Daniel Hope widmet Yehudi Menuhin Album zum 100. Geburtstag


(nmz) -
Berlin - Der Jahrhundertgeiger Yehudi Menuhin (1916-1999) war sein langjähriger Förderer und Mentor: Jetzt widmet der britische Starviolinist Daniel Hope seinem «musikalischen Großvater» zum 100. Geburtstag eine Erinnerungs-CD. «Ich wollte ein sehr persönliches Album für ihn machen», sagte der 42-jährige Neu-Berliner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur
03.02.2016 - Von dpa

«Es ist nicht nur ein Streifzug durch sein Leben, sondern bei jedem Werk gibt es einen direkten Bezug zwischen uns beiden.» Das Album «My Tribute to Yehudi Menuhin» erscheint am 5. Februar. Am 22. April jährt sich der Geburtstag des legendären Virtuosen zum 100. Mal. Hope sagte, er wolle mit dem Programm Menuhins ganze Vielseitigkeit zeigen - von Barock über Klassik und Romantik bis zur zeitgenössischen Musik, die ihm sehr wichtig war. Mit dabei etwa die Geiger Daniel Lozakovitj und Simos Papanas, der Pianist Jacques Ammon, die Sopranistin Chen Reiss, Mitglieder des Deutschen Kammerorchesters Berlin, des Kammerorchesters Basel und Avi Avital an der Mandoline.

Ausgangspunkt der Zusammenstellung waren Werke, die Hope in jungen Jahren mit seinem Lehrer einstudierte und spielte, wie Antonio Vivaldis Doppelkonzert in a-Moll oder Béla Bartóks Duos für zwei Violinen. «In meinen Noten stehen immer noch seine Fingersätze und Anmerkungen. Das sind die Stücke, die er liebte», so Hope. Seine Mutter war 24 Jahre lang Menuhins Managerin gewesen, deshalb hatte er den Jungen ins Herz geschlossen. Später arbeiteten sie zehn Jahre lang bei mehr als 60 Konzerten weltweit als Geiger und Dirigent zusammen.

Dazu gehörte auch Menuhins letztes Konzert am 17. März 1999 in Düsseldorf. Daniel Hope spielte als Zugabe für ihn persönlich Maurice Ravels «Kaddisch» - ein jüdisches Totengebet, das jetzt auch die Platte beschließt. Menuhin mochte das Stück besonders. «Weißt du, was das Tolle an diesem Werk ist - außer der wunderbaren Musik?», sagte er laut Hope damals. «Ravel hat es geschafft, schon im ersten Takt die jüdische Seele rüberzubringen, obwohl er nicht Jude war.»

Bei der «Kaddisch»-Zugabe setzte sich der damals 82-jährige Dirigent zu den Musikern mit auf die Bühne. «Das hat er in all den Jahren, die wir zusammen gespielt haben, niemals gemacht», erinnert sich Hope. «Das war das Letzte, was ich für ihn gespielt habe. Dass es dann ein ungewolltes Kaddisch für ihn sein sollte, wussten wir alle nicht.» Fünf Tage später starb Menuhin nach einer fiebrigen Bronchitis an Herzversagen in Berlin.

 

DANIEL HOPE
MY TRIBUTE TO YEHUDI MENUHIN

Daniel Hope
Jacques Ammon · Avi Avital
Emanuele Forni · Naoki Kitaya
Daniel Lozakovitj · Simos Papanas
Chen Reiss · Christiane Starke
Kammerorchester Basel
Members of the Deutsches Kammerorchester Berlin
Int. Release 05 Feb. 2016

Deutsche Grammophon 0289 479 5305 0

 

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