Goppels Bayern-Marsch, die Räuber-Partei und Turandot im Weltall: taktlos 156 – die Nachrichten
München: Kultur-Entwicklungshilfe für das krisengeschüttelte Afghanistan. Der Präsident des Bayerischen Musikrates, Thomas Goppel, hat den Text für eine längst überfällige, identitätsstiftende Nationalhymne verfasst: Die Karaoke-Version ist bei Youtube downloadbar und beginnt mit dem starken Satz: „Kabul, Perle in der Wüste, selbstbewußt und stammestreu…“ - ….Moment, da habe ich wohl etwas durcheinandergebracht… Entschuldigung…- es handelt sich doch um einen Bayern-Marsch. Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Youtube-Karaoke-Schnipsel:
http://www.youtube.com/watch?v=Z2wf…
Kiel: Die GRÜNEN und die Piraten vereinigen sich zur neuen Partei „Die Räuber“. Beim Parteitag der GRÜNEN in Kiel verabschiedeten die Delegierten ein Papier, das die Aufhebung des Urheberrechts vorsieht. Damit sind die Position der GRÜNEN und der Piraten identisch, sodass der Zusammenschluss rein wahltaktisch geboten ist. Probeabstimmungen auf deutschen Schiffe vor Somalia und im Atom-Endlager Asse erzielten 99-prozentige Zustimmung für das neue Programm. Weitere Ziele der Räuber-Partei: Abschaffung sämtlicher Bahnhöfe, Aufhebung der Straßenverkehrsordnung und die Umwidmung von Opernhäusern in Copyshops.
Berlin, Mainz: In harten Tarifverhandlungen hat die Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) mit dem Deutschen Bühnenverein etwas bessere Bedingungen für ihre chronisch unterbezahlten Mitglieder ausgehandelt: So erhalten die Choristen künftig als Abschmink-Hilfe eine Dienst-Spachtel aus hautfreundlichem China-Stahl. Neu ist auch eine Vermummungs-Pauschale für erhöhten Stimmaufwand bei Styropor-Gesichtmasken, die dicker als zehn Zentimeter sind. Als wichtigste Errungenschaft bezeichnete VdO-Geschäftsführer Gerrit Wedel allerdings das generelle symbolische Bühnen-Begrüßungsgeld für Chorsänger. Wer diszipliniert und pünktlich auftritt erhält nach der Vorstellung einen doppelten Schnaps oder einen Löffel Lebertran nach Wahl.
München: Der an der Bayerischen Staatsoper für den verhinderten Turandot-Regisseur Carlus Padrissa kurzfristig eingesprungene Florian Malte Leibrecht hat in letzter Minute entscheidende konzeptionelle Veränderungen am Regiekonzept vorgenommen. So wurde die Sängerin der Titel-Figur, Jennifer Wilson, bereits mit einer preiswerten nordkoreanischen One-Way-Rakete in eine Erdumlaufbahn geschickt, um ihre finale erotische Unerreichbarkeit zu versinnlichen. Die Live-Übertragung auf BR-Klassik kommenden Samstag findet wie vorgesehen statt.
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