Mercury wäre jetzt 70

05.09.16 (dpa) -
Von schmaler Statur aber ein Gigant auf der Bühne mit einer vier Oktaven umfassenden Stimme: Queen-Frontmann Freddie Mercury, der schillernde Paradiesvogel der 70er und 80er Jahre, wäre am 5. September 70 geworden.

Musikalischer Wahlkampf: Sanfte Töne gegen die AfD – Linke, Rechte und der Polit-Pop

02.09.16 (dpa) -
Als Sommerhit kommt „Wähl die AfD“ ein bisschen spät, ein Wahlkampfhit ist das Lied aber schon nach ein paar Stunden. Jennifer Rostock trifft einen Nerv. Politik und Pop Hand in Hand, das ist nicht neu – aber die Band macht etwas Entscheidendes anders.

„Wirtschaft“ greift Künstlersozialkasse an – Deutscher Kulturrat nennt Forderung „asozial“

31.08.16 (Martin Hufner) -
So kann man es an einigen Orten aus der Presse entnehmen. Wieder einmal wird die Legitimität der Künstlersozialkasse infrage gestellt. Vereint mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kritisiert die „Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände“ die Künstlersozialkasse als bürokratisches Monster. Was ist dran an dieser Kritik? Nicht nur wir finden: Fast nichts.
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