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Unbekannte Autobiographie Georg Philipp Telemanns aufgefunden

19.12.14 (PM - Telemann-Zentrum) -
Im Historischen Staatsarchiv Lettlands (Riga) wurde eine bisher unbekannte Autobiographie des Komponisten Georg Philipp Telemann (1681-1767) entdeckt. Die autographe Skizze befindet sich in Materialien aus dem Nachlass des Rigaer Kantors Georg Michael Telemann, dem Enkel des berühmten Hamburger Musikdirektors und Johanneumkantors. Der Musikwissenschaftler Ralph-Jürgen Reipsch, Mitarbeiter des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg, hat den sensationellen Fund sowie eine bisher gleichfalls unbekannte deutsch-französische Lebensbeschreibung in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Die Musikforschung publiziert.

Kurz-Schluss – Wie ich einmal versuchte, mit populistischer Blitzbildung das deutsche Volk zu beruhigen

18.12.14 (Theo Geißler) -
Jetzt haben wir den Salat: Seit Jahren und Jahrzehnten sonntagsschwafelt unsere Politiker-Kaste jeglicher Couleur, wie wichtig Bildung sei für die Zukunft unserer feinen Bundesrepublik. Als Grundlage für das Prosperieren unserer Volkswirtschaft und als Fundament vernünftiger Kommunikation. Was aber geschieht? Die Schulzeit wird verkürzt, das Studium „komprimiert“. Zum Segen einer flotteren Absolventen-Verwertbarkeit im Sinne der Ökonomie. Und dann wundern sich unsere wohlbestallten Volks-Vertreterinnen und -Vertreter, dass ihnen niemand mehr glaubt, zuhört, sie wählt. Dass Unsicherheit und Ängste aufblühen, Treibhäuser für dumpfe irrationale „Bewegungen“. PEGIDA boomt.

Tuchfühlung bewirkt Wunder – Neue Musik im Münchner Umland, eine Bestandsaufnahme

17.12.14 (Reinhard Palmer) -
Zeitgenössische Musik ist – letztendlich traditionell – eine Domäne der Großstädte, von ein paar abgelegenen Festivals abgesehen. Zumindest was die lokale Musikszene der jeweiligen Stadt betrifft, bedeutet dies jedoch in der Regel auch eine Nischenbildung. Die Komponisten stehen im Grunde abseits des großen Konzertbetriebs, haben zwar die Möglichkeit, ihre Werke aufzuführen und sich dabei untereinander auszutauschen, doch das breite Publikum nimmt es kaum wahr. In München ist dies nicht anders, trotz internationaler Festivals und Konzertreihen wie musica viva, Münchener Biennale oder Paradisi gloria.

Bis es sitzt – Mannheimer Opernchor ist Chor des Jahres

17.12.14 (Christine Cornelius) -
Morgens um kurz nach halb elf im Chorprobenraum des Mannheimer Nationaltheaters: Konzentriert schauen die Sänger auf die Noten vor sich. Eine Stelle will noch nicht recht sitzen, Chorleiter Anton Tremmel lässt nicht locker. Noch einmal zurückblättern. Und noch einmal. Schließlich scheint er zufrieden – und entlässt die Mitglieder in eine kurze Pause. Der Opernchor ist gut, ausgezeichnet sogar: Im Herbst wählte ihn die Fachzeitschrift „Opernwelt“ zum Chor des Jahres. Doch auch hier ist jedes neue Stück harte Arbeit.

Miniaturen und ein Monolith: Thomas Günther spielt Klavierwerke von Arthur Lourié und Sergej Protopopov

17.12.14 (Mátyás Kiss) -
Es wird gerne vergessen, dass im bereits überall gärenden zaristischen Russland, also noch bis in den Ersten Weltkrieg, ein reger künstlerischer Austausch zwischen Russland und Westeuropa stattfand, und es nach Ende des Bürgerkriegs, zumindest zu Lebzeiten Lenins, ausdrücklich begrüßt wurde, wenn einheimische Künstler ganz vorne in der Avantgarde mitmischten. Die junge Sowjetunion versuchte, dem kapitalistisch-dekadenten Westen auf allen Gebieten Paroli zu bieten, ja ihn womöglich zu übertreffen.

Klang im Fokus – Drei Komponisten stellten sich bei musica viva sensiblen Fragen der Klangbildung und -formung

15.12.14 (Reinhard Palmer) -
Das Programm dieses Konzerts der Münchner musica viva erwies sich nicht nur als absolut stimmig in der Fokussierung auf Klangqualitäten aus dem Geräuschhaften heraus zum Substanziellen hin. Es ergaben sich zudem viele Querbezüge in der Behandlung von Lautlosigkeit und Stille sowie der fülligen Klangsubstanz. Einfühlsame Klangsinnlichkeit beleuchteten unter verschiedenen Blickwinkeln hierzu Kompositionen von Michael Pelzel, Mark Andre und Martin Smolka.

Blauweiss ist der Himmel über Bayern – Am Badischen Staatstheater Karlsruhe kommt Offenbachs Opéra comique „Fantasio“ als bayerischer Schwank auf die Bühne

15.12.14 (Joachim Lange) -
Zu einer Ehrenbürgerschaft in Mantua dürfte es bei Jaques Offenbach nicht langen. Zumindest der dortige Adel kommt bei ihm nicht besonders gut weg. Ein Prinz von Mantua ist bei ihm gleich in zwei Werken der Mustertrottel eines unterkomplexen Heiratskandidaten. In den „Banditen“ von 1869 soll er die spanische Prinzessin von Granada heiraten und bei der Gelegenheit Staatsschulden regulieren; hat aber von der Kassenlage keinen blassen Schimmer. In der Opéra comique „Fantasio“ von 1871, will er bei der Übernahme Bayerns durch die Hochzeit mit der Königstochter, sich diese Theres erstmal inkognito, verkleidet als sein eigener Adjutant, anschauen, fällt aber dabei dauernd aus der subalternen Rolle. Als Vorlage für Operetten-Kalauer ist das eigentlich nicht schlecht. Aber so wie man das jetzt in Karlsruhe auf der Bühne serviert bekommt, hat es nicht die Spur von dekadentem Charme.

Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft ist immaterielles Kulturerbe

Die Deutsche Theater-und Orchesterlandschaft ist in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Dies teilte die Deutsche UNESCO-Kommission heute mit. Die Experten der Kommission würdigten die Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft mit ihren historisch gewachsenen Strukturen als Ausdruck lebendiger künstlerischer Kreativität. Die Weiterentwicklung und Anpassung dieser Traditionen an aktuelle Gegebenheiten sowie die Auseinandersetzung mit tagesaktuellen Problemen stehe ebenso im Fokus wie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die lokale und regionale Verankerung von Theatern und Orchestern sei identitätsstiftend und trage wesentlich zur Kraft und Ausstrahlung der Kulturlandschaft Deutschland bei.

Tänzerischer Sahne-Seifenschaum – Ein Richard-Strauss-Ballett als Münchner Erstaufführung

12.12.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Doch, das gibt es: die Erstaufführung eines Werkes vom „Hausgott“ – denn neben Mozart und Wagner mit ihren Uraufführungen in München gilt „natürlich“ auch Richard Strauss als eine der Ikonen des Münchner Theater- und Musiklebens. Opern, Symphonisches und Lieder sind be- und anerkannt, weniger sein Ballett „Josephslegende“ – gar nicht seine 1924 in Wien uraufgeführte Tanzhandlung „Schlagobers“. Dementsprechend groß war das Interesse an der Münchner Erstaufführung durch das Ballett des Gärtnerplatztheaters in der Reithalle.

„Deutsch-deutsch“, das war einmal. Jetzt gibt es „Berlin | Berlin“ – „Kunststücke aus Ost und West“

12.12.14 (Michael Ernst) -
Ulli Blobel und Ulrich Steinmetzger haben 25 Jahre nach Mauerfall und Wiedervereinigung Resümee ziehen wollen und ließen dafür „Kunststücke aus Ost und West“ sichten. Auf einer Konzerttour wurde das neue Buch der Berliner Jazzwerkstatt vorgestellt.

Theatralische Parabeln über Weihnachten hinaus – Hänsel und Gretel im Visier

12.12.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Reichen Lebkuchen im Werk aus, um Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ zur Weihnachts-Oper schlechthin zu machen? Trug das Datum der gefeierten Uraufführung dieser romantischen Oper im Nach-Wagnerianischen Stil am 23.Dezember 1893 zur Einstufung bei? Oder die eindeutig christliche, alle Armutsproblematik hinweg-beschönigende Grundierung mit dem mehrfach zitierten Luther-Choral „Wenn die Not auf Höchste steigt, Gott der Herr die Hand uns reicht“?

Puppenstuben-Haft für das gesamte Personal – Ein Abend voller Widersprüche in Annaberg-Buchholz mit Lortzing-„Uraufführung“

10.12.14 (Michael Ernst) -
Doppelpremiere in Annaberg-Buchholz: Opernausgrabung und Uraufführung an einem Abend! Muss man da hin? Wenn beide Werke von Albert Lortzing stammen, dann muss man da hin. Und landet hoch im Erzgebirge tief im Biedermeier.

„Hans im Glück“, „Gold“ und „Das Gespenst von Canterville“ – Eine Ur- und 2 Erstaufführungen zeitgenössischer Kinderopern an den Berliner Opernhäusern

09.12.14 (Peter P. Pachl) -
Die Berliner Opernbühnen wetteifern zu Recht auch um die Gunst des jungen Publikums, vor allem in der Weihnachtszeit. Mit größtem Vorlauf startete die Komische Oper Berlin bereits vor mehr als einem Monat mit der Zweitfassung einer in Zürich uraufgeführten Oper, in der vergangenen Woche folgten im Zweistundenabstand die Deutsche Oper Berlin und die Staatsoper in der Werkstatt des Schillertheaters mit veritablen Uraufführungen nach.

Begrenzte Rührung im Grenzland – Die deutsche Erstaufführung von Charles Wourinens Oper „Brokeback Mountain“ in Aachen

09.12.14 (Frieder Reininghaus) -
Zum tiefen Dräuen aus dem Aachener Orchestergraben, in dem Kazem Abdullah mit energischen Händen dem Orchester die Wege durch eine hörbar ungewohnte Musiklandschaft weist, zeigt sich ein Karussellpferd auf der Bühne. Ein irgendwie typisches US-amerikanisches Paar des fortgeschrittenen 20. Jahrhunderts läuft im Kreis und kümmert sich ohne größere Anteilnahme um ein Kind. Dann wird es heller. „Welcome to Wyoming“ grüßt ein großes Plakat und signalisiert, dass die Story von der Rückblende in die Vorgeschichte – ein Kindheitsmuster – zur eigentlichen Handlung fortschreitet.

Garantiert jugendfrei ab drei Jahre – Schikaneders und Mozarts „Zauberflöte” in Köln

08.12.14 (Frieder Reininghaus) -
Schärfer hätten die Mozart-Kontraste kaum ausfallen können. Am Théâtre de la Monnaie in Brüssel inszenierte Krzysztof Warlikowski Mitte der Woche „Don Giovanni“: Inspiriert vom Film „Shame“ zeigte er den letzten Arbeitstag eines Sexsüchtigen von heute – vom Auftauchen der lodernden Lust in der Theaterloge des Komturs, dessen Tochter den Unersättlichen augenscheinlich ebenso begehrt wie er sie, über die verschiedensten Anläufe des Titelhelden, da oder dort rasch zum Zuge zu kommen, bis zum Tod in d-Moll auf dem nobel-neureichen Küchentisch, an dem der große Verführer das Essen für sich und den „steinernen Gast“ selbst zubereitet.

Aufbruch auf Französisch – Das Tonhalle-Orchester Zürich setzt auf die junge Generation

08.12.14 (Antje Rößler) -
Zürich unterzieht sich einer Verjüngungskur. Der 28-jährige Lionel Bringuier hat den Stab des Chefdirigenten vom 50 Jahre älteren David Zinman übernommen. In seiner ersten Saison an der Tonhalle setzt der junge Franzose auf Maurice Ravel.

Nymphomaniac III oder der verschwundene Charme der Bourgeoisie – In Brüssel inszeniert Krzysztof Warlikowski Mozarts Don Giovanni wie ein Nachwort auf eine übersexualisierten Welt

06.12.14 (Joachim Lange) -
Dieser „Don Giovanni“ beginnt zunächst im Theater. Der Komtur hat mit einer jungen Begleitung in der einen Seitenloge platzgenommen. In der Loge vis a vis serviert die aufgedrehte und aufgetakelte Donna Anna erst Don Ottavio ab und schaut sich dann gemeinsam mit Don Giovanni und Leporello und uns allen, einen Softporno an, in dem ein Don Giovanni in der Metro einen Kontakt knüpft, der mit Gruppensex im Hotel endet. In der Loge gibt es dazu einige, von Donna Anna ausgehenden erotischen Handgreiflichkeiten. Inklusive einer wie für zusätzlichen Nervenkitzel gezückten Pistole. Der Schuss, der sich löst, trifft den Komtur, der inzwischen empört die Loge gewechselt hatte.

taktlos 177 – die Nachrichten aus der Welt des Wahren, Schönen und Guten

06.12.14 (Theo Geißler) -
Regensburg: Polizeiposten zu Musikschulen +++ Berlin: BER wird Kammeroper +++ Mountain View: Google macht Musikunterricht +++ Mannheim: Studiengang für deviante Popstars +++ Bregenz: Tauchkurse für Turandot +++ Berlin: Taxiunternehmen kooperieren mit Verband deutscher Musikschulen

Ferner Nachhall der Vergangenheit … – Pelaar-Quartett beleuchtet Streichquartett neu

04.12.14 (Reinhard Palmer) -
Wer die zeitgenössischen Münchner Tanz- und Theater-Produktionen verfolgt, wird diesem Streichquartett bereits begegnet sein. Helga Pogatschar hatte es beim surrealistischen Spiel „Cadavres Exquis“ (Compagnie Drift Zürich) 2010 und bei „mystery – mach dir kein bild“ der 13. münchener biennale 2012 auf der Bühne platziert. Mit der Besetzung des Projektensembles beauftragt, setzte Bratscher Gunter Pretzel nicht etwa auf charakterliche Übereinstimmungen. Ganz im Gegenteil:

Forciert Ergötzlich – Herbert Fritsch inszenierte Mozarts „Don Giovanni“ an der Komischen Oper Berlin als Slapstick

04.12.14 (Peter P. Pachl) -
Vermutlich hat bereits Richard Wagner in seiner Züricher Bearbeitung, ganz sicher aber Gustav Mahler in Wien das lieto fine des „Don Giovanni“ weggelassen, um die Handlung vom bestraften Wüstling mit dessen Höllenfahrt dramatisch zu beenden.

Zerschlagen, aber im Sammlungskontext erschließbar: In der Bayerischen Staatsbibliothek wurde über den Ankauf des Schott-Archivs informiert

03.12.14 (Juan Martin Koch) -
Mit einer Präsentation in der Bayerischen Staatsbibliothek ist der Ankauf des Schott Music Verlagsarchivs durch ein Käuferkonsortium der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Die Bestände teilen sich künftig auf die Staatsbibliotheken München und Berlin sowie sechs Forschungseinrichtungen auf. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

177 – Inklusion: Illusion? Die Kraft der Musik : Do, 21:05 BR-KLASSIK

03.12.14 (Theo Geißler) -
Kaum eine Politikerin – kaum ein Politiker klammert das Thema „Inklusion“ bei anrührenden Reden vielerorten aus. Allerdings kann man häufig den Eindruck gewinnen, dass schon über den Sinn des Begriffes Verwirrung oder gar Unkenntnis herrscht. Es gibt so viele Formen von „Handicaps“ – wie Behinderung heutzutage freundlich umschrieben wird – dass der ehrlich gemeinte Wunsch, Autisten, Rollis, Gehörlose, Blinde, Demente möglichst über den Weg „normaler“ Bildungs- oder Förderangebote gleichberechtigt in unserer Gesellschaft zu platzieren, in der Praxis oft scheitert. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen. Zu selten wird bei der Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen aller Fachrichtungen an die besonderen Herausforderungen gedacht, die beispielsweise bei einer inklusiven Kindergartengruppe oder einer Grundschulklasse berücksichtigt werden müssen.

Nachrichten von der Operettengrenze – Im Theater Nordhausen toben Offenbachs Banditen auf ein staatstragendes Finale zu

03.12.14 (Joachim Lange) -
Eigentlich ist es seltsam, dass ausgerechnet Jacques Offenbachs „Banditen“ (1869) so wenig gespielt werden. Die Musik ist schmissig, bietet gängige Ohrwürmer - perlt mitunter wie Rossini und läuft allemal auf furiose Finali zu. Das ist auch in Nordhausen so, wo Michael Ellis Ingram aus dem tief abgesenkten Graben mit seinem Orchester ein rechtes Feuerwerk aufsteigen lässt. Und wo Alexander Günther als Oberbandit Falsacappa ein souveräner vokaler Anführer all der Banditen, Italiener und Spanier ist, die im Laufe des Abends immer wieder flott ihre Rollen und Kostüme wechseln.

Quirliger, verrückter, unmöglicher – Paul Abrahams „Roxy und ihr Wunderteam“ an der Dortmunder Oper

Kaum hatte Paul Abraham in den 1920er Jahren seine ersten Operetten geschrieben, war er schon ein gefeierter Komponist, den es dann schnell aus seiner ungarischen Heimat in die Operetten-Metropole Berlin zog. Nach „Viktoria und ihr Husar“ und „Die Blume von Hawai“ kamen weitere Erfolgsstücke auf die Bühnen, doch Abrahams Karriere endete jäh, als die braunen Berserker die Macht an sich gerissen hatten und derlei Musik verboten wurde. Auch „Roxy und ihr Wunderteam“, 1937 im Theater an der Wien uraufgeführt, wurde Opfer der neuen politischen Lage und konnte nicht lange überleben. Das Theater Dortmund zeigt nun eine von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger geschaffene bühnenpraktische Rekonstruktion der Musik in der Regie von Thomas Enzinger.

Zwischen Patriotismus und Verzweiflung – An der Oper Erfurt wurde jetzt die Francois Fayts Oper „Das schwarze Blut“ uraufgeführt

02.12.14 (Joachim Lange) -
Die Literaturoper ist ein Genre, bei dem die bekannte Vorlage von der dazukommenden Musik mitgezogen, beflügelt, ja in eine neue Dimension gehoben werden kann. Wenn es gut geht jedenfalls. Die aktuelle alljährliche Erfurter Uraufführung muss diesmal damit fertig werden, dass die literarische Vorlage hierzulande eher selten und wenn, dann hinten im Bücherregal zu finden ist. Obwohl der Roman „Das schwarze Blut“ (Le Sang noir) von Louis Guilloux (1899–1980) aus dem Jahre 1935 im Westen und im Osten Deutschlands erschienen ist. Marcel Maréchal hat daraus ein Libretto destilliert und konnte dabei auf seine, in Frankreich in den 70er Jahre auch verfilmte eigene Theaterfassung des Romans aus den 60er Jahren zurückgreifen.
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