nmz-Online

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Sächsischer Humor eingefroren, Dieter Hildebrandt wird Bundespräsident: taktlos 157 – die Nachrichten

03.02.12 (Theo Geißler) -
Berlin: Nicht ganz überraschend hat Bundespräsident Christian Wulff die Schirmherrschaft über den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ niedergelegt. Grund dafür ist angeblich die Weigerung des veranstaltenden Deutschen Musikrates, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit der – so das Bundespräsidialamt – „bewährten Event-Agentur von Manfred Schmidt zu übertragen“. „Als erster Mann im Staate kann ich nicht jedem graumäusigen Karnickelzüchter-Verein zur Verfügung stehen“ – so Wulff im taktlos-Interview. Künftig werde er sich als Juror und Chef-Lobbyist für „Germanys next Topmodell“ engagieren.

Wanken auf schwankenden Planken: Wagners „Götterdämmerung“ an der New Yorker Metropolitan Opera

03.02.12 (Jörn Florian Fuchs) -
Zum Schluss gibt es doch noch eine klitzekleine Regieidee. Die im Rheingold so triumphal auftretenden Götter sind inzwischen zu Gipsfiguren erstarrt und während die letzte Himmlische – Brünnhilde – sich meuchelt, zerplatzen die Köpfe der Gipsgötter. Dann senkt sich das riesige, viele Millionen Dollar teure Gerüst mit beweglichen Stahlstreben ein letztes Mal und zeigt eine bunte Mischung aus Wasser, Feuer, Licht – was am Ende eines Rings halt so übrig bleibt. Aber sind wir davon wirklich bewegt oder gar überzeugt?

In den reißenden Gewässern des Internet: Mit der Digitalen Gesellschaft verändert sich Politik

02.02.12 (Martin Hufner) -
Es ist nicht zu übersehen, dass die Politik gegenwärtig den Druck, der über und durch die Präsenz des Internet als Kommunikations-und Aktionsplattform entsteht, nur sehr schwer in den Griff bekommt. Das Netz wirkt immer mehr wie ein losgelassener, geradezu wild wuchernder Organismus und dessen Selbstorganisation so zufällig, anarchisch und gleichzeitig so wirtschaftlich konsequent wie keine politische Bewegung zuvor. [aus nmz 2/2012]

Indische Schönheit auf Umwegen durch die französische Provinz: „Lakmé“ von Léo Delibes an der Oper Bonn

01.02.12 (Frieder Reininghaus) -
„Lakmé“ von Léo Delibes wurde 1883 an der Opéra-Comique Paris mit gewaltigem Aufwand uraufgeführt. Allein die Dekorationen sollen 80.000 Goldfrancs gekostet haben. Entstanden ist das Werk, das auf Pierre Lotis 1882 erschienenem Roman „Le Mariage de Loti“ basiert, als Begleitmusik zum französischen Kolonialismus, der mit dem überlegenen britischen rivalisierte. Edmond Gondinet und Philippe Gille arrangierten den von psychologischer Feinzeichnung wenig getrübten Operntext, der ins Indien des 19. Jahrhundert führt.

Das Plus im Minus: die Midem in Cannes setzt ihre Entwicklung vom Glamour zum Arbeitstreffen fort

01.02.12 (Ralf Dombrowski) -
Je mehr sich die Branche neu erfindet, desto mehr verschwindet sie auch im unsichtbaren Raum des Virtuellen. Eigentlich eine zwangsläufige Entwicklung, wenn man ein Musikstück nur noch als Datensatz versteht. Trotzdem ist es verblüffend, wie diese Entwicklungen sich auch auf die Wirklichkeit einer Messe wie der Midem in Cannes auswirken. Vom 28. bis 31. Januar fand die 46.Ausgabe des internationalen Branchentreffpunkts im Palais des Festivals an der nachhaltig verregneten Croisette statt, unter der neuen Leitung des Messe-Direktors Bruno Crolot und der Chefin der Entertainment Division Anne De Kerckhove.

Der Kirschgarten in Paris: zur Uraufführung von Philippe Fénelons „La Cerisaie“ im Palais Garnier

31.01.12 (Frieder Reininghaus) -
Uraufführungen großformatiger Opern fanden in der französischen Hauptstadt seit zwanzig Jahren mit schöner Regelmäßigkeit in der Opéra Bastille statt („Melancholia“ von Georg Friedrich Haas erschien als Ausnahme). Die Premiere „La Cerisaie“ wurde neuerlich in die alte Prunkburg, das Palais Garnier zurückverlegt. Vielleicht findet der Generaldirektor der Pariser Musiktheater, Nicolas Joel, ja auch das Ambiente rund um die Opéra Bastille so verranzt, dass er es den Premierengästen nicht zumuten möchte.

Legendär und kontrovers: Sibylle Zerrs Buch über Marshall Allen und das Sun Ra Arkestra

31.01.12 (Reiner Kobe) -
Sun Ra nannte seine um 1952 gegründete Bigband „Arkestra“, gedacht als Symbiose aus Arche und Orchester. Der Pianist, Komponist und Arrangeur betrachtete das „Arkestra“ als Institution, die aus der Vergangenheit in die Zukunft steuert. Bis heute sind es polymetrisch angelegte Rhythmen mit kaum erkennbaren Verflechtungen zwischen kompositorischen Abschnitten und freien Improvisationen. Dass es nach dem Tod des Meisters 1993 weiterging, dafür sorgt in erster Linie Marshall Allen, wie in einer neuen Darstellung deutlich wird.

Morgenröte mit Nebengeräuschen: Agustí Fernández und sein Aurora Trio beim „BMW Welt Jazz Award“

31.01.12 (Ssirus W. Pakzad) -
Bitterkalt ist es. Über der BMW Welt hängt so ein unfreundlicher verwaschen weißer Himmel, der nicht recht verraten will, ob er noch für Niederschlag gut ist oder in sonntäglicher Trägheit auf Aktivitäten verzichtet. Die Seele wärmende Morgenröte aber, die manch einer vielleicht vermisste, der sich früh aufmachte, um einen Sitzplatz im Doppelkegel des Gebäudes zu ergattern, die lässt sich hören – Agustí Fernández und sein Aurora Trio traten beim diesmal „Jazz And The City“ überschriebenen „BMW Welt Jazz Award“ in einem gesellschaftlich relevanten Matinee-Konzert auf.

Fragen an uns Walhallianer: Überzeugender Abschluss des Frankfurter Rings mit der „Götterdämmerung“

30.01.12 (Wolf-Dieter Peter) -
„Schwächelnde Regie“, gar „Desinteresse der Regisseurin“ und ähnlich lauteten Gerüchte nach Vera Nemirovas gradliniger „Siegfried“-Erzählung (siehe nmz-Online vom 31.10.2011). Falsche Kriteleien: mit starken Bildern, neuen Akzenten und einer dezidierten Schlussaussage rundete sich Frankfurts „Ring des Nibelungen“ – ohne ein einziges Buh. Das war zunächst ein Kompliment an die Sänger.

Zwei Morde zum Kugelsegen: Calixto Bieitos Inszenierung des „Freischütz“ an der Komischen Oper Berlin

30.01.12 (Peter P. Pachl) -
Zu den Schrecknissen der im Jahre 1821 im Königlichen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführten Romantischen Oper Carl Maria von Webers zählte in der Wolfsschlucht ein im Gebüsch raschelnder Eber. Die Begegnung mit einem Wildschwein hat zwar bis heute nichts an Gefährlichkeit eingebüßt, aber wenn dieses bereits zur Ouvertüre im Gegenlicht des vernebelten, Eichenwald-Jungholzes domestiziert äst und rhythmisch mit dem Bürzel wedelt, gehören ihm alle Sympathien. Was dann allerdings in Calixto Bieitos Inszenierung beim Kugelsegen passiert, ist – entgegen dem provozierend ironischen Lachen eines Besuchers bei Pausenbeginn – durchaus verstörend.

15 Tableaus aus Kafkas Leben: zur Uraufführung von Zygmunt Krauzes „Die Falle“ in Wroclaw

29.01.12 (Michael Ernst) -
Franz Kafka, des deutschen Autors aus Prag, wird an der Oper im schlesischen Wroclaw mit einer Oper des Warschauer Komponisten Zygmunt Krauze nach dem gleichnamigen Drama des 90jährigen Polen Tadeusz Rózewicz gedacht. Ist solch eine Uraufführung schon der Internationalismus einer neuen Moderne?

Das seltsam bedrückte Schweigen der Klangkörper: die allgemeine Sparwut scheint die Rundfunksinfonieorchester zu erreichen

28.01.12 (Gerhard Rohde) -
In den Musikabteilungen der Rundfunkhäuser trifft der Besucher gegenwärtig auf ein beredtes Schweigen. Nichts Genaues weiß jeder nicht. Und wenn jemand etwas wüsste, flüchtet er sich in Ahnungslosigkeit. Das Zuchtmittel der gestrengen Abmahnung wegen illoyalen Verhaltens der eigenen Anstalt gegenüber wirkt unverändert. Die Öffentlichkeit darf erst etwas erfahren, wenn Beschlüsse in Kraft getreten sind und nichts mehr zu ändern ist. Bis dahin ist jede Diskussion ausgeschlossen. Das verstehen die oberen Etagen der Funkanstalten dann vielleicht als praktizierte Demokratie, wobei sie meist vergessen, dass ihre Häuser nicht ihr Eigentum sind, sondern von den Gebühren der Hör-Bürger getragen werden. Zu diesen Bürgern zählen auch Journalisten, Musikkritiker im Besonderen, die glücklicherweise in der Lage sind, sich über ihre Medien öffentlich äußern zu können, ohne Abmahnungen seitens der Funkbosse zu riskieren. [Vorabveröff. aus nmz 2/2012]

Ohne Szene, aber mit Schauspieler: Carl Heinrich Grauns „Montezuma“, starbesetzt an der Staatsoper Berlin

27.01.12 (Peter P. Pachl) -
Preußen und Deutschland feiern den 300. Geburtstag Friedrich des Großen. In Berlin erklingen auch diverse eigene Kompositionen des großen Fritz, Orchesterwerke nicht nur mit Flöte, sondern im Konzerthaus auch eine Symphonie, in welcher der Monarch mit seinem Hofkomponisten Carl Heinrich Graun um Originalität wetteiferte. Der vermutlich 1703 geborene Graun komponierte für Friedrich II., König von Preußen, jenen Stoff, rund um das Ende der Aztekenherrschaft, der von Antonio Vivaldi (1733) bis Wolfgang Rihm (1992) immer wieder auf der Opernbühne erfolgreich war: „Montezuma“.

Vier Kontinente an einem Ort: der Violinist Alexander Gilman und sein Kapstadt-Album

25.01.12 (Alexander Gilman) -
Während die meisten jungen Violin-Virtuosen sich um Termine bei prominenten Symphonieorchestern mit diskographischer Präsenz in der europäischen Klassikbranche bemühen, hat sich Alexander Gilman, 1982 in Bamberg geboren, zur Republik Südafrika orientiert. Dort hat er mit dem Cape Town Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Perry So aus Hongkong die Violinkonzerte von Samuel Barber und Erich Wolfgang Korngold sowie die Carmen-Fantasie von Franz Waxman und das Thema zum Film "Schindlers Liste" von John Willams aufgenommen. Im Gespräch mit Hans-Dieter Grünefeld erzählt Alexander Gilman über seine Motive für das Kapstadt-Album, das nun bei einem deutschen Label erschienen ist.

Künstler als Quell der Berichterstattung – Berichterstattung als Qual für den Künstler

25.01.12 (Martin Hufner) -
Moritz Eggert hat im BadBlog Of Musick auf eine unfeine Begebenheit hingewiesen. Offenbar ist es nicht gestattet, als Künstler die Berichterstattung in Zeitungen zu eigenen Auftritten zu zitieren. Das haben einige Künstler zu spüren bekommen, die sogenannte Pressestimmen auf ihren Webseiten zur Information angeboten hatten. Peter Schöne, Schauspieler und Sänger, bekam es mit der Süddeutschen und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu tun. Am Ende fielen für Schöne Kosten in Höhe von 1.400 Euro an. Aber auch die Frankfurter Oper ist von dieser neueren Abmahnwelle betroffen gewesen. Die wird die zur Rede stehenden 7.500 Euro etwas lockerer aufbringen können. Was passiert da?

Die Stadt, das Geld und der Traum: Der „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Brecht und Weill an der Staatsoper Wien

25.01.12 (Frieder Reininghaus) -
Die Wiener Staatsoper ist ein Gehäuse, in dem sich Goldmarks „Die Königin von Saba“ zuhause fühlen durfte und in das die „Salome“ immer wieder gern einkehrt, in dem sich einst aber auch „Das Heimchen am Herd“ breit machte und „Es war einmal …“. Ein Haus für Brecht und Weill wurde der Prachtbau an der Ringstraße weder in der Zeit zwischen den Kriegen noch in den 67 Jahren der zweiten Republik (sowohl die Zusammensetzung der Geschmacksträgerschicht wie die Dimension der Halle empfehlen diese weder für die „Dreigroschenoper“ noch für die „Sieben Todsünden“).

Fünfundvierzig Jahre Verspätung: eine interdisziplinäre Tagung zu „Musik(wissenschaft) – Nachkriegskultur – Vergangenheitspolitik“ in Mannheim

24.01.12 (Frieder Reininghaus) -
Der vom Deutschen Germanistenverband im Oktober 1966 einberufene Germanistentag in München widmete sich unter dem Generalthema Nationalismus in Germanistik und Dichtung erstmals mit kritischen Ansätzen der neueren Geschichte des Fachs und einigen seiner wesentlichen Gegenstände. Die Denkanstöße und Ergebnisse dieser Tagung suchten die große Wissenschaftsdisziplin mit einem anwachsenden Crescendo heim und haben sie nachhaltig verändert.

Der Komponist als Manager seiner selbst: Spektakulärer Nachlass mit originalem Beethoven-Brief fürs Brahms-Institut

Soziale Netzwerke im bürgerlichen Milieu des 19. Jahrhunderts funktionierten schlicht per Korrespondenz. Dabei hatten freundschaftliche Verpflichtungen offenbar einen hohen Stellenwert. Solche Briefe und andere Memorabilien wurden nicht bei Gelegenheit aussortiert und weggeworfen, sondern aufbewahrt, in den Wohnungen oder gar Häusern der Adressaten war genug Platz. Wie sonst könnte man erklären, dass der Nachlass von Renate Wirth (1920–2011), Musikpädagogin aus Frankfurt, Urenkelin des Violinisten Emanuel Wirth sowie des Harfenisten und Komponisten Franz Anton Stockhausen, glücklicherweise trotz Kriegen und anderen Tumulten erhalten blieb?

Raubtierkäfig auf Marmorpodest: Premiere von Gioacchino Rossinis „Tancredi“ an der Deutschen Oper Berlin

23.01.12 (Peter P. Pachl) -
Berlin ist eine der wenigen Metropolen, die kein Theatermuseum besitzt, obgleich doch in Berlin, wie in kaum einer anderen deutschen Stadt, Theatergeschichte geschrieben und auch die Bühnentechnik revolutioniert wurde. Die rührige Initiative TheaterMuseum Berlin e. V. bemüht sich seit einigen Jahren intensiv darum, Räume und Möglichkeiten für eine Finanzierung und zum Aufbau eines Theatermuseums zu finden. Ein derartiges Theatermuseum, wie es die jüngste Produktion der Deutschen Oper Berlin vorführt und damit gleichzeitig die Stagionewelle von der Staatsoper – derzeit in der Bismarckstraße schräg gegenüber – auf die eigene Bühne schwappen lässt, sollte damit aber nicht gemeint sein.

Opulente Oper für eine Krebspatientin: Stefan Herheim inszeniert Puccinis „La Bohème“ in Oslo

22.01.12 (Jörn Florian Fuchs) -
Wirklich schön ist das Ganze nicht. Statt aufbrausendem Orchestergewitter gibt’s zunächst nur den monotonen Klang einer Herzlungenmaschine. An die ist eine junge Frau mit Glatze angeschlossen. Um ihr die verbleibende Zeit ein wenig zu vertreiben, spielen Freunde, Pfleger, und Ärzte für sie große Oper. Konkret: Puccinis La Bohème.

Animalische Fährten: Schrekers „Der ferne Klang“ überzeugt in Bonn als Totaltheater

22.01.12 (Peter P. Pachl) -
Dirigent Will Humburg kehrt mit dem bestens disponierten Beethoven Orchester Bonn alles Unkonventionelle an der 1912 in Frankfurt uraufgeführten Oper hervor, arbeitet die schreienden Einzelmomente in Schrekers Mischklang solistisch heraus, stellt permanent die Modernität dieser Partitur unter Beweis und rückt sie doch stets in einen traditionell spätromantischen Zusammenhang und zeigt so die künstlerische Herkunft und musikdramatische Verwandtschaft des von Paul Bekker als „einzigen Nachfolger Richard Wagners“ deklarierten Komponisten auf – auch mit der äußeren Gewichtigkeit zweier großer Pausen.

Melodien, die sich zu reimen scheinen: das Tord Gustavsen Quartet mit „The Well“

20.01.12 (Stephanie Knauer) -
Dem Quartett steht jede Himmelsrichtung offen: Zwei geben den Rhythmus, zwei erhalten „stimulation from working with the materials from different angles“, so Tord Gustavsen. Nach Experimenten vom Duo bis Quintett hat sich die Besetzung um den norwegischen Pianisten auf vier eingependelt.

Rotgardisten zu Pfundsakkorden: Tschaikowskys „Iolanta“ und Rachmaninows „Francesca da Rimini“ im Theater an der Wien

20.01.12 (Frieder Reininghaus) -
Opern, die vom Wegschließen von Frauen durch Männer handeln, finden sich in der Geschichte des Musiktheaters ziemlich häufig: Im Theater an der Wien mag einem Mozarts „Entführung aus dem Serail“ in den Sinn kommen oder „Die Zauberflöte“, die an dieser Stelle uraufgeführt wurde. Aber auch andere klassische Werke wie Rossinis „Barbier von Sevilla“, der Antonia-Akt in „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach oder Verdis „Rigoletto“ (in dem der Hofnarr seine Tochter am Ende einer finsteren Gasse den Blicken der Männerwelt vorenthält); in sämtlichen Blaubart-Opern von Gretry über Bartók bis Franz Hummel geht es um Frauen, die ihrer Freiheit beraubt werden, und um eine radikale, tödliche Form des Wegschließens in sämtlichen Antigona-Tragödien des 18. Jahrhunderts (zuletzt ebenfalls in der 2009 uraufgeführten „Proserpina“ von Wolfgang Rihm).

Der Schein heiligt die Mittel: Standing Ovations beim Abschied der „Biermösl Blosn“

19.01.12 (Roland Beck - dapd) -
„Warum Fürth?“ Es scheint die Frage des Abends zu sein. Niemand im Publikum kann sich so recht erklären, warum die bayerische Kultband "Biermösl Blosn" das Fürther Stadttheater als den Ort ihres Abschieds ausgewählt hat. Das letzte Konzert der Brüder Hans, Michael und Christoph Well nach 35 Jahren und rund 3.000 Auftritten - ausgerechnet in Franken.

„Changes“ – die Esslinger tonArt zelebriert den Wandel, mit oder ohne John Cage

Das Motto „Changes“ des diesjährigen tonArt-Festivals in Esslingen bezieht sich auf die „Music of Changes“ von John Cage. Cage seinerseits, der dieses Jahr 100 geworden wäre, verwies damit auf das „Book of Changes“, das Buch der Wandlungen I Ching, dessen er sich bei der Komposition bediente. Seit Cage 1951 die „Music of Changes“ schrieb, hat sich einiges gewandelt.
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